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Trockenheit und Dürre

Trinkwasserversorgung in Gaggenau und Gernsbach ist trotz langer Trockenheit gesichert

Die Niederschläge waren auch im Murgtal in den vergangenen Jahren zu gering. Die Brunnen haben ein sehr niedriges Niveau. Trotzdem sehen die Leiter der Stadtwerke in Gaggenau und Gernsbach keine Gefahr für Engpässe in der Trinkwasserversorgung des Murgtals.

Beliebt bei den Bürgern: An den aus Quellwasser gespeisten Kaffeewasserbrunnen in Gernsbach, hier die Scheffelstraße, befüllen oft „Kunden” aus der ganzen Region ihre Flaschen und Kanister. Foto: Hans-Jürgen Collet

Trotz anhaltender Trockenheit und Dürre darf die Trinkwasserversorgung in Gaggenau und Gernsbach als gesichert gelten. Dies betonen die Stadtwerke Gaggenau und Gernsbach auf BNN-Nachfrage. Dies gelte auch für die Gernsbacher Stadtteile Reichental und Lautenbach, die ausschließlich aus eigenen Gewinnungsanlagen mit Quellwasser versorgt werden und die nicht im Verbund mit den anderen Versorgungsgebieten stehen.

Auch bei den sehr beliebten Kaffeewasserbrunnen in Gernsbach, an denen sich oft „Kunden“ aus der ganzen Region ihre Kanister füllen, muss der Hahn nicht abgedreht werden. Eine Einschränkung gibt es aber: Bei einer weiteren Verschärfung der Situation müsste der Kaffeewasserbrunnen in Scheuern, welcher aus Lautenbach gespeist wird, abgestellt werden.

Brunnen fördern in der Tiefe

Paul Schreiner, Leiter der Stadtwerke Gaggenau, weist auf BNN-Nachfrage daraufhin, dass die Grundwasserstände im Rheintal und damit auch bei den von den Stadtwerken Gaggenau und dem Wasserversorgungsverband (WVV) betriebenen Brunnen aufgrund der geringen Niederschläge in den letzten Jahren ein sehr niedriges Niveau haben.

„Allerdings gefährdet der aktuelle Grundwasserstand nach den derzeitigen Erkenntnissen noch lange nicht die Sicherstellung mit Wasser in den von den Stadtwerken Gaggenau versorgten Gemeinden, da die Brunnen ihr Wasser deutlich unter dem allgemeinen Grundwasserspiegel fördern.“ Unabhängig hiervon gelte das allgemeine Gebot zum sparsamen Umgang mit Wasser ganz besonders in dieser heißen Zeit, appelliert Schreiner an die Verbraucher.

Es ist immer wichtig, wenn alle mit der Ressource Wasser verantwortungsvoll umgehen.
Sean Allen Brent Leiter der Stadtwerke Gernsbach

Auch Sean Allen Brent, Werkleiter der Stadtwerke Gernsbach, zeigt sich zuversichtlich: „Gernsbach ist bei der Wasserversorgung gut aufgestellt und wird eventuelle Engpässe gut auffangen können. Darüber hinaus ist es aber auch grundsätzlich immer wichtig und richtig, wenn alle mit der Ressource Wasser verantwortungsvoll umgehen.“

Generell seien die Grundwasserstände niedrig und die Quellschüttungen merklich zurückgegangen. Die Stadt Gernsbach deckt Ihren Wasserbedarf aus eigenen Gewinnungsanlagen wie auch über den Wasserversorgungsverband. Derzeit seien keine Einschränkungen in der Belieferung durch den Verband zu erwarten.

Keine Wasserengpässe: Trotz niedriger Grundwasserstände ist die Versorgung gesichert, betonen die Stadtwerke Gaggenau. Denn die Brunnen fördern ihr Wasser deutlich unter dem allgemeinen Grundwasserspiegel. Foto: Thomas Dorscheid

Gernsbach nutzt mehrere Wege

Gernsbach bezieht rund 2.500 Kubikmeter täglich vom WVV. Neben den Gewinnungsanlagen des Verbandes in Rastatt-Förch tragen die Stadtwerke Gaggenau zu einem erheblichen Teil zur Sicherung der Versorgung auch in Gernsbach bei.

Werkleiter Brent sagt: „Durch den Bezug über den Wasserversorgungsverband kann die Wasserversorgung in den Versorgungsgebieten Staufenberg und Kelterberg als stabil und gesichert angesehen werden. Technisch wäre eine Vollversorgung des Versorgungsgebietes Staufenberg durch den Verband möglich.“

Für die Stadtteile Reichental und Lautenbach, die jeweils zu 100 Prozent aus eigenen Gewinnungsanlagen versorgt werden und die nicht im Verbund mit den anderen Versorgungsgebieten stehen, geht der Werkleiter der Stadtwerke Gernsbach von einer weiterhin gesicherten Versorgung aus. Allerdings müsste bei einer weiteren Verschärfung der Situation der Kaffeewasserbrunnen in Scheuern, der von Quellen in Lautenbach gespeist wird, abgestellt werden.

Bad Herrenalb sperrt Brunnen

Anders sieht es in der Nachbarstadt Bad Herrenalb aus: Dort haben sich die Stadtwerke entschlossen, zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in den Ortsteilen dort die öffentlichen Brunnen außer Betrieb zu nehmen. Begründet wurde dies mit den zuletzt hohen Temperaturen und dem Mehrverbrauch aufgrund des Urlaubs zuhause; deshalb habe der Trinkwasserverbrauch Spitzenwerte erreicht.

Die lange trockene Phase hat auch an anderer Stelle Auswirkungen: Das Umweltamt des Landratsamtes Rastatt hat die Einwohner des Landkreises gebeten, aus Flüssen und Bächen kein Wasser mehr zu entnehmen. Die nur geringen Niederschläge und hohen Lufttemperaturen haben dazu geführt, dass die Fließgewässer zum Teil nur noch wenig Wasser führen.

Wenig Wasser in Bächen

Einzelne lokale Schauer verbessern das Wasserniveau der Gewässer nicht nachhaltig, so das Umweltamt. Gemäß den Wettervorhersagen sei auch weiterhin nicht mit größeren Niederschlagsmengen, die zu einer Entspannung der Niedrigwassersituation und Erholung der Gewässer beitragen können, zu rechnen.

Das Umweltamt sagt: „Die geringe Wasserführung und die hohen Wassertemperaturen bedeuten Stress für Fische und aquatische Kleinlebewesen und erschweren deren Lebensbedingungen. Führen die Bäche nicht ausreichend Wasser, wird zudem die Selbstreinigungskraft der Gewässer vermindert.”

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