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Metaller bauen Druck auf

Was die IG-Metall in Gaggenau zum aktuellen Tarifkonflikt sagt

Die Gewerkschaft IG Metall startet in der Region eine rund dreiwöchige Warnstreikwelle und droht mit einem Ultimatum. Was ist der Stand der Dinge? Wir haben nachgefragt.

Die 1. Bevollmächtigte der IGM-Verwaltungsstelle Gaggenau Claudia Peter und ihr Vize Bodo Seiler.
Die Forderung: Die erste Bevollmächtigte der IGM-Verwaltungsstelle Gaggenau, Claudia Peter, und ihr Vize Bodo Seiler zeigen das Angebot. Foto: Foto: Joachim Kocher

Am vergangenen Freitag lief die Friedenspflicht im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie aus. Bisher fanden drei Tarifverhandlungen statt, die letzte am vergangenen Donnerstag in Böblingen.

Wie beim Pressegespräch der IG-Metall Gaggenau am vergangenen Freitag zum aktuellen Tarifkonflikt die 1. Bevollmächtigte Claudia Peter betonte, bot hierbei der Arbeitgeberverband Südwestmetall eine Inflationsprämie in Höhe von 3.000 Euro für 30 Monate an. Die IG-Metall fordert hingegen acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr.

IG Metall: unzureichendes Angebot der Arbeitgeber

„Unsere Kolleginnen und Kollegen der Verhandlungskommission haben das Angebot der Arbeitgeber als völlig unzureichend abgelehnt“, sagte Peter. „Und dies völlig zurecht.“ Es widerspreche den Anforderungen der Mitglieder und sei angesichts der Lage in den Betrieben völlig unangemessen, betonte die 1. Bevollmächtigte. „Es gab eine lange Diskussion um die Forderung in dieser Tarifrunde. Klar war von Anfang an, dass es eine tabellenwirksame Entgelterhöhung geben muss“, stellte sie fest.

„Ja, es haben alle Unsicherheiten, und niemand weiß, wie es weiter geht, aber die Betriebe können ihre Erhöhung der Kosten weitgehend an ihre jeweiligen Kunden weitergeben“, stellte Peter fest. Zudem seien die Auftragsbücher voll, es sind die Lieferketten, die „Sand ins Getriebe streuen“. Claudia Peter machte auch deutlich, dass es zwei Drittel aller Betriebe der Metall -und Elektroindustrie gut geht. „Deshalb gibt es aus unserer Sicht keinen Grund zum Jammern und Knausrig zu sein. Im Gegenteil: Wir haben das Risiko einer Rezession“.

Kaufkraft stärken

Es sei die Kaufkraft, gerade in den letzten Jahren gewesen, die die Wirtschaft stabil gehalten habe. „Nun bricht sie aufgrund der steigenden Preise massiv ein“. Es sei ein Gebot der wirtschaftlichen Sicherheit, sagte Claudia Peter, dass die Kaufkraft ausgebaut wird.

Die 1. Bevollmächtigte der IGM-Verwaltungsstelle Gaggenau nahm auch dazu Stellung, was in den nächsten Tagen und Wochen geschieht. Am kommenden Mittwoch, 2. November beginnt in der Region eine rund drei-wöchige Warnstreikwelle. Die Beschäftigten bekommen für diese Zeit kein Geld, es wird ihnen vom monatliche Einkommen abgezogen.

Ultimatum steht im Raum

Warnstreiks sind nach Aussage von Claudia Peter jedoch ein wichtiges politisches Signal an die Arbeitgeber. „Sie wissen, dass diejenigen, die mitmachen, Geldverluste hinnehmen für die Forderung ihrer Gewerkschaft. Wir werden bei der nächsten Tarifverhandlung, die am 8. November stattfindet, sehen, ob die Warnstreiks nutzen, sich die Arbeitgeber bewegen.

Geschieht dies nicht, wird es zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Ultimatum geben. Entweder gibt es zu diesem Termin ein akzeptables Ergebnis, oder die IG-Metall zündet die nächste Stufe der Eskalation.“ Die Arbeitgeber, so Claudia Peter, haben es in der Hand, wie viel Druck aufgebaut werde.

„Wir brauchen weder Warnstreiks noch weitere Eskalationsschritte, wenn wir am Verhandlungstisch eine ernsthafte Bewegung feststellen. Deswegen ist es für mich kein Ritual, sondern es ist eine Notwendigkeit, um gemeinsam mit den Beschäftigten für eine gute Tarifpolitik zu streiten“ erklärte Peter. Joachim Kocher

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