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Eingeschränkte Öffnungszeiten wegen Corona

Vemeidbare Behördengänge? So digital sind die Rathäuser im Murgtal

Wegen der Corona-Pandemie haben viele Rathäuser nur noch eingeschränkte Öffnungszeiten. Lassen sich wichtige Behördengänge durch digitale Bürgerdienste vermeiden?

Digitales Rathaus: Die Stadt Gaggenau will ihren Bürgern weitere Online-Dienstleistungen anbieten. Foto: Achim Keiper

Viele Menschen reduzieren wegen der Corona-Pandemie ihre persönlichen Kontakte. Einige Rathäuser haben nur noch eingeschränkte Öffnungszeiten. Lassen sich wichtige Behördengänge durch digitale Bürgerdienste vermeiden? Ein Überblick aus dem Murgtal zeigt: Nicht ganz.

Die Stadt Gaggenau hat auf ihrer Homepage Formulare hinterlegt, die bei ihr eingereicht werden können – darunter Anträge auf Gewerbeanmeldung, für einen Parkausweis oder einen Waffenschein. Allein: Sie lassen sich zwar am PC ausfüllen, müssen aber meist persönlich abgegeben werden.

Bürger-App in Gaggenau

„Aufgrund bestehender Rechtsvorschriften können wir Ihnen den Behördengang noch nicht in allen Fällen ersparen“, teilt die Stadt hierzu mit. Dabei ist sie für digitale Lösungen nach eigenem Bekunden durchaus offen. „Wir hatten eine Zeit lang eine Online-Terminvereinbarung, die kaum angenommen wurde“, berichtet Pressesprecherin Judith Feuerer.

Dagegen sei das Interesse an der Online-Anmeldung für Kindergartenplätze wesentlich größer. Auch die Bürger-App, die vor zwei Jahren eingeführt wurde, komme bei der Bevölkerung gut an. Sie soll die Kommunikation zwischen den Einwohnern und der Stadtverwaltung erleichtern. „Mittlerweile haben wir fast 3.000 Nutzer“, erzählt Feuerer.

Nach ihren Angaben stehen vor allem der Schadensmelder und der Veranstaltungskalender hoch im Kurs. Eltern von kleinen Kindern nutzen die App auch, um mit den Kindergärten in Kontakt zu bleiben.

Die Stadt ist dabei, dass Dienstleistungen online abgewickelt werden können.
Judith Feuerer, Pressesprecherin Stadt Gaggenau

Dies bewähre sich gerade in der Corona-Krise, so Feuerer, weil die Eltern via App schnell über die aktuelle Lage informiert würden. Die App wird kontinuierlich erweitert – zuletzt vor zwei Wochen um ein Umfragemodul.

„Die Stadt ist dabei, dass über das Landesportal Service-BW sukzessive Dienstleistungen online abgewickelt werden können“, kündigt Feuerer an.

„Ein wesentlicher Baustein ist ein E-Payment-Verfahren, das voraussichtlich Anfang 2021 zur Verfügung steht.“ Damit könnten Dienstleistungen online bestellt und bezahlt werden.

Ausweisterminal in Gernsbach

Ein weiterer Schritt könnte laut Feuerer die Einbindung von Online-Anträgen in Fachverfahren sein, „sodass eine schnellere Bearbeitung erfolgt.“

Noch in diesem Jahr sollen Vereine und Gruppen die Möglichkeit erhalten, ihre Veranstaltungen ganzjährig für die Homepage eintragen zu können. „Über diese Online-Anmeldung können wir alle Termine in den städtischen Veranstaltungskalender aufnehmen und auf verschiedenen Medien ausspielen“, erklärt Feuerer.

Auch die Stadt Gernsbach geht mit der Zeit: Nach Angaben von Pressesprecherin Nicoletta Arand soll noch in diesem Jahr ein Ausweisterminal geliefert und installiert werden.

Dann könnten Dokumente wie der beantragte Personalausweis oder der Reisepass an einem Terminal neben dem Rathaus abgeholt werden – kontaktlos und rund um die Uhr. Weitere Details will die Stadt mit der Inbetriebnahme erläutern.

Wie in der Nachbargemeinde Loffenau finden sich auf der Gernsbacher Homepage Formulare, Informationen zu wichtigen Alltagsfragen und ein digitales Fundbüro.

Eine vollständige Online-Erledigung klassischer Behördengänge ist noch nicht möglich.
Margit Karcher, Hauptamtsleiterin der Gemeinde Forbach

Die Digitalisierung des Rathauses ist auch in Weisenbach ein Thema, wie Bürgermeister Daniel Retsch betont. Auf ihrer Internetseite können sich die Bürger unter verschiedenen Begriffen über Behördenangelegenheiten informieren.

Zusätzlich steht ihnen ein virtuelles Bürgerpostfach zur Verfügung, über das sie mit der Gemeinde kommunizieren können. „Diese Möglichkeiten werden rege in Anspruch genommen“, berichtet Retsch.

Wie Gaggenau will auch die Gemeinde Weisenbach demnächst ein Online-Bezahlverfahren einführen, „damit ein persönliches Erscheinen grundsätzlich nicht mehr erforderlich sein wird.“

Neue Homepage in Forbach

In Forbach sieht man hingegen noch Nachholbedarf. „Der Ausbau digitaler Bürgerangebote in unserer Gemeinde kann mit den teilweise schon sehr umfangreichen Angeboten großer Städte nicht Stand halten“, räumt Hauptamtsleiterin Margit Karcher ein.

Mit der neuen Homepage, die Anfang November an den Start geht, soll sich das nach und nach ändern. Laut Karcher lag der Fokus bei der Konzeption zunächst auf der Nutzung mobiler Endgeräte und der Barrierefreiheit für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Bald Vergangenheit: Die Gemeinde Forbach tauscht ihre verstaubte Homepage im November gegen eine neue aus. Foto: Dominic Körner

Der Besucher werde im Wesentlichen die Inhalte und Funktionen der bisherigen Homepage wiederfinden – „allerdings in einem moderneren, übersichtlicheren und komfortabler zu bedienenden Aufbau.“

Eine vollständige Online-Erledigung klassischer Behördengänge sei derzeit allerdings nicht möglich, so Karcher, „teilweise auch aufgrund gesetzlicher Vorgaben.“

Online-Formulare könnten die Behördentermine indes erleichtern. Vollständig online verfügbar sind das Fundbüro, der Veranstaltungskalender und ein Tourenplaner für Ausflügler.

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