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DHB-Talente in Steinbach

Handballerinnen bringen ein Stück Normalität zurück in die Baden-Badener Sportschule

In diesem Jahr ging in der Sportschule Baden-Baden Steinbach noch nicht viel. Wo sich im Normalfall zahllose Sportlerinnen und Sportler tummeln, herrscht im Lockdown ungewohnte Ruhe. Die U18-Handballerinnen des Deutschen Handball-Bundes sind ein Silberstreif am Horizont.

Heimvorteil beim DHB-Lehrgang: Ariane Pfundstein (rechts) von der SG Steinbach/Kappelwindeck hofft, sich auf dem bekannten Terrain der Steinbacher Sportschule für ein EM-Ticket empfehlen zu können. Foto: Marco Schreiber

Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hält in der Sportschule Baden-Baden Steinbach einen Regionallehrgang für die weibliche U18-Nationalmannschaft ab – und irgendwie sind sie alle froh: Bundestrainer Gino Smits, dass er mit seinem Team im Rebland bestens versorgt ist, Sportschulleiter Christian Reinschmidt, dass an seinem Institut endlich wieder etwas geht, und schließlich auch Arnold Manz, Macher bei der SG Steinbach/Kappelwindeck, die durch Ariane Pfundstein im Kreis der besten deutschen Nachwuchshandballerinnen vertreten ist.

Lokalmatadorin kämpft um EM-Ticket

Die 17-Jährige selbst, die aus Elgersweier stammt, und seit zwei Jahren für Steinbach/Kappelwindeck sowohl in der Jugend-Bundesliga als auch in der Dritten Liga Frauen aktiv ist, versucht, einen Platz im Team zu ergattern, das im August in Montenegro um die Europameisterschaft kämpft.

Wobei die Kreisläuferin weiß, dass die Konkurrenz auf ihrer Position enorm ist. Obwohl die Schülerin des Offenburger Oken-Gymnasiums schon zum wiederholten Mal bei einem DHB-Lehrgang dabei ist, lässt Pfundstein keinen Zweifel: „Es ist jedes Mal etwas Besonderes, eine Einladung zu solch einer Maßnahme zu erhalten.“

Vereinstrainer Arnold Manz hält große Stücke auf seine junge Leistungsträgerin: „Sie hat ideale körperliche Voraussetzungen für den Kreis.“ Ihre Stärken sieht er folgerichtig in der Physis und im Durchsetzungsvermögen. Außerdem bescheinigt er seinem Schützling „gute Defensivqualitäten“.

Ungewohnte Ruhe in der Sportschule

Derweil ist Christian Reinschmidt erleichtert, dass endlich wieder Leben in der Sportschule ist und die Handballerinnen ein Stück Normalität zurückbringen. Dass dabei auch die Lokalmatadorin Ariane Pfundstein mit von der Partie ist, freut ihn ganz besonders. Reinschmidt verdeutlicht, dass er mit seinem Team keine leichte Zeit durchmacht.

Wo es in der Vergangenheit tagaus, tagein nur so von Sportlerinnen und Sportlern wimmelte, herrscht seit geraumer Zeit eine ungewohnte Ruhe. Lediglich die Kader-Leichtathleten des Stützpunktes Steinbach sowie die Drittliga- und Jugend-Bundesliga-Handballerinnen der SG Steinbach/Kappelwindeck sind aktuell regelmäßig auf der Anlage zu finden.

Wir brauchen unbedingt Entscheidungen für den Sport.
Christian Reinschmidt, Leiter der Sportschule Steinbach

Da aber auch für die Landeskader-Athleten genau wie für die Teilnehmer an Bildungs-Lehrgängen das Beherbergungsverbot gilt, herrscht abends Stille in der Sportschule. In konkreten Zahlen ausgedrückt: Konnten im Rekordjahr 2019 insgesamt 34.000 Übernachtungen registriert werden, war in diesem Jahr bis zur Ankunft der weiblichen Jugend-Nationalmannschaft noch kein einziger Gast über Nacht in Steinbach.

Reinschmidt hofft nun auf die nächste Bund-Länder-Konferenz am 3. März. „Wir brauchen dort unbedingt Entscheidungen für den Sport, damit wir weiterarbeiten können“, sagt er.

Strenges Hygienekonzept zum Schutz der Sportler

Der Chef der Sportschule verweist darauf, dass in seinem Haus in jedem Fall ein extrem strenges Hygienekonzept praktiziert wird. „Alles ist darauf ausgerichtet, dass die Sportler gesund bleiben. Es muss ihnen aber zunächst einmal erlaubt sein, überhaupt zu kommen. Von unserer Seite werden wir alles dafür tun, dass wir im Sport wieder etwas bewegen“, sagt Reinschmidt.

Er hofft, dass mit dem Besuch der DHB-Handballerinnen der Anfang gemacht ist und es demnächst zu Lockerungen kommt. Bei seiner Belegschaft, die in Kurzarbeit ist, sieht Reinschmidt ein ausgesprochenes Bedürfnis, für die Sportlerinnen und Sportler da zu sein. „Dass sich unsere Mitarbeiter endlich wieder um sportliche Gäste kümmern dürfen, motiviert sie ungemein. Alle sehnen sich danach, dass wir bald verstärkt tätig werden können.“

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