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Einige Probleme sind immer gleich

Interviewer hören genau hin: Schulnoten für die Gaggenauer Innenstadt

Notenausgabe für das Angebot in Gaggenau: Meinungsforscher hörten sich bei den Bürgern um. Es gibt durchaus Vorschläge, was sich ändern sollte.

Meinungsumfrage
Fragen gestellt: Wie die Bürger mit der Situation in der Gaggenauer Innenstadt zufrieden sind, wollten die Meinungsforscher von Emergent Actio wissen. Foto: Lukas Gangl

Was fehlt der Gaggenauer Innenstadt? Um diese Frage zu beantworten, hat die Stadtverwaltung am Samstag eine Umfrage durch Meinungsforscher auf dem Marktplatz organisiert. In rund 20 Fragen konnten Bürger die Innenstadt in Gaggenau nach verschiedenen Kriterien bewerten. Die Benotung erfolgt dabei nach Schulnoten.

Die Fragen drehen sich im Wesentlichen um Themen wie die Bewertung der Attraktivität, des Angebots, oder um die Öffnungszeiten der Geschäfte, die Parksituation und die Erreichbarkeit sowie die Leerstände in der Stadt. „Unsere Arbeit ist ein bisschen wie ein Check-Up beim Arzt“, scherzt Ulrich Hartung, Geschäftsführer bei Emergent Actio, den beauftragten Meinungsforschern.

Einige Probleme in Städten seien wiederkehrend, trotzdem habe jede Stadt ihr eigenes Profil, so Hartung. Er und sein Team erstellen quasi eine Übersicht über die Stärken und Schwächen der Stadt sowie der Zusammensetzung des Publikums, aus der sich die Städte wiederum Erkenntnisse zur Verbesserung ihrer Innenstädte erhoffen.

Was passiert, wenn mehr Läden schließen?

Den Fragen der Meinungsforscher hat sich unter anderem Rita Schuhmacher aus Gaggenau gestellt. Insgesamt ist die 81-Jährige mit der Innenstadt zufrieden, jedoch macht sie sich Gedanken um den Einzelhandel: Was passiert, wenn noch mehr Läden schließen müssen? Noch würde sie zwar alles bekommen, doch der wachsende Internethandel und die daraus resultierende Unsicherheit für die stationären Händler bereiten ihr als Innenstadtbewohnerin Sorgen.

„Das Pflaster ist in einem katastrophalen Zustand, eine regelrechte Stolpergefahr“, findet Walter Hofmeister. Der Rentner aus Selbach erinnert sich noch an die Verkehrsbefragung und hofft, dass durch die Innenstadtbefragung mehr passiert.

Generell würde er sich auch mehr Parkplätze und eine bessere Qualität der Post wünschen. Insgesamt „reist einen das Angebot jetzt nicht vom Hocker“, dennoch ist der 66-Jährige zufrieden mit dem Zustand der Innenstadt.

Der Wunsch nach mehr Grün

Für mehr Flair durch Innenstadtbegrünung wünscht sich Andreas Kockler. Eigentlich wollte der 45-Jährige nur kurz Mehl holen gehen, an der Umfrage hat er trotzdem gerne teilgenommen. Schließlich sei es sinnvoll, dass die Stadtverwaltung das Potenzial der Innenstadt endlich erkennen und wahrnehmen wolle.

Einen klaren Kritikpunkt haben Claudia und Herbert Lauffenberger: Das Hotel gegenüber dem Murgana-Bad müsste dringend saniert und wiedereröffnet werden. Der historische Wert des Gebäudes müsse als Eye-Catcher in der Innenstadt herausgestellt werden, damit auch Reisende einen direkten Anlaufpunkt in der Stadt finden können.

Außerdem mangele es in der gesamten Stadt an Gasthäuser mit Nebenzimmern, die von Vereinen oder anderen Gruppierungen genutzt werden könnten.

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