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Keine Prüfungen

Acherner Fahrlehrer sorgen sich: Betrieb liegt wegen Coronavirus auf Eis

Die Ausbreitung des Coronavirus trifft neben vielen anderen Branchen auch die Fahrschulen: Unterricht und Prüfungen finden vorerst nicht mehr statt. Einige Fahrlehrer aus Achern befürchten weitreichende Folgen für Unternehmen und auch Schüler.

Leere Stuhlreihen gibt es vorerst wie hier in der Acherner Fahrschule Nock: Weder Unterricht noch Prüfungen sind in den Fahrschulen momentan möglich. Foto: privat

Die Schließung von Bildungseinrichtungen wegen des Coronavirus betrifft auch die Fahrschulen – und das hat bisweilen kostspielige Folgen. Bereits seit vergangener Woche ist der theoretische und praktische Unterricht untersagt, der TÜV Süd teilt zudem mit, das bis vorerst 19. April auch keine theoretischen und praktischen Fahrprüfungen mehr abgenommen werden.

Das könnte für viele Fahrschüler zum Problem werden, weil viele Fristen nicht mehr eingehalten werden können. Eine bestandene Theorieprüfung sei zum Beispiel ein Jahr lang gültig, in diesem Zeitraum muss normalerweise auch die Praxisprüfung geschafft werden, sagt der Acherner Fahrschulinhaber Cüneyt Kilic. Auch die Anträge für Führerscheine könnten in der unfreiwilligen Pause ablaufen.

„Außerdem gehen viele unserer Fahrschüler nach den Sommerferien für ein Jahr ins Ausland. Auch für sie könnte es eng werden mit dem Führerschein“, sagt Kilic, in dessen Acherner Fahrschule man die Theoriestunden schon eine Woche vor dem Verbot eingestellt hatte. „Von einem Tag auf den anderen hatten wir gar nichts mehr zu tun. Schwierig wird es sicher auch, wenn irgendwann alle auf einen Schlag wieder weitermachen dürfen“, vermutet er.

Theorieprüfungen drohen wegen Coronavirus zu verfallen

Fahrschülern, die die praktische Fahrerlaubnisprüfung aus Witterungs- oder anderen Gründen verschieben mussten, drohe das Verfallen der bereits abgelegten theoretischen Prüfung, heißt es dazu in einem Schreiben des Fahrlehrerverbands Baden-Württemberg.

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Berufskraftfahrern, die die nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz erforderliche Teilnahme an einer Weiterbildung zum jeweiligen Stichtag nicht nachweisen können, drohe das Verbot, Busse und Lastwagen des gewerblichen Verkehrs führen zu dürfen. Der Verband habe die Landesregierung um rechtzeitige ausgleichende Regelungen gebeten.

Das bedeutet praktisch ein Berufsverbot für uns.
Manfred Nock, Fahrlehrer aus Achern

Was die fraglichen Fristen angeht, hofft der Acherner Fahrlehrer Manfred Nock auf ein Entgegenkommen der Führerscheinstelle im Landratsamt des Ortenaukreises. Wie er betont, trifft die Verordnung nicht nur die Schüler, sondern natürlich auch die Fahrschulen als Unternehmen. „Das bedeutet praktisch ein Berufsverbot für uns – eine unangenehme Nachricht.“

Viele Fragen seien in diesem Zusammenhang offen: „Es heißt, die Verordnung tritt am 15. Juni außer Kraft. Ob das ausreicht oder ob der Betrieb schon vorher wieder möglich ist, kann niemand sagen, das ist nur ein Blick in die Glaskugel.“ Auch, ob die angekündigte Unterstützung des Bundes für Unternehmen diesen helfen könne, sieht Manfred Nock fraglich.

Positiv sieht er unterdessen, dass die Fahrlehrerversicherung inzwischen eine Art fiktive Abmeldung der Fahrschulfahrzeuge für die Zeit der Schließungen anbietet und, damit einhergehend, die Beiträge zurückerstattet.

Krise um Covid-19: Verband fürchtet Existenzverluste

„Die Fahrschulen unseres Bundeslandes müssen sich auf erhebliche, vorher nie gekannte Umsatzeinbußen gefasst machen“, heißt es indes weiter vom Verband. „Den Fahrschulen droht Existenzverlust.“ Ganz so weit will man in Achern noch nicht denken.

Zwei Tage nach dem Verbot wäre eine Prüfung gewesen, heißt es von der Fahrschule Wiegert: Das wäre der Abschluss eines ihrer „Fahrschulcamps“ gewesen, die in ein oder zwei Wochen zum Führerschein führen sollen. Das sei besonders ärgerlich, da sich viele Fahrschüler eigens dafür Urlaub genommen hätten und man jetzt erst sehen müsse, wie es weitergehen kann.

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