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Nachbargemeinden befürchten Lärmbelästigung

Trotz Anwohner-Protest: Regionalverband stimmt Firmenausbau in Gaggenau zu

Die Erweiterung des Industriegebiets „Holderwäldele“ in Gaggenau-Bad Rotenfels ist umstritten. Anwohner der Nachbargemeinden befürchten dadurch eine erhöhte Lärmbelästigung. Die Stadt Gaggenau sieht das anders. Rückenwind erhält sie nun vom Regionalverband.

Die Firma Gerhard Lang Recycling will im Bad Rotenfelser Industriegebiet expandieren. Die Nachbargemeinden Bischweier und Kuppenheim sehen das Vorhaben kritisch. Foto: Mandic

Der Planungsausschuss des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein hat der Erweiterung des Industriegebiets „Holderwälderle“ in Bad Rotenfels zugestimmt. In seiner Stellungnahme betont er allerdings die Notwendigkeit eines ausreichenden Lärmschutzes für die Anwohner.

Das Vorhaben ist umstritten: Die Gaggenauer Nachbargemeinden Bischweier und Kuppenheim lehnen es ab. Bürger befürchten eine erhöhte Lärmbelastung.

Die Firma Gerhard Lang Schrott- und Metallrecycling will ihre Firmenfläche von 70.000 auf 117.000 Quadratmeter erweitern. Vorgesehen sind eine Halle für Lkw, ein Abstellplatz für Container und eine Verladehalle mit zwei Bahngleisen. Darüber hinaus sind ein neues Betriebsgebäude und weitere Mitarbeiterparkplätze an der K3737 geplant.

Lärmschutz ist Knackpunkt

Der Betrieb erfasst und recycelt Metallabfälle der Industrie und liefert die dabei gewonnenen Rohstoffe an Schmelzbetriebe. „Wir waren in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich“, sagte Geschäftsführer Martin Lang gegenüber den BNN. „Die bestehenden Flächen sind ausgeschöpft.“

Weil für das Vorhaben auf insgesamt 2,7 Hektar der Flächennutzungsplan geändert werden muss, kommt der Regionalverband ins Spiel. Der neue Grundstückteil soll über den Hühnergraben hinweg in Richtung Bischweier entstehen. Deshalb muss die dort befindliche Annahmestelle für Grünschnitt weichen.

Die bestehenden Flächen sind ausgeschöpft.
Martin Lang, Geschäftsführer Recycling Lang

Der Regionalverband hatte bereits im Vorfeld seiner Sitzung am Mittwoch in Ettlingen seine Zustimmung zur Planung signalisiert, weist allerdings in seiner Stellungnahme auf die Belange der Anwohner hin.

Darin heißt es: „Es sollte das Ziel sein, den Lärmschutz sowohl für die Wohnbevölkerung von Bischweier und Kuppenheim als auch von Gaggenau zu gewährleisten.“

Kritik aus Bischweier und Kuppenheim

Der Regionalverband schließt sich der Haltung der Gemeinden Kuppenheim und Bischweier an, die diese Fragstellung nicht erst in einem Genehmigungsverfahren, sondern im Bebauungsplanverfahren betrachtet wissen wollen.

Die Gaggenauer Stadtverwaltung sieht in dem Vorhaben kein Problem und verweist darauf, dass das nächste Wohngebiet mehr als 300 Meter entfernt sei. „Aufgrund der Planung sind keine unzulässigen Beeinträchtigungen der Wohnlagen hinsichtlich Lärmschutz, Gesundheit und Wohnwert zu erwarten“, teilt die Stadt mit.

Wenn die Schrottschere das Metall fallen lässt, stehst du senkrecht im Bett.
Robert Wein, Bürgermeister der Gemeinde Bischweier

Dagegen fürchten 47 Bürger aus Kuppenheim-Oberndorf um ihre Lebensqualität. Sie kritisierten die Erweiterungspläne in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Auch in Bischweier herrscht Skepsis. „Wenn morgens die Schrottschere das Metall in die Eisenbahnwaggons fallen lässt, stehst du senkrecht im Bett“, sagt Bürgermeister Robert Wein. Er weist darauf hin, dass die Lärmbelastung bereits jetzt „an einigen Stellen im Grenzbereich“ liege.

Bischweiers Bürgermeister Robert Wein warnt vor der Lärmbelästigung durch die Erweiterung des Bad Rotenfelser Industriegebiets. Foto: Hans-Jürgen Collet

Gemeinderat begrüßt Erweiterung

Aktuelle Lärmprognosen zeigen allerdings, dass die Erweiterung „zu einer Verbesserung der Tag-Lärmwerte an den Immissionsorten führen würde“ – weil auf dem neuen Areal geschlossene Hallenwände und der Einsatz von schalldämmenden Bauteilen vorgesehen seien.

In Gaggenau gibt es nur noch wenige unbebaute Gewerbe- und Industrieflächen. Dem steht eine hohe Nachfrage gegenüber. CDU, Freie Wähler, SPD, FDP und AfD haben dem Bebauungsplan im Gemeinderat zugestimmt.

Die Grünen sprachen sich dagegen aus. „Es handelt sich um eines der ökologisch wertvollsten Gebiete in Gaggenau“, sagte Sprecher Eric Peplau, „das sollten wir nicht opfern.“

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