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Unterwegs auf dem Acherner Wochenmarkt

Abstand halten klappt auch ohne Markierungen in Achern

Wie kommen die Acherner mit der Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt zurecht? Ein Besuch am Samstag bei bestem Marktwetter.

Äpfel und Apfelsaft: Johannes Jörger aus Fautenbach geht an seinem Stand auf Nummer sicher und trägt Maske. Foto: Michael Brück

Nach gut acht Monaten unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie ist es auch für die Menschen im Ortenaukreis längst zur Gewohnheit geworden, in praktisch allen Bereichen des öffentlichen Raums Sicherheitsabstände einzuhalten und vielerorts anderen nur noch mit Mundschutzmaske zu begegnen.

Maskenverweigerer, so heißt es von den Ordnungsämtern, seien da eher die Ausnahme. Auch auf dem Acherner Wochenmarkt waren an diesem Samstag Standbetreiber und Kunden sichtlich bemüht, die Corona-Regelungen einzuhalten.

Auf dem Wochemarkt ein besserer Gefühl als im Supermarkt

Kurz vor neun hatten schon zahlreiche Marktbesucher das schöne Wetter genutzt, um sich mit Obst, Gemüse und allerlei Angeboten regionaler Erzeuger einzudecken. „Ich halte überall genügend Abstand, wenn es geht auch deutlich mehr als die Vorgabe von 1,5 Metern“, erzählt Renate Berger aus Achern, die auch unter Corona-Bedingungen nicht auf den Einkauf am dem Markt verzichten möchte.

„Für mich ist es sehr wichtig, dass sich alle an die Regeln halten, weil ich niemanden gefährden möchte und auch selbst gesund bleiben will“, sagt sie. Einkäufe im Supermarkt versuche sie nach Möglichkeit zu vermeiden. „Da gibt es doch immer wieder Leute, die ihre Maske absichtlich nur über den Mund ziehen und die Nase ungeschützt lassen. Ich finde, das ist unverantwortlich. Mich ärgert das“, erzählt die Rentnerin. Und weil sie in geschlossenen Räumen ein ungutes Gefühl habe, kaufe sie fast nur noch auf dem Markt ein, oder lasse sich beliefern. „Es gibt Bio-Märkte, die mir das vor die Tür stellen, was ich auf dem Markt nicht bekomme.“

Auffällig ist, dass sich die Standbetreiber in Sachen Maskenpflicht fast schon vorbildlich verhalten. So auch am Stand von Johannes Jörger aus Fautenbach. Äpfel und frisch gepressten Apfelsaft hat er im Angebot. „Wir müssen mit den Masken auch ein kleines Zeichen setzen,“ ist er überzeugt. Beklagen könne er sich auch über seine Kunden nicht.

„Die Leute sind sehr vernünftig und hier auf dem Markt beklagt sich eigentlich niemand wegen des ganzen Aufwandes, den wir dank Corona betreiben müssen.“ Man halte Abstand, und das sei sehr gut und vor allem sehr beruhigend.

„Wir müssen uns an die Regeln halten, damit das irgendwann auch mal wieder aufhört“, sagt Jörger. Da seien die Einschränkungen doch nichts. „Nur eben immer noch ein bisschen ungewohnt. Aber es hat sich ja auch schon ein wenig Routine eingestellt.“

Gedränge und Barrieren sucht man vergebens

Tatsächlich herrscht auch an den größeren Marktständen kein Gedränge. Barrieren, wie zu Beginn des ersten Lockdowns im März gibt es keine mehr. Die Marktbesucher hätten sich daran gewöhnt, Abstände einzuhalten, erzählt die Mitarbeiterin eines Gemüsestandes. Dort hat man mit Obstkisten kleine Verkaufsbereiche für die Kunden abgeteilt.

Wie selbstverständlich warten die Käufer in sicherer Entfernung, bis eine der Boxen frei wird, wo sie dann bedient werden. Bezahlt wird an einer Kasse neben dem Stand. Das funktioniere sehr gut, sagt die Verkäuferin. Auch ohne Markierungen auf dem Boden. Und: „Alle halten sich daran. Wir müssen eigentlich niemanden zurechtweisen.“

Eine Erfahrung, die auch zwei junge Frauen teilen, die gleich am Anfang des Marktes einen kleinen Stand mit Schnittblumen aufgebaut haben. „Wir müssen nicht auf Mundschutz und Sicherheitsabstände hinweisen“, sind sie sich einig. „Mittlerweile ist das bei den Besuchern wohl schon in Fleisch und Blut übergegangen“, erzählt eine der beiden Blumenverkäuferinnen.

Tatsächlich erzählt dann auch eine Kundin, dass sie sich vor einigen Wochen noch ständig selbst daran erinnern musste, ihren Mundschutz aufzusetzen und anderen nicht zu nahe zu rücken. „Heute sitze ich im Auto und merke, dass ich den Mundschutz immer noch trage“, erzählt sie lachend. „Es ist doch alles gar nicht so schlimm. Wenn wir ein paar wichtige Regeln einhalten, können wir vielleicht irgendwann wieder in Ruhe leben – ohne Angst vor diesem Virus.“

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