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Meinung

von Thomas Dorscheid

Hilfe am Unfallort

Notfallkrisenteam ist ein wichtiger Lückenschluss

Das Notfallkrisenteam ist bei Unglücken für Zeugen und Hinterbliebene da. Damit schließt es wichtige Lücken am Unfallort und danach, kommentiert BNN-Redakteur Thomas Dorscheid.

Nach dem tödlichen Unfall am Gernsbacher Bahnhof war auch das Notfallkrisenteam im Einsatz. Foto: Manfred Fieting

Grundsätzlich sind hierzulande bei einem Unfall oder Unglück die Abläufe gut geregelt: Polizei und Feuerwehr sorgen für die notwendigen Maßnahmen an einer Einsatzstelle, Rettungsdienst und Notarzt übernehmen schnellstmöglich die medizinische Versorgung.

Soweit ist die Abfolge durchorganisiert – was aber ist mit denen, die Zeugen eines Unfalls geworden sind? Sie haben Bilder im Kopf, die sie nicht sehen wollten, die aber belastend werden können.

An dieser Stelle kommt das Notfallkrisenteam ins Spiel, das seine Unterstützung unter der Überschrift „Erste Hilfe für die Seele“ anbietet. Wenn man so will, ein wichtiger Lückenschluss am Unfallort oder auch in der Phase danach.

Notfallkrisenteam ist für Hinterbliebene da

Das Spektrum lässt sich noch erweitern. Grundsätzlich ist es die Polizei, die den Hinterbliebenen eine Todesnachricht überbringt. Wenig überraschend, dass dies bei den Ordnungshütern keine sehr beliebte Aufgabe darstellt; deshalb nehmen die Beamten oft und gerne die Helfer des Notfallkrisenteams an ihre Seite.

Wenn die Polizei die Wohnung verlässt, nehmen sich die NKT-ler noch die Zeit und stehen, so es gewünscht wird, in dieser schweren Stunde für Gespräche zur Verfügung. Die Trauer kann dem oder den Hinterbliebenen niemand abnehmen – aber darüber mit jemandem reden zu können kann sehr viel helfen.

Schon über ein Vierteljahrhundert gibt es inzwischen das Hilfsangebot des Notfallkrisenteams, das sich in dieser Zeit entwickelt und etabliert hat.

Dessen Ehrenamtliche, in Schichten rund um die Uhr eingeteilt, tragen ebenso wie die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Alarmmelder bei sich. Beider Engagement ist ein herausragendes Beispiel für den großen Stellenwert des Ehrenamts in unserer Gesellschaft und verdient höchste Anerkennung.

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