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Jakobskreuzkraut ist hochgiftig

Dieser Imker kämpft ehrenamtlich gegen das „Gelbe Gift” auf Gaggenaus Wiesen

Trotz jahrelanger Bekämpfung gibt es immer noch Exemplare des giftigen Jakobskreuzkrauts rund um Gagggenau. Der 83-jährige Leonhard Krieg entfernt es ehrenamtlich.

Der Imker Leonhard Krieg aus Bad Rotenfels ist ehrenamtlich im Gaggenauer Stadtgebiet unterwegs, um das hochgiftige Jakobskreuzkraut auszureißen oder mit dem Messer auszuschneiden, hier beim Sportplatz in Bad Rotenfels. Foto: Elke Schapeler

Von Elke Schapeler

Langsam fährt Leonhard Krieg mit dem Fahrrad den Hermann Schöpfer-Weg entlang. Seinem wachsamen Auge entgeht kaum eine jener gefährlichen Pflanzen, die er akribisch an Wegesrand und Bahndamm sucht: das hochgiftige Jakobskreuzkraut. Und schon ist er wieder fündig geworden: Der agile Senior steigt ab, zückt sein Taschenmesser, schneidet die einheimische Staude mit Stumpf und Stiel aus dem staubtrockenen Boden, verstaut sie in der mitgebrachten Papiertüte, um sie daheim in der grauen Tonne zu entsorgen. Sie darf weder liegen bleiben, geschweige denn kompostiert werden.

Denn das gefährliche Jakobskreuzkraut mit den leuchtend gelben Blüten und den gesplitteten Blättern stellt eine ernste Bedrohung für Mensch und Tier dar. „Mancher Gartenbesitzer lässt das Jakobskreuzkraut aus Unkenntnis als blühende Inseln im Rasen stehen, wobei der Wind die ganz feinen wolligen Samen weit verteilt“, verweist der Bienenzüchter auf die starke Vermehrung.

„Weidetiere und Honigbienen verschmähen die Giftpflanze zwar, aber wenn es bei Trockenheit sonst nicht viel zu fressen gibt, gehen sie trotzdem dran.“

Alle Weidetiere werden durch die Aufnahme des Jakobskreuzkrautes geschädigt.
Gerd Hofmann, Weidetierhalter aus Sulzbach

Auch Weidetierhalter Gerd Hofmann aus Sulzbach weiß um die Problematik des gelben Giftes auf der Wiese: „Alle Weidetiere werden durch die Aufnahme des Jakobskreuzkrautes geschädigt. Das Fatale ist, dass das im Körper angereicherte Gift nicht ausgeschieden wird und die Leber angreift. Markant sind zumeist die großen, üppigen Gewächse. Sie blühen indes auch schon im jungen Stadium“.

Samen werden durch Wind von Grundstück zu Grundstück getragen

Diese hartnäckige einheimische Giftpflanze habe massive Wurzeln und sei auch per Pollenflug sehr überlebensfähig. „Trotz jahrelangem Bekämpfen haben wir das gefährliche Jakobskreuzkraut noch immer an manchen Stellen“, beklagt Gerd Hofmann, „auch, weil die Samen von Fremdgrundstücken eingetragen werden“.

Leonhard Krieg würde sich bei der Weidepflege ebenfalls mehr Augenmerk und Selbstinitiative der Nutztierhalter wünschen, damit das Jakobskreuzkraut auch nicht ins Heu gelangt. Der 83-Jährige ist regelmäßig in Rotenfels und im Gaggenauer Stadtgebiet ehrenamtlich unterwegs, um das gefährliche Gewächs zu eliminieren.

Giftige Pflanze kann mit Johanniskraut verwechselt werden

Mitunter muss er dabei Aufklärung leisten. Wie etwa bei jener empörten Dame, die das Jakobskreuzkraut für Johanniskraut hielt. Bei einer möglichen Teezubereitung wäre das eine fatale Verwechslung. „Auch Kinder können sich durch die verlockenden feingliedrigen Rundrosetten der gelben Blütenblätter zum Pflücken verleiten lassen“, warnt der Rotenfelser, der infolge schmerzhafter Erfahrungen stets Schutzhandschuhe trägt.

Der profunde Kenner heimischer Flora, in dessen Garten sich mehrere Insektenhotels finden, hat beobachtet, dass das Jakobskreuzkraut offensichtlich optimale Keimbedingungen am Gaggenauer Kreisel beim Zubringer findet und sich dort extrem vermehrt hat.

Ganz ausrotten lasse sich die Giftpflanze zwar kaum, befürchtet Leonhard Krieg, rät jedoch: „Die sicherste und wirksamste Methode, das Jakobskreuzkraut zu minimieren, ist das Ausstechen oder Ausreißen dieser gefährlichen Giftpflanze“.

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