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Schwieriger Start

Pflegeeinrichtungen in Gernsbach und Forbach starten während der Pandemie zusätzlich Tagespflege

Mitten während der Corona-Pandemie sind zwei Pflegeeinrichtungen in Gernsbach und Forbach einen nicht gerade leichten Schritt gegangen.

Angebote bringen Struktur in den Tag: Heike Boos beim Gedächtnistraining in der Gernsbacher Tagespflege. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Dem Tag Struktur, ein Stück Normalität geben und vor allem ältere Mitbürger dabei unterstützen, möglichst lange in eigenen Zuhause zu bleiben, das ist eine der Aufgaben, der sich Pflegedienste verschrieben haben. Seit August und September 2020 gehen in Gernsbach und Forbach zwei Einrichtungen noch einen Schritt weiter und bieten obendrein Tagespflege an.

Kein einfacher Schritt mitten in der Corona-Zeit. Doch wirklich Bange machen ließ sich Marion Koch, Leiterin der Sozialstation Gernsbach, davon nicht. 59 Mitarbeiter in Teil- und Vollzeit sorgen dafür, dass die Kunden und Tagesgäste fachkundig betreut werden. Hinzu kommen 25 Honorarkräfte aus der sogenannten Nachbarschaftshilfe.

Seit rund 45 Jahren besteht die Sozialstation bereits, so dass das routinierte Team mit reichlich Erfahrung an das neue Projekt herangehen konnte. „Klar gab es bei allen Anfangsängste“, erinnert sie an die Problematik, die zu Beginn noch herrschte, als etwa Schutzkleidung kaum zu bekommen war. „Inzwischen hat sich alles längst eingependelt.“ Auch wenn es für die Gäste zu Beginn vielleicht nicht so schön war: Daran, dass das Personal Masken tragen muss, hat man sich inzwischen beiderseits gewöhnt.

Klar gab es bei allen Anfangsängste.
Marion Koch, Leiterin der Sozialstation Gernsbach

Neben dem engagierten Einsatz des Teams führt Marion Koch den bisher gut gemeisterten Ablauf vor allem auch auf die Räume zurück. Die sind großzügig bemessen, so dass sich bei den verschiedenen Aktivitäten, aber etwa auch beim Ruhen oder während der gemeinsam eingenommenen Mahlzeiten der erforderliche Abstand zwischen den einzelnen Personen herstellen lässt.

Schwieriger Start in der Pandemie

Dass die Pandemie einen schwierigen Start bedeutet, sei kein Grund gewesen die Segel zu streichen, findet die Leiterin der Sozialstation. „Die Tagesbetreuung ist nicht nur für die pflegenden Angehörigen wichtig. Auch die Gäste wissen die Tagesstruktur und die Normalität, die das bedeutet, zu schätzen. Gegenwärtig sind zwischen zehn und elf Personen täglich im Haus, das für rund 18 ausgelegt ist.“

Genau wie im Betrieb in Forbach gibt es auch in Gernsbach unterschiedliche Bereiche, in denen die Gäste verweilen können. Ob Kaminecke oder still für sich im Ruheraum, Gesellschaftsspiele, bei Klangschalen entspannen – wer hier zwischen 8 und 16.30 Uhr zu Gast ist, soll sich wohlfühlen und einfach einen schönen Tag haben. Darin ist man sich in beiden Häusern einig.

Haus noch nicht voll belegt

Rund vier Wochen nach der Gernsbacher Tagespflege wurde auch in Forbach eine solche Einrichtung in Betrieb genommen. Dahinter steht die Sozialstation Forbach-Weisenbach. Auch hier profitiert man mit Blick auf die Corona-Einschränkungen noch ein wenig davon, dass das Haus neu und noch nicht voll belegt ist. Alles lasse sich gut räumlich entzerren, verweist Leiterin Patrizia Schiel etwa auf die kleine Werkstatt, auf die Gymnastikangebote, das Gedächtnistraining oder andere Ansätze, um die Gäste zu aktivieren. „Wir basteln zum Beispiel unsere gesamte Dekoration gemeinsam.“

Tagespflege in Forbach: In der Werkstatt führt Sid Finner (Mitte) mit den Bewohnern Holzarbeiten aus, hier entsteht ein Vogelhäuschen. Foto: Michael Liebmann

Wie die Kunden den Tag verbringen, das wird sehr individuell gehalten, berichtet Patrizia Schiel etwa von der Erinnerungsarbeit. „Das ist für einige sehr wichtig und wird auch mit Gesprächen ergänzt.“ Auch habe nicht jeder Lust, mittags im Ruheraum zu verweilen. „Wer lieber in der Sofaecke seine Zeitung lesen mag, der kann das selbstverständlich tun.“

Wenn es draußen erst wieder etwas wärmer wird, lässt sich – trotz Corona – das Angebot dank der großzügigen Terrasse weiter ausweiten, dort plant sie etwa mit den Senioren Salat und Kräuter in Hochbeeten anzupflanzen. Auch hier habe man sich ganz gut auf die Auswirkungen der Pandemie einstellen können. „Wir sind ja mittendrin gestartet.“ Personal und Gäste tragen gegenwärtig Masken, um sich beiderseits zu schützen. Das funktioniere sehr gut, versichert sie.

Vorsicht sei übrigens auch der Grund gewesen, warum man über die Feiertage bis zum 11. Januar 2021 Tagespflege angeboten hat. Auf diese Weise, so Schiel, vermochte man das Risiko geringer zu halten, wenn die Familien zusammenkommen wollten.

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