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„Familie schämt sich für Taten der Söhne“

Im Freiolsheimer Missbrauchsfall diskutieren Vertreter der Stadt mit den betroffenen Eltern

Der Gaggenauer Höhenstadtteil Freiolsheim kommt nach einem Missbrauchsfall nicht zur Ruhe. Jetzt stellte sich die Rathausspitze den Fragen der betroffenen Eltern.

Das alte Rathaus in Freiolsheim (Symbolbild) Foto: Joachim Kocher

Nachdem es im Stadtteil Freiolsheim zu sexuellem Missbrauch an mehreren Kindern mutmaßlich durch einen 14-Jährigen gekommen ist, haben Vertreter der Stadt mit Eltern von Schulkindern diskutiert. Die Badischen Neuesten Nachrichten hatten über den Fall ausführlich berichtet.

Pressevertreter waren bei dem Treffen nicht zugelassen, da es um den Schutz von Minderjährigen ging. „Die Unterstützung der Opfer und der betroffenen Familien hat für uns höchste Priorität und liegt uns sehr am Herzen“, betonte Rathauschef Christof Florus laut einer Mitteilung der Verwaltung gegenüber den Freiolsheimern.

Was sich in dem Höhenort ereignet habe, übersteige jegliche Vorstellungskraft. Umso wichtiger sei es der Stadt deshalb nun, alle vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen, um den Familien wie auch der Dorfgemeinschaft zu helfen. Die Einflussnahme sei jedoch begrenzt, verwies Florus auf das laufende Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft.

Beschuldigte und Opfer sollen sich nicht mehr begegnen

Ziel der Infoveranstaltung für die Eltern von Schulkindern war es, einen Austausch zu ermöglichen. Ein zentrales Anliegen war der Wunsch, dass sich Beschuldigte und Opfer nicht mehr begegnen. Dazu erklärte die zuständige Abteilungsleiterin Carmen Merkel, dass die beiden Jungen für die ersten beiden Schulwochen von der Schulpflicht ausgenommen sind und es so keine Begegnungen im Schulbus oder in der Schule gibt.

„Wir sind zuversichtlich, dass das Jugendamt Lösungen findet“ erklärte Merkel. Fest stehe bereits, dass der Verdächtige und sein jüngerer Bruder, der dem Vernehmen nach wohl Mitbeteiligter ist, keine Gaggenauer Schule mehr besuchen werden. „Wir wollen nicht, dass die Opfer Sorge haben müssen, dass sie ihnen in Bus und Schule begegnen“.

Stadt sucht Wohnung an anderem Ort

Kritisiert wurde in diesem Zusammenhang von vielen Anwesenden, dass die Jungen weiterhin oft in Freiolsheim unterwegs seien. Florus versprach, dass mit den Eltern Kontakt aufgenommen wird und die Jungen während des Ermittlungsverfahrens unter elterlicher Aufsicht sind. Ideal wäre es, so OB Florus, wenn die Familie an einem anderen Ort eine neue Wohnung finden könnte.

Die Stadt habe hierfür bereits eine Lösung im Blick. „Dies wäre für die Opfer gut wie auch für die Familie, die sich für die Taten ihrer Söhne schämt“. Ortsvorsteher Ferdinand Schröder rief die Besucher dazu auf, als Dorfgemeinschaft nun zusammenzustehen und sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam Lösungen zu finden.

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