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Invasive Arten

Küken im Januar sorgen für Fragezeichen bei Leser aus Gaggenau

Küken im Januar an der Murg bei Gaggenau: Ein Leser hat nachgefragt, warum die Enten in diesem Jahr so früh dran sind. Doch es handelt sich gar nicht um Entenküken.

Nilgans-Küken am Rande eines Flusses.
Bei den Küken an der Murg handelt es sich um junge Nilgänse, nicht um Enten, wie der Leser zunächst annahm. Foto: Elke Schapeler

Entlang des Murgufers in Gaggenau tummeln sich regelmäßig verschiedene Vogelarten. Enten und Nilgänse zu sehen, ist daher eigentlich nichts Besonderes. Doch der Gaggenauer Klaus Manzke hat dort jüngst eine Beobachtung gemacht, die bei ihm offene Fragen hinterließ. Er entdeckte kleine Küken, fotografierte sie und meldete sich mit folgenden Worten bei dieser Redaktion: „Für junge Enten ist das doch verdammt früh. Was hat es damit auf sich?“

Die Redaktion ging dieser Frage nach – und kam schon bald zu einer ersten Erkenntnis. Bei den Küken handelt es sich nicht um Nachwuchs von Enten, sondern von Nilgänsen. Der Nachweis gelang mit Bildern, die der Redaktion zugeschickt wurden und ebenfalls die Küken zeigen. Der Unterschied: Auf diesen Fotos ist auch die Mama zu sehen – eine ausgewachsene Nilgans.

Der Gernsbacher Vogelexperte Stefan Eisenbarth bestätigt das. Auf Nachfrage erklärt er: „Entenküken können es ohnehin nicht sein. Enten brüten erst ab Mitte März.“ Bei Nilgänsen sei es dagegen normal, dass sie schon im Januar mit dem frisch geschlüpften Nachwuchs an der Murg unterwegs sind.

Nilgänse stammen ursprünglich aus Afrika

Eisenbarth begründet das mit der Herkunft der invasiven Art, die eigentlich aus Afrika stammt. Weil es dort generell wärmer ist, beginne die Brutzeit in der Regel früher. So süß die Küken der Nilgans in Gaggenau aber auch aussehen: Die ausgewachsenen Vögel haben es laut Eisenbarth in sich. „Sie sind relativ aggressiv in ihrem Verhalten. Vor allem, wenn ihr Nest bedroht ist“, betont er.

Seiner Aussage nach kommt es auch vor, dass die Nilgänse zum Teil in Storchennestern brüten und diese im Zweifel verteidigen. „Störche haben dann keine Chance mehr“, erklärt Eisenbarth. Oft heißt es, dass eingewanderte Arten die heimischen verdrängen. Neben den Nilgänsen werden in diesem Zuge auch oft die Nutrias genannt.

Doch wie bewertet Eisenbarth die Situation? Er sieht entlang der Murg derzeit noch keinen Grund zur Sorge. Hier nimmt die Nilgans seiner Einschätzung nach aktuell nicht überhand.

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