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„Zukunft HoGa“

Messe auf Schloss Eberstein will neugierig auf Jobs in Hotels und Gastronomie machen

Kürzere Öffnungszeiten, schmalere Speisekarten und ein Angebot, das nicht mehr an Vor-Corona-Zeiten heranreichen kann: Hotels und Restaurants leiden nicht nur unter den Folgen der Lockdowns, sondern auch unter Fachkräftemangel. Eine Messe soll nun helfen.

Schloss Ebersteins Patron Bernd Werner ist Gastgeber der Messe „Zukunft HoGa“ in Gernsbach, die Jugendlichen einen direkten Kontakt mit Hotels und Restaurants aus Mittelbaden bietet. Foto: Fabry

Das Hotel- und Gastronomiegewerbe hat unter Corona so sehr gelitten wie kaum eine andere Branche. Und auch jetzt, wo beinahe wieder Normalität eingekehrt ist, tun sich viele Betriebe mit dem Neustart schwer, weiß Benjamin Gondro.

„Es gibt Betriebe, die müssen zumachen. Nicht, weil die Gäste ausbleiben, sondern weil sie kein Personal finden“, erzählt der Pressesprecher der Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt. „Das ist traurig.“ Und es soll sich ändern.

Gemeinsam mit seiner Kollegin Tanja Bäuerle und Bernd Werner vom Schloss Eberstein in Gernsbach organisiert er daher die Ausbildungs- und Fachkräftemesse „Zukunft HoGa“.

„Zukunft HoGa“ auf Schloss Eberstein ist erste Ausbildungsmesse nach Monaten

Hier können sich Jugendliche auf der Suche nach einer passenden Ausbildung, aber auch Fachkräfte auf Jobsuche und Quereinsteiger nicht nur informieren, sondern in direkten Kontakt mit Hotels und Restaurants aus Mittelbaden kommen.

Wenn man nur Papiere einreichen kann, dann kann man den Menschen auch nur an den Papieren bewerten.
Benjamin Gondro, Pressesprecher der Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt

Es ist die erste Messe seit langem, die den persönlichen Kontakt zwischen Arbeitgebern und potenziellen neuen Mitarbeitern wieder möglich macht. „Wenn man nur Papiere einreichen kann, dann kann man den Menschen auch nur an den Papieren bewerten“, sagt Gondro.

„Jetzt gibt es endlich wieder die Chance, sich von seiner guten Seite zu zeigen.“ Denn oft lasse sich im persönlichen Gespräch auch die eine oder andere durchschnittliche Note oder Lücke im Lebenslauf ganz schnell erklären. „Und wenn der Eindruck stimmt, dann kann auch mehr draus werden.“

Zehn Restaurants und Hotels sind bei der Messe auf Schloss Eberstein vertreten

Rund zehn Restaurants und Hotels aus den Landkreisen Rastatt und Freudenstadt werden auf der Messe vertreten sein. Wie viele es genau sind, kann Gondro nicht sagen. „Auch hier merken wir, wie schwierig die Situation aktuell ist.“ Immer wieder gebe es kurzfristige Absagen, weil Personal erkrankt sei und deshalb doch niemand zur Messe kommen könnte.

Ursprünglich war mit 15 Teilnehmern geplant worden. „Die Bandbreite von gut bürgerlicher Küche bis zur Sternegastronomie bleibt aber genauso erhalten wie die Spanne vom Drei-Sterne-Hotel bis zum Fünf-Sterne-Superior-Haus“, versichert er.

Auch die Arbeitsagentur ist mit einem Beratungsteam vor Ort. Außerdem laufen noch die Gespräche mit der Fachschule für Gastronomie, die ebenfalls ins Boot geholt werden soll.

„Wir wollen die Aufmerksamkeit auf die Branche legen und zeigen, wie vielfältig und spannend sie ist“, sagt auch Tanja Bäuerle. Wie viele andere Branchen auch, kämpfe die Hotellerie und Gastronomie ebenfalls mit dem Fachkräftemangel.

Viele offene Ausbildungsstellen in Hotels und Gastronomie in Rastatt und Baden-Baden

Aktuell gibt es laut Arbeitsagentur allein im Landkreis Rastatt und dem Stadtkreis Baden-Baden 177 offene Stellen in der Branche – 129 für Fachkräfte, 47 für Helfer. Hinzu kommen 60 offene Ausbildungsstellen. „Im Vergleich zu den Vor-Corona-Zeiten ist das nur ein geringer Rückgang“, freut sich Gondro. Es sei beeindruckend, wie stark die Branche trotz aller Unsicherheiten an der Ausbildung festhalte.

Man endet nicht dort, wo man beginnt.
Tanja Bäuerle, Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt

Und die Ausbildung biete viele Möglichkeiten, betont Bäuerle. „Man endet nicht dort, wo man beginnt.“ Ob Inland oder Ausland, Schiff oder Spitzengastronomie und Luxushotel. „Die Branche ist sehr vielseitig.“ Genauso wie die Aussteller auf der Messe: „Schließlich will nicht jeder in der Sternegastronomie lernen.“

Berührungsängste muss niemand haben, erklärt Gondro. „Nirgendwo wird man von oben herab behandelt, sondern alle begegnen sich auf Augenhöhe.“ Das gelte ausdrücklich auch für Nobelhotels und Sterneküchen. Entsprechend sei beim Besuch der Messe auch kein feiner Zwirn vonnöten. „Niemand muss im Smoking auftauchen. Jeans und Hemd reichen völlig.“

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