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Wochenmarkt erweitert

Zwei Weihnachtsbuden sorgen in Gaggenau für ein bisschen Adventsmarkt

Ein Adventsmarkt wie in den Vorjahren war in diesem Jahr coronabedingt nicht möglich. Die Stadt hat aber pünktlich zum Wochenmarkt zwei Weihnachtsbuden in der Fußgängerzone aufgestellt. Das Konzept kommt gut an.

Kommen gerne nach Gaggenau: Kerstin Seitz (links) und ihr Bruder Matthias Pust aus Baden-Baden bieten Selbstgemachtes wie Marmeladen, Früchtebrot und Öle an. Foto: Slobodan Mandic

Eigentlich hätte am Wochenende, so wie in den Vorjahren auch, OB Christof Florus mit einer kleinen Rede den Gaggenauer Adventsmarkt eröffnet. Danach hätten sich die Menschen auf dem Marktplatz verteilt und sich an den weihnachtlich geschmückten Buden in netter Runde auf einen Glühwein gefreut. Eigentlich.

Es ist bekanntlich anders gekommen. Lange, länger als andere Städte, hatte das Rathaus an seinem Plan, einen weihnachtlichen Markt auch in Corona-Zeiten anzubieten, festgehalten. Es war letztlich nicht möglich. Doch so ganz hakte das Rathaus das Budendorf dann doch nicht ab.

Pünktlich zum samstäglichen Wochenmarkt am ersten Advent hat die Stadt zwei Weihnachtsbuden in der Fußgängerzone errichtet. Dies abseits des Wochenmarktgeschehens und auch mit großzügigem Abstand untereinander. Weil viele Menschen die vorweihnachtlichen Traditionen vermissen, wollte das Rathaus wenigstens einen kleinen Ersatz bieten.

Kommen gerne nach Gaggenau: Kerstin Seitz (links) und ihr Bruder Matthias Pust aus Baden-Baden bieten Selbstgemachtes wie Marmeladen, Früchtebrot und Öle an. Foto: Slobodan Mandic

Zudem möchte sie die Händler unterstützen, die ansonsten den Gaggenauer Adventsmarkt mit ihren Produkten bereichern, und hat deshalb ein Konzept erarbeitet, wonach sich die Händler die Buden tageweise teilen, sodass möglichst viele zum Zuge kommen.

Wir sind sehr froh über diese Möglichkeit.
Kerstin Seitz, Markthändlerin aus Baden-Baden

„Wir sind sehr froh über diese Möglichkeit, die uns die Stadt gegeben hat“, sagt Kerstin Seitz im BNN-Gespräch. Zusammen mit ihrem Bruder Matthias Pust belegt sie eine der Buden und freut sich am Samstag über die rege Nachfrage nach ihren selbst gemachten Produkten wie Marmeladen, Gelees, Früchtebrot oder Griebenschmalz.

Sie kommen aus Baden-Baden, schätzen die Atmosphäre des Gaggenauer Adventsmarkts, an dem sie im vergangenen Jahr erstmalig teilgenommen haben: „Der Markt hier ist klein und gemütlich. Der in Baden-Baden wäre einfach zu groß für uns.“

Ein paar Meter weiter wendet Metzgermeister Frank Schnepf seine Bratwürste auf dem Rost. Das Rathaus hatte auch bei ihm angefragt, ob er am Einkaufsabend am Freitag und am Wochenmarkt am Samstag teilnehmen möchte. Für ihn eine Art Ehrensache: „Als ortsansässiger Metzer möchte ich ein Zeichen setzen – gerade in diesen Zeiten.“ Erlaubt ist jetzt allerdings nur die „Bratwurst to go“; Pommes und Getränke, die er seit vielen Jahren ebenfalls zum Adventsmarkt an seinem Stand anbot, sind diesmal tabu.

Die Waren waren schon bestellt

Die zweite Weihnachtsbude wird am Samstag von Nurten Sarac bestückt. Die Gaggenauerin bietet vor der Deutschen Bank selbstgemachte Schokolade und Plätzchen sowie Pralinen an, am Freitagabend war sie ausverkauft.

Seit über zehn Jahren gehört sie zu den Beschickern des Adventsmarktes und auch sie zeigt sich sehr froh über die Möglichkeit, doch noch ihre Leckereien anbieten zu können – nicht nur, weil sie ihre Waren schon bestellt hatte, als die Diskussion um die Märkte losging. Auch über die weiterhin möglichen Kontakte zu ihrer Stammkundschaft freut sie sich.

Die Wochenmarktkunden wissen das adventliche Zusatzangebot zu schätzen. Brigitte Schäuble gehört zu dieser Klientel; die Ex-Bürgermeisterin und aktuelle CDU-Kreisvorsitzende spricht von einer „netten Idee, dass wenigstens ein bisschen was geht“.

Auch Dorothea Maisch zeigt sich zufrieden: „Die Leute verweilen jetzt einfach länger. Das Bild ist einfach ein anderes, wenn die Buden da sind und wenn ich die weihnachtlichen Dekorationen in der Innenstadt sehe“. Zumal in der jetzigen Form auch die vorgegebenen Sicherheitsabstände gut eingehalten werden könnten.

Auch die Händler sind zufrieden

Auch die Händler, die oft schon viele Jahre mit ihren Wagen zum Wochenmarkt in Gaggenau vorfahren, begrüßen es, dass die Stadt zwei zusätzliche Buden aufgebaut hat. „Das ist eine gute Motivation in dieser Zeit“, sagt Giovanni Iati („Fische & Co“).

Von einer Belebung spricht auch Kemal Fidancan, der seit über 25 Jahren Blumen und Gestecke auf dem Markt anbietet; er sieht allerdings durch den zusätzlichen Bratwurststand bei ihm schräg gegenüber ein Problem, was die Rettungsgasse betrifft, sollte es zu einem Notfalleinsatz kommen.

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