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Leerstand seit Dezember 2020

Gastronomie reicht für Betrieb nicht aus: Loffenauer Gemeindehalle auf dem Prüfstand

Häufig wechselnde Pächter und fehlende Einnahmen: Die Gemeindehalle in Loffenau steht auf dem Prüfstand. Eine Neukonzeption mithilfe einer Bürgerbeteiligung soll die Situation verbessern.

Großes Sorgenkind: In der Loffenauer Gemeindehalle haben die Pächter in den vergangenen Jahren regelmäßig gewechselt. Foto: Adrian Mahler

Die Loffenauer Gemeindehalle soll mithilfe einer Bürgerbeteiligung in den kommenden ein bis drei Jahren neu konzipiert werden. Das hat der Gemeinderat in Loffenau am Dienstagabend einstimmig beschlossen. Der Grund dafür ist, dass die Gemeinde eine erneute Verpachtung der dazugehörigen, leerstehenden Gaststätte für nicht rentabel hält.

„Der Gastronomie-Betrieb alleine reicht für den Betreiber nicht aus“, sagte Daniela Tamba, Leiterin des Fachbereichs Zentrale Dienste. Pächter seien wegen der hohen Nebenkosten auf regelmäßige Veranstaltungen in der Halle angewiesen, um durch deren Vermietung Einnahmen zu generieren.

Corona hat das zunehmend erschwert. Ende 2020 gaben die damaligen Pächter auf. Sie reihen sich in eine lange Liste wechselnder Pächter in den ehemaligen „Adlerstuben“ ein.

Tamba erklärte den Sachstand: „Die Einnahmen stehen in einem schlechten Verhältnis zu den laufenden Kosten.“ 2020 beliefen sich diese laut Tamba auf rund 63.000 Euro. Zudem sei die Gemeinde weit davon entfernt, die Investitionen in den Bau der Halle im Jahr 1973 sowie in den Umbau im Jahr 2001 zu amortisieren.

Ausbesserungen in Höhe von 14.500 Euro

„Größere Sanierungsmaßnahmen können nur angegangen werden, wenn es künftig konstantere Einnahmen gibt“, erklärte Tamba. In den kommenden drei bis fünf Monaten sollen dennoch mehrere Reparaturen und Ausbesserungen in der Gemeindehalle, der Pächterwohnung und der Gaststätte umgesetzt werden. Die Kosten dafür liegen bei 14.500 Euro.

Für mehrere Wortmeldungen sorgte die geplante Abtrennung der zwei angrenzenden Wohnungen von der Gastronomie. Tamba erklärte, dass in dem Wohnbereich etwa eine Flüchtlingsfamilie leben könne. Reiner Singer betonte dagegen, dass die künftige Nutzung noch nicht endgültig feststehe.

„Wir sollten jetzt nichts unternehmen, das wir später nicht mehr rückgängig machen können und dann bereuen“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler. Die Gemeinde dürfe sich in der Konzeption der Pächterwohnung nicht zu sehr einschränken. Schließlich seien dort auch Büroräume denkbar.

Gemeindehalle bleibt zunächst „Eventlocation“

Bürgermeister Markus Burger (parteilos) nahm das zur Kenntnis. Er berichtete, dass die Gemeindehalle nebenan zunächst Veranstaltern und Privatpersonen als „Eventlocation“ zur Verfügung stehe, bis die zukünftige Nutzung klar sei. Als Grundlage sollen Ideen und Wünsche der Loffenauer dienen. Die Bürgerbeteiligung ist in rund vier Monaten geplant, der genaue Ablauf ist aber noch nicht klar.

Wir sollten eine Firma zur Beratung heranziehen.
Reiner Singer, Sprecher der Freien Wähler

Wolfgang Reik sagte, dass die Gemeinde sich für die konkrete Umsetzung externe Unterstützung holen solle. Dem Fraktionssprecher von SPD und Aktive Loffenauer Bürger stimmte Reiner Singer zu: „Wir sollten eine Firma zur Beratung heranziehen, die Erfahrungen mit Bürgerbeteiligungen hat.“ Das sei ohnehin geplant, betonte Bürgermeister Burger. Die Verwaltung habe 2021 bereits rund 180 Stunden in die Neukonzeption der Gemeindehalle investiert – im Schnitt entspreche das rund sieben Stunden in der Woche und damit rund 18 Prozent einer Vollzeitstelle.

„Die Neukonzeption frisst viel Zeit, die eigentlich nicht zur Verfügung steht“, sagte Burger mit Blick auf die Überstunden in der Gemeindeverwaltung. Die Verwaltung will deshalb einen Berater für die Bürgerbeteiligung suchen und dem Gemeinderat Vorschläge zur Art der Umsetzung im Herbst vorlegen. In den sechs Monaten nach der Bürgerbeteiligung sollen Konzepte für die Halle ausgearbeitet und Kosten geschätzt werden.

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