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Stände gut besucht

Spargel-Verkauf in Gaggenau und Iffezheim trotzt Corona-Krise

Spargel setzt traditionell den Startschuss, wenn der Frühling für allerlei Köstlichkeiten aus der Heimat sorgt. Mit der ersten Ernte schießen traditionell auch die ersten Verkaufsstände in Gaggenau oder in Iffezheim aus dem Boden und trotzen jetzt auf ungewohnte Art der Corona-Pandemie.

VIELE KUNDEN schätzen es nach wie vor, sich an den örtlichen Verkaufsständen wie hier am Huber-Spargelstand in Ottenau zu versorgen. Foto: Krause-Dimmock Foto: Krause-Dimmock

Von Christiane Krause-Dimmock

Nein, Angst hätte ihr Stammpersonal deswegen nicht. Keiner sei abgesprungen, erklärt Sibylle Huber, die gemeinsam mit ihrem Mann dafür sorgt, dass Spargel und Erdbeeren aus Iffezheim nicht nur in lokale Lebensmittelmärkte gelangen sondern beispielsweise in Ottenau vor der Metzgerei Krug oder in Gernsbach am Marktplatz vom eigenen Verkaufsstand aus feil geboten werden. Ein echter Kraftakt, wie sich heraushören lässt. Desinfektionsmittel gehören zwar ohnedies zur Standardausstattung der Stände, doch in diesen Tagen wird auf Hygiene noch viel intensiver geachtet. „Wir hatten immer kleine Fläschchen an den Ständen zur Verfügung.“ Aus denen sind inzwischen längst große geworden.

Stände wurden wegen Corona-Krise umgerüstet

„Natürlich mussten wir auch unsere Stände umrüsten“, erzählt Sibylle Huber von den Plexiglasscheiben, die zum Schutz von Kunden, Mitarbeitern und Ware installiert wurden. Parallel setzte der Kampf um Mundschutzmasken ein, die nur schwer zu bekommen waren. „Aber das war uns natürlich wichtig, denn schließlich tragen wir große Verantwortung.“
Auch das Verhalten der Käufer habe sich verändert. So kämen nach wie vor die Kunden an die Stände, doch gerade viele ältere Menschen scheuen inzwischen den Weg nach draußen. „In solchen Fällen liefern wir natürlich auch nach Hause.“

Kunden halten sich an Ständen und im Hofladen an die Regeln

Bislang funktioniere der Verkauf an den Ständen reibungslos, ist sie voll des Lobes, was das Verhalten der Kunden betrifft. Auch im Hofladen halten sich alle strikt an die Auflagen. Diese besagen, dass maximal drei Personen gleichzeitig in dem kleinen Geschäft sein dürfen. Im Augenblick ist auch keine Selbstbedienung möglich. In seltenen Fällen erfordert dies ein wenig Aufklärungsarbeit. Doch werde das generell akzeptiert. „Wir haben auch sehr viele Anmeldungen von Erntehelfern“, berichtet sie von Kurzarbeitern und vor allem auch von vielen jungen Leuten, die sich einbringen wollen.

Wetter kommt den Spargelbauern entgegen

„Hier kommt uns sicher das Wetter entgegen.“ Denn bei Regen und Kälte sei die Erdbeerernte eine harte Prüfung. Und dennoch mag sie gar nicht über die zahlenmäßige Entwicklung nachdenken. Denn das Erdbeercafé muss etwa geschlossen bleiben. Die wirtschaftlichen Auswirkungen lassen sich nicht von der Hand weisen.

An den Verkaufsständen dagegen laufe gegenwärtig alles vergleichsweise rund. „Hier ist Stammpersonal im Einsatz und das ist eine große Erleichterung für uns.“ Wie das nun mit den Erdbeeren weitergehen wird, muss sich zeigen. Denn die sind schneller verderblich als Spargel. Da muss alles zügig ablaufen.

Auch bei der Firma Gehrer, deren Spargel ebenfalls im Murgtal feilgeboten werden, gibt es im Augenblick diesbezüglich noch keine Klagen. Wie es direkt an den Ständen und den Lebensmittlern aussieht, in denen Gehrer-Spargel angeboten wird, lässt sich schwer für Franziska Gehrer abschätzen. „Wir sind ja nicht direkt beteiligt.“ Im Hofladen liefe es allerdings sehr gut, singt sie ein Loblied auf ihre Kunden, die mit den veränderten Bedingungen sehr gut zurechtkommen. In großen Märkten, so schätzt sie, sei das sicher sehr viel stressiger.
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