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Meinung

von Thomas Senger

Dorf ohne Bürgervertretung

Gespaltenes Dorf: Wer holt Michelbach da wieder raus?

Die meisten Ortschaftsräte sind zurückgetreten. Sie fühlen sich angefeindet, beleidigt und verleumdet. Das Dorf Michelbach scheint gespalten. So kann es nicht weitergehen.

Letzte Sitzung des Ortschaftsrats Michelbach am 7. Dezember im kleinen Saal der Ortsverwaltung.
Letzte Sitzung des Ortschaftsrats Michelbach am 7. Dezember im kleinen Saal der Ortsverwaltung. Foto: Thomas Senger

Tja, was nun? Die Mehrheit der Michelbacher Ortschaftsräte ist zurückgetreten. Letztlich ist es egal, ob die Rücktrittsgründe im Sinne der Gemeindeordnung akzeptabel sind oder nicht. Man kann darüber diskutieren, ob die zurückgetretenen Ortschaftsräte vielleicht zu empfindsam reagiert haben.

In Michelbach liegt ein großer Scherbenhaufen

Man muss aber auch darüber diskutieren, ob der Umgangston im Dorf – unter Menschen, die sich ja kennen, die sich nahezu täglich irgendwo begegnen – so ist, wie er sein sollte. Er ist es offensichtlich nicht.

Wenn einem die Worte fehlen, muss man alte Sprachbilder bemühen. Hier passt wohl nur das vom Scherbenhaufen.

Ohne Ortsvorsteher, ohne funktionierenden Ortschaftsrat: Immerhin wird nun im Gaggenauer Rathaus neben OB Michael Pfeiffer mit Bürgermeister Andreas Paul ein Michelbacher, ein profunder Kenner der Be- und Empfindlichkeiten in seinem Dorf, direkt für die Michelbacher Angelegenheiten zuständig sein. Beide haben sich in der Vergangenheit als konziliante Bürgervertreter erwiesen.

Politische Zukunft in Michelbach ungewiss

Aber wie geht es im Dorf weiter? Es ist das kleinere Übel, dass es vor der nächsten Kommunalwahl am 9. Juni keine Ergänzungswahl mehr geben wird. Michelbach würde ja noch einmal die Schlagzeilen füllen, wollte man wegen maximal zwei, drei Monaten Amtszeit nochmal den alten Ortschaftsrat mit neuen Mitgliedern auffüllen. Zumal sich im Moment auch nicht genügend Aspiranten zeigen, die sich für diese wichtige, aber manchmal halt gezwungenermaßen kleinkarierte Arbeit hergeben wollen.

Das Dorf ist an einem Tiefpunkt

Finden sich aber Kandidaten, die willens und in der Lage sind, sich langfristig für Michelbach in der Kommunalpolitik einzubringen? Nicht nur Mitglieder etablierter Parteien und Vereinigungen sind hier gefordert. Sondern auch jene Michelbacher, die derzeit „außerparlamentarisch“ ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck gebracht haben.

Vorerst bleibt die bittere Erkenntnis: Die politische Geschichte Michelbachs und auch der Großen Kreisstadt Gaggenau ist an einem Tiefpunkt angekommen.

Wer holt das Dorf da wieder raus?

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