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Bewusstsein schaffen

Landkreis Rastatt eröffnet Umweltbildungsstation auf der Deponie in Gaggenau-Oberweier

Ressourcen schonen, Abfälle einsparen und über die richtige Entsorgung informieren. Das ist das Ziel der Umweltbildungsstation des Abfallwirtschaftsbetriebs Rastatt, die nach den Sommerferien öffnet. Vorrangig für Schulklassen und Kindergartengruppen.

Da war nicht viel kaputt: Mit einer kleinen Reparatur hätte diese ausrangierte Waschmaschine noch weiterbetrieben werden können, erklärt Abfallpädagogin Isabella Bennewitz. Foto: Thomas Dorscheid

Sie hält bis zu 450 Jahre im Erdboden und überdauert damit Generationen. Die Rede ist von einer achtlos weggeworfenen Plastikflasche oder auch anderem Plastikmüll.

Wie schädlich es ist, wenn man Plastik achtlos in den Wald oder in die freie Landschaft wirft, erfahren Kinder auf der neuen Umweltbildungsstation des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB). Sie befindet sich auf dem Gelände der Deponie in Gaggenau-Oberweier, entstand in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Mittelbaden und wird nach den Sommerferien Kindern und Jugendlichen von Kindergärten und Schulen offenstehen.

Der AWB hat runde 55.000 Euro in diese neue Station investiert, sagt der Erste Betriebsleiter Jörg Peter bei der Vorstellung. „Umweltbildung ist eine gesetzliche Aufgabe.“ Quasi spielerisch wird vermittelt, wie man der Umwelt Gutes tun kann. Das Besondere: Bei den meisten Einrichtungsgegenständen dort handelt es sich um Wegwerfware, obwohl vieles noch sehr gut brauchbar ist: So wurden die Stühle und der Tisch, die auf der kleinen Anlage aufgestellt sind, ebenso aus dem Müll gefischt wie der Kübel, der jetzt als hübsches Blumenbeet dient.

Bis zu 15 Stationen werden angeboten

Auf bis zu 15 Stationen werden die Inhalte praxisnah vermittelt. Etwa beim Upcycling: Eine noch gar nicht so alte Waschmaschine steht als Sinnbild für die Aussage, dass viele Dinge nach einer Störung nicht gleich weggeworfen werden müssen, sondern repariert werden können.

Gleich daneben darf der Nachwuchs selbst Hand anlegen: Alte und nicht mehr benutzte Tassen werden bemalt und am Zaun aufgehängt – eine schicke Dekoration! „Strümpfe aus“ heißt es beim Barfußpfad: Dort fühlt man, wie sich Material wie Holz und Kies von alten Autoreifen oder Kork unterscheidet.

Die Kinder erleben hier etwas, die Themen sind greifbar und das bleibt dann auch hängen.
Karin Zettner, Sachgebietsleiterin Marketing und Vertrieb beim Abfallwirtschaftsbetrieb

Auch bisher schon bietet der AWB Workshops in Schulen an. „Mit der Umweltbildungsstation haben wir jetzt auch einen außerschulischen Lernort. Die Kinder erleben hier etwas, die Themen sind greifbar und das bleibt dann auch hängen“, erklärt Karin Zettner, die Sachgebietsleiterin Marketing und Vertrieb beim Abfallwirtschaftsbetrieb. Es geht nicht nur um Zuschauen und Zuhören, sondern es kann angepackt und angefasst werden.

Auch die Abfalltrennung ist ein Thema

Die Abfalltrennung bildet eine weitere Station; dort wird erklärt, was wohin gehört und gemeinsam werden die mittels Greifzange eingesammelten Abfälle gesichtet und der richtigen Mülltonne zugeordnet. An der Station „Ökologischer Fußabdruck“ wird unter anderem gefragt: Wie häufig wirfst Du Lebensmittel weg? Wie oft isst Du Fleisch und Wurst? Wie oft kaufst Du saisonales Obst und Gemüse?

Der Standort der neuen Umweltbildung neben dem Abfallberg auf der Deponie ist bewusst gewählt worden, zeigt er doch unmittelbar und anschaulich die Bedeutung von Abfallvermeidung.

Auf dem „Müllfriedhof“: Dort können die Kinder Abfall ausbuddeln, wie hier Denis Machein (Qualitätsmanagement Abfallwirtschaftsbetrieb). Sie erfahren dort, welchen Schaden Müll in der freien Landschaft anrichtet. Foto: Thomas Dorscheid

Recycling setzt auch der AWB selbst um: So erhält das alte und längst ersetzte Wiegemeisterhäuschen der Deponie ganz im Sinne der Weiterverwendung eine neue Aufgabe; im September wird es mit Hilfe von fünf Kindern aus dem Landkreis einen neuen Anstrich erhalten und zum künftigen Labor der Umweltbildungsstation ausgebaut. Dort können dann etwa Kompost oder Mikroplastikteile unter die Lupe genommen werden. Ist die Bedachung des Häuschens fertig, soll eine Solaranlage montiert werden.

Umweltbildungsstation zeigt Alternativen für alle

Die Umweltbildungsstation kommt nicht mit erhobenem Zeigefinger daher, sondern zeigt Alternativen auf, die jeder einzelne umsetzen kann: Für unterwegs muss es nicht die Einweg-Plastikflasche sein, besser ist eine stabile Trinkflasche.

Zum Einkauf kann man ein Obst- und Gemüsenetz mitnehem und spart damit Plastiktüten ein. Auch die Zahnpastatube ist inzwischen entbehrlich, es gibt Zahnpastatabs. „Schließlich erzeugt jede Familie in Deutschland jede Woche im Durchschnitt rund 4,6 Kilo Abfall“, weiß Abfallpädagogin Isabella Bennewitz, „und das ist aufs Jahr bezogen sehr viel“.

Service

Nach den Sommerferien öffnet die Umweltbildungsstation des Abfallwirtschaftsbetriebs Rastatt auf der Deponie in Gaggenau-Oberweier. Sie richtet sich vorrangig an Schulkassen und Kindergartengruppen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Rastatt, per Mail an awb@landkreis-rastatt.de oder telefonisch bei Isabella Bennewitz unter 07222/381-5515.

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