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Gemeinderat verlängert Veränderungssperre

Stadt Gaggenau will Nachverdichtung im „Quartier westlich des Stadtparks“ mit Bebauungsplan steuern

Anstelle einer bestehenden Halle sollen ein Mehrfamilienhaus sowie zwei Reihenhauselemente entstehen. Doch für den Rest des Gebiets verlängert der Gemeinderat die Veränderungssperre.

Die Fläche westlich des Stadtparks ist frei geworden, als die Firma Holzbau Hurrle ihren Betrieb nach Ottenau verlegt hat. Die interessante Lage lockte Investoren an. Foto: Slobodan Mandic

In der Gaggenauer Innenstadt wird derzeit an mehreren Stellen gebaut: Am 17. Dezember 2018 hat der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Quartier westlich des Stadtparks“ zwischen Luisen-, Max- und Viktoriastraße gefasst, und gleichzeitig eine Veränderungssperre für den Geltungsbereich erlassen.

Auslöser war die freiwerdende Fläche durch die Betriebsverlagerung der Firma Holzbau Hurrle nach Ottenau. Aufgrund der Lage wurden Investoren aufmerksam, die eine Entwicklung der Fläche beabsichtigten und eine Bebauung mit Mehrfamilienhäusern anstrebten.

Im Flächennutzungsplan ist das Quartier zwar als gemischte Baufläche dargestellt, doch es bietet sich auf Grund seiner noch zentralen Lage sowie dem angrenzenden Stadtpark beziehungsweise den angrenzenden Wohngebieten an, mittel- bis langfristig in Richtung Wohnen entwickelt zu werden.

Auch kleinere Gebäudeformen sollen möglich sein

Dies ist nach Aussage von Lisa Niegel vom Stadtplanungsamt auch die Planvorstellung der Stadt. Dabei sollen Mehrgeschosswohnungsbauten, die Gebäudegrößen im Umfeld der Viktoriastraße aufgreifen, aber auch kleinere Gebäudeformen möglich sein.

Durch den Verkauf einer Teilfläche an einen Investor erfolgte eine schnelle Überplanung dieses Bereiches. So konnte dem Gemeinderat am 22. Juli 2019 die Zustimmung zur Erteilung einer Ausnahme von der Veränderungssperre für vier Bauanträge (Abbruch einer bestehenden Halle, Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit elf Wohneinheiten und einer Tiefgarage, sowie zwei Reihenhauselemente) vorgeschlagen werden.

Dieser stimmte der Gemeinderat zu, sodass eine Baugenehmigung erteilt wurde. Im September 2020 wurde schließlich mit den Bauarbeiten begonnen.

Ich will keinen Ärger, fühle mich aber von der Stadt im Stich gelassen.
Gerhard Stefan, Autohaus Stefan

Insbesondere das angrenzendes Autohaus Stefan befürchtet durch das Wohnbauprojekt Einschränkungen und lehnt das Mehrfamilienhaus, das von der Firma Konzok realisiert wird, kategorisch ab. „Ich will keinen Ärger, fühle mich aber von der Stadt im Stich gelassen“, sagte Gerhard Stefan vor einiger Zeit im BNN-Gespräch.

Nach Aussage von Lisa Niegel umfasst der Geltungsbereich des Bebauungsplanes eine größere Fläche als den Bereich, welcher aktuell überbaut wird. Für diese Flächen besteht im Sinne einer städtebaulich verträglichen Entwicklung des Gesamtquartiers weiterhin das Planungsziel einer aktiven Steuerung der Nachverdichtung.

Deshalb ist es weiterhin erforderlich einen Bebauungsplan aufzustellen. Durch diesen kann eine maßvolle Entwicklung im Quartier ermöglicht werden.

Des Weiteren wird angestrebt, aufgrund des Parkdrucks eine Erhöhung der Stellplatzverpflichtung für zukünftige Bauvorhaben festzusetzen und die wegen der dichten Bebauung nur noch wenig vorhandenen Grünflächen zu sichern.

Um diese Ziele zu realisieren schlug die Stadtverwaltung eine Verlängerung der bestehenden Veränderungssperre vor, der durch den Gaggenauer Gemeinderat einstimmig zugestimmt wurde.

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