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Preisexplosion durch Corona und Ukraine-Krieg

Stadt Gaggenau übernimmt weitere Kosten für das neue Murgstadion

Mit großem ehrenamtlichem Einsatz versucht die Sportvereinigung Ottenau die Kosten für das neue Stadion zu drücken. Trotzdem wird das Projekt immer teurer.

Start zu Lauf
Die Sportanlagen in Ottenau sind seit dem Herbst 2022 nach und nach wieder nutzbar, so wie hier beim Jakob-Scheuring-Lauf im Sommer. Fertig ist der Umbau aber noch nicht. Foto: Joachim Kocher

Es hat lange gedauert, doch pünktlich zu Weihnachten hat die Stadt der Sportvereinigung Ottenau doch noch ein Geschenk gemacht: Sie gibt erneut einen Investitionskostenzuschuss für das neue Murgstadion und unterstützt das Projekt mit weiteren 4.100 Euro.

Stadt übernimmt knapp 90.000 Euro

„Wir freuen uns sehr“, sagt Manfred Striebich, Vorsitzender der Sportvereinigung, der die Abstimmung des Gemeinderats vor Ort verfolgt hat. Denn obwohl im Oktober 2021 begonnen und zum 100-Geburtstag 2022 genutzt – ganz fertig ist das neue Murgstadion nach wie vor nicht. Und damit gibt es auch noch keine endgültige Schlussrechnung.

Ursprünglich rechnete die Sportvereinigung mit rund 860.000 Euro Kosten für den Umbau. „Aber die Realisierung ist genau in den Zeitraum der Corona-Pandemie und den Beginn des Ukraine-Krieges gefallen“, erklärt Striebich. Wie überall hätten sich dadurch auch beim Murgstadion die Kosten deutlich nach oben entwickelt. „Besonders stark hat uns diese Entwicklung bei den Materialkosten getroffen.“

Besonders stark hat uns diese Entwicklung bei den Materialkosten getroffen.
Manfred Striebich
Vorsitzender der Sportvereinigung Ottenau

Mit einem Zuschuss in Höhe von zehn Prozent unterstützt die Stadt Gaggenau ihre Sportvereine laut der aktuellen Sportförderrichtlinien bei Investitionen. Entsprechend genehmigte der Gemeinderat im Oktober 2021 85.600 Euro zur Förderung des Umbauprojekts. Mit den zusätzlichen 4.100 Euro beläuft sich der städtische Zuschuss auf knapp 90.000 Euro.

Insgesamt wird der Umbau nach jetzigem Stand etwa 900.000 Euro teuer werden, bestätigt Manfred Striebich. Es hätten sogar noch 15.000 Euro mehr sein können: Der ursprüngliche Antrag des Vereins auf einen Zuschuss belief sich noch auf rund 55.000 Euro. In Verhandlungen zwischen Stadt und Verein gelang es, die Kosten zu reduzieren.

Das werde auch durch den großen Einsatz der Vereinsmitglieder möglich, sagt der Vorsitzende. Mehr als 15.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden seien inzwischen geleistet worden. „Wären die von Fachfirmen übernommen worden, wären für jede Stunde sicher 50 Euro angefallen, also 750.000 Euro mehr“, rechnet er vor. „Und selbst wenn man nur die Hälfte davon nimmt, kämen immer noch 375.000 Euro zusammen.“

Zuschuss hängt an den Sportförderrichtlinien

Neben den 90.000 Euro von der Stadt hat der Verein eine Förderung des Badischen Sportbunds in Höhe von 220.000 Euro erhalten. Den Rest stemmt er aus Ersparnissen und einem Kredit über 400.000 Euro. Und weiteren ehrenamtlichen Arbeitsstunden: Noch sei der Parkplatz bei der Sportgaststätte noch nicht fertig und der Weg am neuen Kunstrasenplatz zum Murgdamm müsse noch fertiggestellt werden.

Eventuell kann die Sportvereinigung sogar auf eine noch größere Unterstützung der Stadt hoffen: Sollte die ihre Sportförderrichtlinien im kommenden Jahr überarbeiten und die Zuschüsse erhöhen, würde auch die Sportvereinigung nachträglich davon profitieren.

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