Skip to main content

Einschränkungen für Besucher

Gaggenau und Gernsbach setzen bei ihren Weihnachtsmärkten auf unterschiedliche Konzepte

Anders als 2020 sollen die Weihnachtsmärkte in Gaggenau und Gernsbach in diesem Jahr nicht erneut ausfallen. Doch wie werden die Corona-Regeln umgesetzt? Die beiden Städte setzen auf unterschiedliche Konzepte.

In Gaggenau kann man in diesem Jahr wieder Glühweintrinken. Wegen Corona gibt es jedoch bestimmte Regelungen. Foto: Andrea Fabry (Archiv)

Keine vier Wochen mehr, dann beginnt der Advent. Und im Gegensatz zu 2020, als wegen der Corona-Pandemie überall die Weihnachtsmärkte ausfielen, wird es in diesem Jahr wieder vorweihnachtlich: In Gaggenau und Gernsbach wird der Budenzauber steigen – so viel steht fest.

Ob allerdings nur für Genesene und Geimpfte oder auch für Getestete, hängt von der weiteren Entwicklung der Corona-Lage ab. Das Wort Absage nimmt dagegen niemand mehr in den Mund.

Ganz im Gegenteil. „Das ist wieder ein bisschen Normalität“, erklärt Gaggenaus Pressesprecherin Judith Feuerer. „Es ist wichtig, dass wir wieder eine adventliche Atmosphäre haben.“

Baden-Württemberg hat Gemeinden Vorgaben für Weihnachtsmärkte gemacht

Auch bei den Teilnehmern, die die Buden bestücken, sei das Interesse groß, endlich wieder bei einem Weihnachtsmarkt dabei sein zu können. „Wir haben gespürt, dass eine große Nachfrage da ist.“ Deshalb hat sich die Stadt auch entschieden, von der „kleinen Variante“ nur auf dem Marktplatz und nicht auf dem Sandplatz neben dem Rathaus abzuweichen und den klassischen Adventsmarktstandort voll auszunutzen.

Coronabedingte Einschränkungen gibt es dennoch: Die Landesregierung hat es den Veranstaltern in der jüngsten Verordnung freigestellt, ob das Marktgeschehen wie in Vor-Pandemie-Zeiten bunt gemischt sein soll oder Gastronomie und Kunsthandwerk voneinander getrennt werden.

An jenen Ständen, an denen Ausschank oder Bewirtung vorgesehen ist, ist nämlich zwingend ein 3- oder aber, je nach Pandemiestufe, 2G-Nachweis erforderlich. Die Konsequenz: Entweder werden alle Marktbesucher kontrolliert oder aber Langos-, Glühwein- und Crêpe-Buden eingezäunt und nur dort die Zertifikate überprüft.

Gaggenau zäunt Gastro-Stände auf dem Weihnachtsmarkt ein

Für dieses Modell hat sich Gaggenau entschieden: Vor dem Rathaus gruppiert und eingezäunt befinden sich die Gastronomiestände sowie die Bühne. Sie sind nur mit Nachweiskontrolle zugänglich.

Das restliche Marktgeschehen dagegen ist offen und verteilt sich neben dem Rathaus sowie vor dem Citykaufhaus. „Hier gibt es aber nichts zur Verkostung“, betont Pressesprecherin Feuerer. Abgepackte Lebensmittel dürfen aber auch hier verkauft werden. Im gesamten Adventsmarktbereich gilt Maskenpflicht.

Die geografischen Herausforderungen machen es kompliziert.
Melanie Mußler, Kulturamtsleiterin Gernsbach

Beim Weihnachtsmarkt Gernsbach die Verwaltung dagegen auf ein zaunloses Treiben am bewährten Bereich zwischen Altem Rathaus und Metzgerbrunnen. „Die Altstadt ist unser bevorzugter Standort“, erklärt Kulturamtsleiterin Melanie Mußler. „Die geografischen Herausforderungen machen es allerdings kompliziert.“ Denn wegen der Enge sei es nicht so einfach, den Budenzauber einzuzäunen. Mußler hofft auf die übliche Anzahl von 20 bis 30 Hütten.

Gernsbach setzt auf Kontrollpunkte und Bändchen auf dem Weihnachtsmarkt

Würde man die Stände schmaler stellen und so Platz für einen Zaun schaffen, gäbe es immer noch Probleme mit den notwendigen Zufahrten für die Feuerwehr. „Und dann haben wir ja auch Anwohner und Passanten“, so Mußler. „Das ist wirklich tricky.“ Hinzu kommt in Gernsbach, dass viele Budenbetreiber neben dem Verkauf von Kunsthandwerk auch noch Glühwein ausschenken oder Waffeln anbieten.

Nach einen Jahr Pause wird es in Gernsbach am dritten Adventswochenende wieder einen Weihnachtsmarkt geben. Foto: Melanie Mußler

Das Gernsbacher Konzept sieht nun vor, dass an vier Stellen Kontrollpunkte eingerichtet werden, an denen die Besucher auf jeden Fall vorbeikommen. Nach der Überprüfung der 3Gs und der Kontaktdatenerfassung mit Luca oder schriftlich gibt es ein Bändchen. Das muss wiederum vorgezeigt werden, wenn es um Verzehr oder Ausschank geht.

„So haben wir einen doppelten Kontrollmechanismus“, sagt Kulturamtsleiterin Mußler. „Sollte doch ein Passant oder Anwohner noch einen Glühwein trinken wollen, kriegt er den Hinweis, sich ein Bändchen zu holen.“ Die gibt es zusätzlich noch an der Hütte der Touristinformation.

Gaggenau will eine Veranstaltungsbühne – allerdings kein Gedränge im Publikum

Während in Gernsbach noch geklärt wird, ob es in diesem Jahr auch ein Bühnenprogramm geben wird, will Gaggenau will an der Tradition einer Veranstaltungsbühne festhalten. „Unterhaltung gehört doch dazu“, sagt Gaggenaus Pressesprecherin Feuerer. Allerdings verzichtet die Verwaltung darauf, Publikumsmagneten wie Eric Prinzinger einzuladen, um ein Gedränge vor der Bühne zu vermeiden.

Das Programm wird vor allem von Ensembles der städtischen Musikschule, Vereinen und auch Bands gestaltet. Für Kinder wird es zudem am bewährten Standort beim Brunnen auf dem Marktplatz ein Karussell geben.

Und in Gernsbach? Normalerweise gibt es hier eine lebende Krippe mit Schafen und Eseln. „Ob wir die in diesem Jahr aufbauen können, ist noch offen“, erklärt Kulturamtsleiterin Mußler. Das hänge maßgeblich von der Anzahl Rückmeldungen der Budenbeschicker ab, möglicherweise werde der Platz für Weihnachtsbuden gebraucht. Mußler: „Wir wollen ja nicht auf Press stellen, schließlich ist immer noch Corona.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang