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Corona-Leugnung und Kritik an Berichterstattung

Eltern demonstrieren in Achern gegen Corona-Testpflicht

Mehr als 100 Personen beteiligten sich am Wochenende an einer Demonstration gegen die Masken- und Testpflicht für Kinder in Achern. Ein AfD-Redner vertrat Querdenken-Positionen und attackierte verbal die Presse.

Gegen die Testpflicht: Mehr als hundert Menschen demonstrierten am Samstag in Achern. Foto: Benedikt Spether

Mehr als 100 Personen versammelten sich am Samstagvormittag im Achener Stadtgarten, um gegen die Masken- und Testpflicht für Schul- und Kindergartenkinder zu demonstrieren. Nach einer Auftaktkundgebung lief der Demonstrationszug über den Adlerplatz, die Hauptstraße und Joseph-Hund-Straße zurück zum Stadtgarten, wo abermals Reden gehalten wurden.

Nur wenige Demonstrationsteilnehmer trugen eine Maske. Nach Angaben von Hans Heinzmann vom Achener Ordnungsamt, der die Demonstration beobachtete, seien die Auflagen dennoch eingehalten worden. Die Teilnehmer hätten sich jeweils nur im Umfeld ihres eigenen Haushaltes aufgehalten.

Tatsächlich beteiligten sich viele Eltern mit ihren Kindern an der Aktion. Generell gab das Publikum ein sehr heterogenes Bild ab.

Teilnehmer in Achern aus dem Querdenken-Milieu

Einige Teilnehmer mit einschlägigen Transparenten waren aber eindeutig der Querdenken-Bewegung zuzuordnen. So wurden unter anderem Schilder der Kampagne „Ärzte für Aufklärung“ gezeigt, die sich gegen Corona-Impfungen ausspricht und vor Zwangsimpfungen warnt. An anderer Stelle wurde der Sturz einer angeblich diktatorisch agierenden Regierung gefordert.

„Ich lasse nicht mehr zu, dass meine Kinder als Versuchskaninchen missbraucht werden“, sagte Organisatorin Selina Lauber am Rande der Demonstration. Lauber störe sich an den Test an sich, aber auch an den Folgen eines positiven Testergebnisses.

Sie und ihre Familie hätten sich aufgrund positiver Tests seit Beginn der Pandemie schon dreimal in Quarantäne begeben müssen. Ihre Kinder würden infolgedessen stigmatisiert. Lauber hatte die Demonstration erst am Montag angemeldet und ausschließlich in den sozialen Medien beworben.

AfD-Redner leugnet Corona-Pandemie

Insbesondere Peter Schmidt, AfD-Gemeinderat in der benachbarten Großen Kreisstadt Bühl, kritisierte in seiner Rede zum Abschluss der Kundgebung massiv die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Tests gegen Corona seien generell nicht geeignet, da sie nicht den Virus direkt nachweisen und auch falsche positive Ergebnisse liefern.

Schmidt rief die Eltern auf, sich und ihre Kinder nicht testen zu lassen, um den Inzidenzwert nicht nach oben zu treiben, was den Lockdown nur verlängern würde. Der Kommunalpolitiker behauptete darüber hinaus, dass eine Überlastung der Intensivstationen nicht existiere. „Wir hatten in Deutschland zu keiner Zeit eine Epidemie. Deshalb sind die Maßnahmen nicht gerechtfertigt“, sagte Schmidt.

Zum Schluss seiner Rede kritisierte er die Berichterstattung dieser Zeitung. Im Zusammenhang mit der Demonstration von Eltern gegen die Masken- und Testpflicht in der vergangenen Woche während der Gemeinderatssitzung in Achern seien „Lügen und Hass“ verbreitet worden. Dafür bekam er großen Applaus aus der Menge.

Die Polizei war mit sieben Beamten im Einsatz, um die Demonstration abzusichern und den Verkehr umzuleiten. Nach Angaben der Beamten verlief die Demo reibungslos und ohne Zwischenfälle.

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