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Seit Ende April

Ehrenamtliche setzen in Gaggenau alte Geräte wieder in Gang

Das Team des Reparatur-Cafés des Seniorenrates in Gaggenau-Ottenau sieht sich nicht als Konkurrenz zu Handwerksbetrieben.

Zwei Männer vor einem geöffneten Schrank mit Ersatzteilen
Zufrieden über die bisherige Resonanz im Reparatur-Café des Seniorenrats Gaggenau zeigten sich Gerrit Große (rechts) und Herbert Asch Foto: Joachim Kocher

In mehreren Gemeinden im mittelbadischen Raum gibt es Reparatur-Cafés schon seit Längerem, in Gaggenau wurde eines am 29. April dieses Jahres durch den Seniorenrat eröffnet. Leiter des Reparatur-Café ist Herbert Asch.

Mit dem Reparatur-Café will der Gaggenauer Seniorenrat nachhaltigen Umweltschutz betreiben. Nach Aussage von Gerrit Große, Vorsitzender des Seniorenrates Gaggenau, wollte man schon vor zwei Jahren das Reparatur-Café eröffnen. „Doch dann kam Corona und bremste uns aus“.

Die bisherige Bilanz ist positiv, sagen der Leiter des Reparatur-Café Herbert Asch sowie Gerrit Große im BNN-Gespräch übereinstimmend. Im Team von Herbert Asch arbeiten neben seinem Stellvertreter Wolfgang Glasstetter weiteren 16 ehrenamtliche Fachleute. Hierbei handelt es sich um technikbegeisterte Freiwillige mit handwerklichem Geschick.

Anmeldung erforderlich

Zweimal im Monat hat das Reparatur-Café mittwochs ab 16.30 Uhr in der Alten Schule in Ottenau, Marxstraße 7 geöffnet. Herbert Asch machte im BNN-Gespräch deutlich, dass eine Reparatur nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung über dem eingerichteten Telefondienst unter Telefon (0 72 22) 98 83 59 oder per Mail an RepCafe_Gaggenau@online.de möglich ist.

Der Leiter des Reparatur-Cafés informierte auch darüber, dass von den bisher 100 eingegangenen Aufträgen 42 Reparaturen abgearbeitet sind. 50 Prozent der Reparaturen konnten erfolgreich zu Ende gebracht werden. Mit neun Geräten (21 Prozent) beschäftigte man sich erfolglos, die Wirtschaftlichkeit war nach Aussage von Asch nicht mehr gegeben.

Weitere zwölf Geräte (29 Prozent) können repariert werden. Bei der Beschaffung der notwendigen Ersatzteile hilft der Seniorenrat. Sobald die Ersatzteile vorrätig sind, wird ein neuer Termin vereinbart. „Aktuell haben die Mitarbeiter vom Reparatur-Café noch 48 Aufträge im Rohr. Wir sind daher bis Ende August ausgebucht und können daher erst ab September wieder neue Termine vergeben.“

Nur Kleingeräte werden repariert

Repariert haben die Experten des Seniorenrates in den vergangenen Wochen unter anderem zahlreiche Haushaltsgeräte, Fön, Wasserkocher und auch einen alten Plattenspieler aus den 50er Jahren. „Mit ein paar Tropfen Öl haben wir den Plattenspieler wieder zum Laufen gebracht.“

Aber auch einen Kassetten-Recorder, dessen Gummi-Antriebsstrang aufgrund der langen Laufzeit porös war und ausgetauscht wurde, funktioniere heute wieder problemlos. Zur Reparatur werden im Übrigen nur Kleingeräte angenommen, die man selbst transportieren kann.

Aufgrund der Auftragslage machen die Ehrenamtlichen des Reparatur-Café auch keine Sommerpause, sagt Große. Pro Auftrag rechnet Asch durchschnittlich mit einer Stunde Reparaturzeit. Fünf bis sechs Reparaturen können gleichzeitig durchgeführt werden. „Wir arbeiten pro Reparaturtag in zwei Schichten“. Die bisherigen Kunden kamen nach Aussage von Asch aus Gaggenau und dem Murgtal bis Weisenbach und Loffenau sowie Gemeinden aus der Rheinschiene.

Nachhaltiger Umweltschutz wird betrieben

„Wir als Seniorenrat wollen nachhaltigen Umweltschutz betreiben, dies war letztendlich auch der Grund, warum wir unser Reparatur-Café auf den Weg brachten“, war von Große hören.

Viele Gegenstände werden heutzutage schnell weggeworfen, obwohl ihnen mit einer kleinen Reparatur neues Leben eingehaucht werden kann. Zumeist sind es nur kleinere Ersatzteile, wie beispielsweise eine Thermosicherung, die nur wenige Cents kosten und an den Geräten ausgetauscht werden müssen, sagt Asch. „Mit einer Reparatur können wir nicht nur Ressourcen schonen und Müll vermeiden, sondern auch Geld und Energie sparen und Menschen somit eine Freude bereiten.“

Für die Reparatur wird keine Gebühr erhoben. Der Seniorenrat ist jedoch dankbar für Spenden, um den Betrieb des Reparatur-Cafés sicherstellen zu können. Herbert Asch machte im BNN-Gespräch auch deutlich, dass man sich nicht als Konkurrenz zum Handwerk sehe, sondern als Ergänzung in der Müllvermeidung.

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