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Lebenstraum liegt auf Eis

Von Corona kalt erwischt: Was die Pandemie für die Restaurantpläne in der Gernsbacher Hofstätte bedeutet

Nach ihrem Umzug nach Gernsbach wollten Tina und Hakan Aksoy eigentlich durchstarten - er mit einem kleinen Restaurant, sie mit einem Wohlfühl-Salon. Wegen Corona liegt nun alles auf Eis. Das Paar verzeichnet einen finanziellen Totalausfall - bleibt aber optimistisch.

Eigentlich wollten die Aksoys in Gernsbach durchstarten - dann kam die Pandemie. Foto: Manfred Fieting

Was macht Corona mit den Menschen? „Es macht unsere Planungen zunichte, es wirft uns zurück. Gerade in der Gastronomie wurde richtig viel Geld in die Hände genommen, um den Verordnungen zu entsprechen“, berichtet der Gernsbacher Neubürger Hakan Aksoy. „Besucherzahlen wurden reduziert, Tische mit entsprechendem Abstand aufgestellt, Trennwände installiert, Besucherlisten lagen aus, Desinfektionsmittel standen zur Verfügung. Aber die Restaurants mussten erneut schließen. Wie sieht es in den Supermärkten aus?“

Es sind Gedanken und Fragen, die Hakan Aksoy beschäftigen, gehört er doch selbst zu den Betroffenen. Ab April bis Ende September war er Hausherr des Igelbacher Schwimmbad-Kiosks, den er in ein attraktives Pool-Restaurant, den „Gerns-Garden“ verwandelte. Coronabedingt war die Besucherzahl minimal, der finanzielle Ausfall total, was für ihn und seine Frau Tina „Einsatz und Arbeit ohne Gewinn“ bedeutete, da er viel in Zelte und Ambiente investiert hatte.

2019 einen Traum erfüllt

Im Jahr 2019 erfüllte sich das Paar seinen Traum von „Wohnen und Arbeiten unter einem Dach“, sie kauften das markante Fachwerk- und Gewerbehaus an der Hofstätte, in dem die Familie seit September die obere Etage bewohnt. Bisher lebten sie in Baden-Baden, den Sprung nach Gernsbach wagten sie, weil alles passte.

Vor allem die Tochter fühlt sich sehr wohl, sie findet die Schule hier besser. Freundschaften konnte sie schnell schließen. Die Familie schätzt die Vorzüge der kleinen Stadt, der schönen Umgebung. Nur liegt noch eine Menge Arbeit vor ihnen. „Das komplizierte Brandschutzmauer-Thema ist bereits erledigt“, so Aksoy, der voller Optimismus über das gut durchdachte „Gerns-Konzept“ berichtet.

Es sieht vor, dass seine Frau, eine ausgebildete Kosmetikerin und Friseurin, im Erdgeschoss ihren Wohlfühl-Salon Gerns-Style eröffnet. Der Gewölbekeller wird zur Gerns-Bar, in dem Hakan Aksoy Tapas, regionale Leckereien und gute Weine anbieten möchte. Die Eröffnung sollte bereits am 1. November sein, was Corona und der erneute Lockdown jedoch zu verhindern wussten.

Plötzlich war Corona in der Klasse

Das gesamte Interieur für Bar und Salon ist bereits vorhanden. Das Paar fiebert regelrecht der Eröffnung entgegen. „Ich möchte endlich wieder meine Leidenschaft ausleben dürfen“, bekräftigt Tina.

Erst kürzlich machten die Gernsbacher Neubürger dann noch auf andere Weise Bekanntschaft mit dem Virus. Die gesamte Klasse der Gernsbacher Grundschule, die ihre neunjährige Tochter Maria besucht, wurde für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Ein Mitschüler war an Corona erkrankt. Die Kinder wurden mehrfach getestet.

Glücklicherweise hatte sich keines der anderen infiziert. Die Auflagen waren dennoch streng. „Ich durfte das Haus nicht verlassen, nicht einmal Gassi gehen durfte ich“, lacht die Neunjährige schelmisch und Mama ergänzt: „Eigentlich ein Glück, dass ich wegen Corona zur Zeit nur Mama und Hausfrau bin, so war ich für sie da.“ Heute ist wieder alles im grünen Bereich.

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