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Erkennen Sie unsere Heimat?

Was wurde in diesen historischen Gebäuden in Gernsbach einst gelagert?

Bei der zweiten Ausgabe unseres Rätsels mit Motiven aus Mittelbaden geht der Blick in die Gernsbacher Gegend. Gefragt sind Ihre Erinnerungen, Ihre Erlebnisse und Ihre Kenntnisse aus der Region.

 Gebäude in der Gernsbacher Altstad
Um was für ein Gebäude handelt es sich, das sich auch heute noch in der Gernsbacher Altstadt befindet? Foto: Stadtarchiv Gernsbach, Postkartensammlung Wolfgang Überle

Zugegeben, ein Prachtbau ist es nicht. Ein solcher steht keine dreißig Schritte entfernt im Herzen der alten Amtsstadt, reich mit Ornamenten verziert und von einem der gefragtesten Architekten der damaligen Zeit entworfen.

Bei unserem Rätselobjekt ging es dagegen nie um Prunk und die Zurschaustellung von Reichtum, sondern um Nützlichkeit. Der moderne Grundsatz „Die Form folgt der Funktion“ wurde hier verwirklicht, lange bevor er in theoretischen Schriften Eingang fand.

Gebäude in Gernsbach besteht aus zwei Teilen

Die ältesten Teile der Gebäude – es sind tatsächlich zwei, weshalb von ihnen im Plural gesprochen wird – stammen aus der frühen Epoche des Ortes. Die massiven Mauern aus Fluss-, Feld- und Bruchsteinen sollten vor rund einem dreiviertel Jahrtausend das noch junge Gemeinwesen vor Angriffen von Süden schützen.

Zwei Aufstockungen des Mauerwerks lassen sich baukundlich nachweisen. Die zweite stand wahrscheinlich bereits in Zusammenhang mit den gesuchten Gebäuden, denn nun diente die Verteidigungsanlage zugleich als Außenmauer der beiden Häuser. Das geschah vermutlich im 16. Jahrhundert. Damals hatte die Stadt eine zentrale Naturalabgabe gepachtet und benötigte einen Lagerort. So war auch der Name des Bauwerks geboren, den wir in diesem Rätsel suchen.

Wiederaufbau in den Jahren 1694 und 1701

Als 1691 die Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg erobert wurde, fielen die Gebäude den damaligen Zerstörungen zum Opfer. Ihre große Bedeutung zeigt sich darin, dass sie bereits 1694 und 1701 wiederaufgebaut wurden. Das ist im Wesentlichen die Gestalt, in der wir sie als Fachwerkbauten bis heute kennen.

Auf drei Voll- und drei Dachgeschossen mit einer Nutzfläche von ungefähr 900 Quadratmetern oder umgerechnet knapp neun Reihenhäusern gab es trockene und gut durchlüftete Lagermöglichkeiten für Getreide und Gartenfrüchte, im Erdgeschoss auch Ställe für Vieh. Auch ein Wehrgang für die Stadtsoldaten wurde um 1700 wiedererrichtet.

Ein gutes Jahrhundert später war die Naturalabgabe Geschichte und die Befestigung funktionslos geworden. Die beiden Gebäude gingen in Privateigentum über, wurden dabei auch mit zusätzlichen Toren für die Statik verhängnisvoll umgebaut und verfielen allmählich. 1967 gab es eine Abbruchverfügung. Sie wurde nicht umgesetzt, aber auch die Renovierungsmaßnahmen im Folgejahr verschlimmerten im Ergebnis den Zustand der Gebäude.

Häuser gehen in den Besitz der Stadt Gernsbach über

1982/84 gingen die Häuser in den Besitz der Stadt über. Dass sie schlussendlich erhalten wurden und heute ein begehrtes Fotomotiv darstellen, ist bürgerschaftlichem Engagement zu verdanken. Ein 2007 als Verein eingetragenes Forum trommelte unermüdlich für ihre Rettung und warb nicht zuletzt Spenden ein. Gerade auch wegen dieses großen Einsatzes erklärte die Denkmalstiftung Baden-Württemberg die Gebäude 2017 zum Denkmal des Monats.

Inzwischen sind sie tatsächlich unter großem Mitteleinsatz der Stadt bestandserhaltend saniert und dank des Vereins zu einem kulturellen Treffpunkt geworden. Kennen Sie die Lösung?

Des Rätsels Lösung und die Namen der Gewinner erfahren Sie immer am Freitag der darauffolgenden Woche (in diesem Fall also der 22. März). Unter allen Einsendungen mit der richtigen Lösung verlosen wir drei Preise. Wenn Sie dazu noch eine Anekdote parat haben, umso besser! So können wir die Auflösung so unterhaltsam wie möglich präsentieren. Dabei zeigen wir Ihnen übrigens noch einmal die alte Aufnahme und dazu ein aktuelles Bild, das vom selben Standort aufgenommen wurde.

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