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Revierverwaltung auf dem Handy

Jägermeister aus Gaggenau: Baden-Württembergs neue Wildtier-App bringt viele Vorteile

Nach Ansicht von Kreisjägermeister Frank Schröder vereinfacht die neue Wildtierapp aus Baden-Württemberg die Revier-Verwaltung. Auch für Nicht-Jäger biete die App interessante Features.

Können Schäden im Wald anrichten: Nicht nur Wildverbiss setzt dem Baumbestand zu. Rehböcke reiben ihr Gehörn auch an der Rinde junger Bäume. Foto: Franz Lechner

Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland Ende November eine digitale Plattform als zentrale Informationsquelle für die Öffentlichkeit, die Jägerschaft, Grundbesitzer und Behörden rund um die Themen Wildtiere, Jagd und Wildtiermanagement in Betrieb genommen. Die App kann ohne Zugangsbeschränkung von Jedermann auf der Website www.wildtierportal-bw.de geöffnet werden. Die Seite ist ebenfalls als App bei den bekannten Downloadportale für Smartphones verfügbar.

Über das Wildtierportal finden Nutzer detaillierte Informationen zu Wildtieren und der Jagd in Baden-Württemberg sowie Themen aus dem Bereich Wildtierforschung und Wildtier-Monitoring. Die Themen sollen fortlaufend aktualisiert und ergänzt werden.

Vieles geht schneller mit der Wildtier-App

Für Jäger besteht zusätzlich die Möglichkeit nach der Registrierung in einem internen Bereich ihr Jagdrevier ab sofort digital zu verwalten. So können sie zum Beispiel zukünftig die vorgeschriebenen Streckenmeldungen direkt eingegeben werden und müssen sie nicht mehr mit Papierlisten erstellen und per Post an die Jagdbehörden senden. Außerdem können auch Tierbeobachtungen sofort gemeldet werden, die damit in das Monitoring für die Forschung eingehen.

Jederzeit verfügbare Online-Revierkarten bieten nach Meinung des Kreisjägermeisters der badischen Jäger Rastatt – Baden-Baden, Frank Schröder aus Gaggenau auch Vorteile beim Reviermanagement. Gleichzeitig rechnet er jedoch zunächst damit, dass es eventuell bei den „älteren Herrschaften, die nicht so schnell mit den Daumen auf dem Display sind, wie bei allen Neuerungen ein paar Anlaufschwierigkeiten geben könnte. Spätestens wenn die Vorteile erkannt sind, wird das, wie in anderen Anwendungen aber kein Problem mehr sein“.

Immer mehr Wildtiere in Siedlungen

Ein ebenfalls behandeltes Thema auf der Seite und ein zunehmend gesellschaftliches Thema sind Wildtiere, die immer häufiger Städte und Dörfer als neuen Lebensraum entdeckt haben. Dabei entstehen nicht selten Konflikte zwischen Befürwortern und Bürgern, die sich durch solche Tiere geschädigt oder bedroht fühlen.

Hier bietet die App Menschen, die nicht mit der Jagd vertraut sind, die Möglichkeit in einem von der Wildtierforschung erstellten Nachschlagewerk 46 Wildtiere und ihre natürlichen Lebensräume kennen zu lernen. Neben den Fachinformationen bietet sie zusätzlich Verhaltenstipps im Umgang mit Wildtieren in Siedlungsräumen.

Auch damit sieht Schröder neben den Vorteilen für die Jägerschaft und die mit der Jagd verbundenen Behörden einen Vorteil für die Allgemeinheit. „Durch die Zuwendung zum urbanen Wohnen in den vergangenen Jahrzehnten hat das Verständnis für das Leben im Wald immer mehr abgenommen. Während die Landbevölkerung früher den Wald oft mit bewirtschaftete und die Jagd teilweise auch ausübte, hatte sie mehr Bezug zu den Zusammenhängen in Wald und Wiese. Heute ist der Wald für viele Stadtmenschen einfach zu einem Ort der Erholung geworden. Ich sehe in der App eine Möglichkeit, besonders junge Menschen wieder mehr für die Jagd und die Zusammenhänge in der Natur zu sensibilisieren“.

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