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Zwischenstand von Bürgerwerkstatt

Gernsbacher Altstadt könnte zur Fußgängerzone werden

Die Stadt Gernsbach will die Attraktivität der Altstadt steigern. Ein Stadtplaner hat nun erste Ergebnisse der Bürgerwerkstatt präsentiert. Bei den Vorschlägen gehen die Meinungen im Gemeinderat auseinander.

Aufwertung der Altstadt: Nach der Vorstellung des ersten Rohkonzepts soll Ende Juli erneut eine Bürgerwerkstatt stattfinden. Im Oktober wird dann ein Gesamtkonzept für die Abstimmung im Gemeinderat erwartet. Foto: Stephan Kaminski

Die Gernsbacher Altstadt könnte in Zukunft zu einer Fußgängerzone werden. Die Betonung liegt auf „könnte“. Albrecht Reuß, Geschäftsführer des Stadtplaner-Büros Citiplan, präsentierte in der Gemeinderatssitzung am Montag das erste Rohkonzept für den Altstadtentwicklungsprozess. Unter anderem flossen Ergebnisse einer Bürgerwerkstatt mit ein.

Das Rohkonzept sieht vor, die Attraktivität für Fußgänger etwa durch vernetzte Fußwege in Innen- und Altstadt zu erhöhen. Konkret: ein Rundweg vom Bahnhof über den Katz’schen Garten auf die andere Murgseite. Die Altstadt soll auch weitgehend autofrei werden, für Anwohner und Lieferverkehr sind Sonderrechte angedacht. Der Marktplatz könne etwa mit Bäumen und Sitzbänken für Fußgänger aufgewertet werden, erklärte Reuß.

Thomas Knapp von den Freien Bürgern sagte, dass eine autofreie Zone gerade älteren Menschen den Weg in die Altstadt erschwere. „Für die dortigen Geschäfte ist das ebenfalls kritisch“, sagte Knapp. Bürgermeister Julian Christ (SPD) betonte: „Ein barrierefreier Zugang in die Altstadt wäre eine Lösung.“

Murg-Balkone im Mühlgrabenweg in Gernsbach?

Das Rohkonzept von Citiplan sieht ein Parkhaus auf dem Färbertorplatz mit einer direkten, barrierefreien Anbindung in die Altstadt vor – erreichbar über eine Einbahnstraße vom Mühlgrabenweg zum Färbertorplatz. In das Parkhaus könnten zur Querfinanzierung Wohnungen integriert werden, sagte Reuß.

Grünen-Gemeinderat Thomas Hentschel betonte, dass die Barrierefreiheit auch im Parkhaus durch einen Aufzug gewährleistet sein müsse. Zudem forderte er, im Mühlgrabenweg mehr Platz für Radfahrer zu schaffen. Dort könnten auch zwei bis drei „Murg-Balkone“ die Aufenthaltsqualität steigern, betonte Reuß. „Die Murg muss noch mehr in Szene gesetzt werden.“ Die Balkone könnten etwa an lokale Gastronomen verpachtet werden, sagte Christ.

Idee eines Bürgerbusses vom Bahnhof in die Altstadt

Schließlich präsentierte Reuß die Idee, einen Bürgerbus vom Bahnhof in die Altstadt einzurichten. „Der Bürgerbus muss aber auch die Ortsteile anfahren“, sagte Frauke Jung, Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion. Eine weitere Idee im Rohkonzept: Entlang des Waldbachs sollen Hochbeete und eine Art „Naschgarten“ entstehen. Und in der Altstadt sind Mülltonnen-Boxen mit Beeten im Gespräch. Für diese Vorhaben brauche es einige engagierte Bürger oder ein geeignetes Förderprogramm, sagte Reuß.

Mehrere Gemeinderäte bezweifelten, dass sich genügend Freiwillige für eine Privatinitiative finden. Irene Schneid-Horn, Vorsitzende SPD-Gemeinderatsfraktion, betonte dagegen: „Einige Bürger haben in der Vergangenheit schon mal neue Bänke in der Altstadt aufgestellt.“

Eigentlich ist Sparen angesagt.
Frauke Jung, Fraktionsvorsitzende CDU

Nach Frauke Jungs Ansicht sind die Maßnahmen insgesamt zu kostenintensiv: „Eigentlich ist Sparen angesagt.“ Volker Arntz von der SPD forderte, noch nicht über Maßnahmen zu reden. „Sonst zerreiben wir uns an Details.“ Der Altstadtentwicklungsprozess wurde 2019 vom Gemeinderat in die Wege geleitet und soll in den nächsten fünf bis zehn Jahren umgesetzt werden. Ende Juli findet erneut eine Bürgerwerkstatt statt. Im Oktober soll das Gesamtkonzept zur Abstimmung vorliegen.

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