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Neubau wäre doppelt so teuer

Sanierung der Holzbrücke in Gaggenau-Hörden kostet über eine halbe Million Euro

Die Sanierung der maroden, aber viel genutzten Flößerbrücke im Gaggenauer Stadtteil Hörden kostet insgesamt rund 550.000 Euro. Jedoch wird die Stadtkasse nicht in dieser Höhe belastet, es fließen Zuschüsse. Am Montagabend gab der Gemeinderat Gaggenau in der Jahnhalle einstimmig grünes Licht für die Maßnahme.

Gravierende Schäden: Die Flößerbrücke in Gaggenau-Hörden muss grundlegend erneuert werden. Die Gesamtkosten betragen rund 550.000 Euro. Foto: Slobodan Mandic

Die Arbeiten sollen Mitte August beginnen und dieses Jahr noch abgeschlossen werden. In dieser Zeit muss die Brücke voll gesperrt werde, eine Umleitung führt über die Hördener Landstraße. „Es wird wieder ein Schmuckstück“, versprach Oberbürgermeister Christof Florus in der Sitzung.

Rückblick: Bei einer Hauptprüfung im Dezember 2017 waren Schäden festgestellt worden, die mittels einer Sonderprüfung im November 2018 und einer „Objektbezogenen Schadensanalyse“ im Dezember 2018 weiter untersucht wurden. Dabei wurden laut Stadtverwaltung so gravierende Schäden gefunden, dass die Brücke sofort gesperrt werden musste.

Entsprechend groß fielen die Proteste vor allem in Hörden und Ottenau aus, denn die Verbindung wird von Radfahrern und Fußgängern rege genutzt. Hinzu kommt, dass sie Teil des überregionalen Radweges „Tour de Murg“ ist. Ohne die Brücke sind größere Umwege, vor allem über die Hördener Landstraße, erforderlich.

Grundsanierung notwendig

Die Proteste zeigten Wirkung: Im Rahmen der Bauwerksunterhaltung konnten einige Mängel abgestellt werden, sodass die Brücke zum Teil wieder für Fußgänger und Radfahrer freigegeben werden konnte – eine halbseitige Sperrung, wenn man so will. „Zur langfristigen Aufrechterhaltung der Verkehrswege ist jedoch eine grundlegende Instandsetzung der Flößerbrücke erforderlich“, heißt es in der aktuellen Sitzungsvorlage zu diesem Thema.

Fachfirma aus Niedersachsen erhält Auftrag

Eine Auslegung für eine höhere Belastung über Radfahrer hinaus, etwa für Dienstfahrzeuge, sei aber nicht notwendig. Zur Submission lagen nur zwei Angebote vor, wurde dem Gemeinderat am Montagabend mitgeteilt.

Den Auftrag erhielt die preisgünstigste Bieterin, eine Fachfirma aus Fresenburg/Niedersachsen, für rund 440.000 Euro (die Angebotssumme des zweiten Bieters betrug bereits knapp 505.000 Euro). Einschließlich der Ingenieurskosten betragen die Gesamtkosten der Maßnahme rund 550.000 Euro. Das sei immer noch weniger als die Hälfte von der Summe, die ein Neubau kosten würde, sagte Bürgermeister Michael Pfeiffer.

Neben dem Austausch aller schadhaften Bauteile wird auch ein konstruktiver Holzschutz nachgerüstet. Hierzu hatte das Ingenieurbüro verschiedene Varianten vorgeschlagen. Die erforderlichen Arbeiten waren Ende Mai öffentlich ausgeschrieben worden. Die Submission fand am 30. Juni statt. In seiner Schätzung hatte das Ingenieurbüro die Kosten für die notwendigen Sanierungsarbeiten auf rund 440.000 Euro beziffert– und lag damit genau bei der Summe des günstigsten Bieters.

Für Maßnahme fließen Zuschüsse

Zwei Zuschüsse entlasten den städtischen Haushalt: Die Maßnahme wird zum einen über den „kommunalen Sanierungsfonds für die Sanierung von Brückenbauwerken“ mit rund 192.600 Euro vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg gefördert.

Darüber hinaus wurde beim Landratsamt Rastatt eine zusätzliche Förderung („Radwegförderung des Landkreises“) in Höhe von 20 Prozent des durch Dritte (Land) nicht gedeckten Kostenanteils beantragt. Hierfür liegt zwar noch keine Bewilligung vor, aber ein vorzeitiger Baubeginn gilt als förderunschädlich.



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