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Umfrage zu Terminvergabe und Risiken

Corona-Impfung weckt bei Bürgern in Gaggenau Hoffnungen

Am 27. Dezember haben die Corona-Impfungen in Deutschland begonnen. Wie Menschen in Gaggenau die Priorisierung bei der Terminvergabe bewerten, wie sie Impfrisiken bewerten und ob sie sich impfen lassen wollen, berichten sie im Gespräch mit den BNN.

Gisela Linder würde sich wünschen, dass die arbeitende Bevölkerung früher geimpft würde. Foto: Elena Fritz

Der lange herbeigesehnte Impfstoff gegen das Corona-Virus ist da. Am 27. Dezember sind in Deutschland die ersten Menschen geimpft worden. Die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität ist auch im Murgtal spürbar. Bei einer Umfrage in Gaggenau äußern sich die Menschen gegenüber den BNN überwiegend positiv zum Thema.

Gisela Linder findet es richtig, zunächst alte und gefährdete Menschen zu impfen, ist aber gleichzeitig auch um die Wirtschaft besorgt. Die 77-Jährige hält es für bedenklich, dass die arbeitende Bevölkerung erst so spät geimpft wird. Gleichzeitig zweifelt sie daran, dass der Impfstoff in ausreichender Menge und Schnelligkeit geliefert werden kann.

Sie bleibt aber optimistisch und hofft, „dass alles schnell durchgezogen werden kann und es bis im Sommer ein Ende geben wird“. Auf die Frage, ob sie sich impfen lassen möchte, sobald es geht, antwortet sie ohne zu zögern: „Ja, natürlich.“ Über zu viel Druck, sich impfen zu lassen, oder gar eine „Impfpflicht durch die Hintertür“ macht sie sich keine Sorgen.

Es ist wichtig, die Menschen, die beruflich viele Kontakte haben, früh zu impfen.
Féline Kalmbacher, 25

Auch Féline Kalmbacher (25) ist damit einverstanden, dass die Risikogruppen zuerst geimpft werden. Sie betont, dass neben dem medizinischen Personal auch die pädagogischen Fachkräfte einem hohen Risiko ausgesetzt sind. „Es ist auch wichtig, die Menschen, die beruflich viele Kontakte haben, früh zu impfen.“

In Bezug auf die Erfolgsaussichten der Impfung ist sie sich noch unsicher: „Es ist schwer zu sagen, wie gut es funktionieren wird, weil es so viele unterschiedliche Meinungen gibt.“ Bis sie an der Reihe ist, will sie die Berichterstattungen zu den Folgen der ersten Impfungen verfolgen und sich auf dieser Basis entscheiden. „Wenn ich überzeugt bin, dass es zu meiner eigenen Sicherheit beiträgt, werde ich mich auf jeden Fall impfen lassen.“

Wie viel Druck zur Impfung auf die Bevölkerung aufgebaut werden sollte, findet sie schwer zu sagen. Es gehe schließlich „sowohl um den eigenen Schutz als auch um den der anderen.“ Sie selbst kennt niemanden, der bereits geimpft wurde.

Die älteren Menschen werden ein Stück weit allein gelassen.
Hans Großmann, 55

Nicht ganz einverstanden mit der Priorisierung ist Hans Großmann (55): „Ich finde es gut, dass zuerst Ärzte und Pflegepersonal geimpft werden. Aber dann sollten auch bald andere arbeitende Leute, die viel Kundenkontakt haben und viel unterwegs sind, geimpft werden, da die schließlich das System am Laufen halten.“

Heimbewohner könnten auch durch Isolierung und Schnelltests geschützt werden. Er glaubt zwar, dass sich genügend Menschen impfen lassen würden, zweifelt aber an der Ausführung. Aufgrund der Lieferschwierigkeiten glaubt er nicht, dass bis zum Sommer 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sein werden.

Hans Großmann hat Zweifel an der Ausführung der Impfungen. Foto: Elena Fritz

Ein weiteres Problem sieht er bei der Anmeldung für die Impfung, die gerade für alte Menschen, die nicht in Heimen leben, schwierig ist. Mangelnde digitale Kompetenz und überlastete Telefon-Hotlines erschweren den Prozess. „Die allein lebenden älteren Menschen werden ein Stück weit allein gelassen“, findet der Gaggenauer.

Dass durch Restaurants und andere Dienstleister Druck aufgebaut wird, sich impfen zu lassen, hält er für wahrscheinlich, aber auch gerechtfertigt. „Ich bin zwar gegen eine offizielle Impfpflicht, aber man kann es einer Fluggesellschaft nicht verwehren, wenn sie nur geimpfte Leute an Bord nimmt.“ Er selbst wird sich impfen lassen.

Die, die sich nicht impfen lassen wollen, werden sich auch nicht impfen lassen.
Julia Eggerden, 26

Julia Eggerden (26) hält die Priorisierung für gut und wird sich auch auf jeden Fall selbst impfen lassen, sobald sie an der Reihe ist. Sie hofft, dass genügend andere Menschen das auch tun werden, glaubt aber nicht, dass Impfskeptiker dazu gedrängt oder gar gezwungen werden. „Die, die sich nicht impfen lassen wollen, werden sich auch nicht impfen lassen.“

Irene Siebert will sich selbst bald impfen lassen. Foto: Elena Fritz

Ähnlich sieht das auch Irene Siebert. Die 78-Jährige ist mit der Handhabung der Impfungen einverstanden und will sich auch selbst bald impfen lassen. Außer ein paar Restzweifeln zur Wirksamkeit des Impfstoffs ist sie optimistisch und blickt dem Prozess gelassen entgegen: „Ich lasse das alles auf mich zukommen.“ Sie hat Vertrauen in die Entscheidungsträger und hofft auf eine baldige Rückkehr zur Normalität.

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