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Nach mehreren Verzögerungen

Pilotprojekt eWayBW im Murgtal: Am 1. Juli sollen vier Oberleitungs-Lkw fahren

Bei den Vorarbeiten für das Pilotprojekt ewayBW auf der B462 im Murgtal hat es mehrere Verzögerungen gegeben. Dennoch soll die dreijährige Testphase am 1. Juli starten. Vier Oberleitungs-Lkw werden angekündigt.

Es dauert länger: Bei den Arbeiten für die eWayBW-Teststrecke auf der B 462 hat es mehrere Verzögerungen gegeben. Trotzdem soll am 1. Juli der Regelbetrieb mit Oberleitungs-Lkw beginnen. Foto: Hans-Peter Hegmann

Der Abschluss der Bauarbeiten für das Pilotprojekt eWayBW zum Test von Oberleitungs-Lkw auf der B462 hat sich wie berichtet erneut verzögert. Nach letztem Sachstand dauern die Arbeiten nun bis Freitag, 11. Juni, sie gehen also noch eine Woche über die Pfingstferien hinaus. Auch in der Vergangenheit musste der „Bauherr“ Regierungspräsidium Karlsruhe einige Verzögerungen einräumen.

Die gute Nachricht: Die anfangs von vielen befürchteten Staus auf der Bundesstraße wegen der Arbeiten hat es nur selten gegeben. Der Regelfall war vielmehr ein zügiges Durchfahren der Baustelle bei gemäßigtem Tempo.

Wie ist der weitere Ablauf geplant? Wann ist die Bundesstraße wieder ohne Einschränkungen befahrbar? BNN-Redakteur Thomas Dorscheid geht auf einige Fragen näher ein.

Wie sind die Verzögerungen zu erklären?

Es gibt mehrere Gründe. Zum einen hat Corona in der Bauphase zu verspäteten Materiallieferungen wie auch zu Personalausfällen geführt. Die dickste Kröte mussten (und müssen noch) Planer und Arbeiter jedoch mit der B462-Murgbrücke in Höhe Kuppenheim/Bischweier schlucken, an der weiterhin gearbeitet wird. Das Grundübel dort, das sich erst im Zuge der Arbeiten an der Brücke herausgestellt hat: Zwischen den vorliegenden Bauplänen zur Brücke und ihrem tatsächlichen Zustand gibt es Abweichungen, der Bauplan musste insofern angepasst werden. Das hat direkte Auswirkungen auf das Anbringen der Betonkonsolen und der Stahlkonsole am Brückenpfeiler. Hinzu kamen witterungsbedingte Verzögerungen zu Jahresbeginn: Weil es zu nass war, konnten die schweren Baufahrzeuge das Murgvorland nicht erreichen; die letzten drei Masten in Fahrtrichtung Rastatt konnten deshalb nicht an die Brückenpfeiler montiert werden.

Heißt es nach dem 11. Juni wieder freie Fahrt auf der B462?

Nicht ganz. Laut Verkehrsministerium Stuttgart werden die Fahrbahnen der Bundesstraße nach Abschluss der Bauarbeiten zwar wieder komplett für den Verkehr freigegeben. Die technische Inbetriebnahme, die sich an die Arbeiten anschließt, soll zwar „weitgehend“ ohne Eingriffe in den Verkehr erfolgen. Die Rede ist aber auch hier von kurzzeitigen Arbeiten auf der Fahrbahn, wobei dann der jeweils rechte Fahrstreifen gesperrt werden müsse.

Was passiert bei der technischen Inbetriebnahme?

Die technische Inbetriebnahme erfolgt nach dem Abschluss aller Bauarbeiten, also voraussichtlich ab Mitte Juni. Dann werden die beiden elektrifizierten Bauabschnitte auf der B462, mithin die gesamte Anlage, mit Strom versehen. Alle Komponenten des Systems werden dann schrittweise auf ihre Funktionalität hin überprüft.

Wann beginnt die eigentliche Testphase?

Das Verkehrsministerium Stuttgart bestätigt auf BNN-Nachfrage, dass der drei Jahre dauernde Regelbetrieb mit den beiden Speditionen Fahrner und Huettemann am 1. Juli beginnen soll. Vorab müssen die Fahrer noch geschult werden, das dürfte wohl parallel zur technischen Inbetriebnahme erfolgen. Das Verkehrsministerium sagt auch, dass zum Start des dreijährigen Regelbetriebs auf der B462 „mindestens vier Oberleitungs-Hybrid-Lkw eingesetzt werden“.

Befahren künftig also wegen des Testbetriebs noch mehr Lkw die B462 im Murgtal?

Nein. Regelbetrieb bedeutet, dass mit dem Einsatz der Fahrzeuge zwischen den Logistikhallen in Kuppenheim und den Papierfabriken in Gernsbach keine zusätzlichen Fahrten auf der Bundesstraße verbunden sind; vielmehr werden die Scania-Lkw mit den markanten Stromabnehmern einen Teil der Güter bewegen, die ohnehin im 24-Stunden-Pendel-Dauerbetrieb das ganze Jahr über transportiert werden. Experten gehen davon, dass bereits während des Regelbetriebs durch die Oberleitungs-Hybrid-Lkw nennenswerte Verbesserungen beim Lärmschutz und bei den Emissionen erzielt werden können. Genau dieser Aspekt ist ein Teil der wissenschaftlichen Begleituntersuchungen.

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