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Innovationen mit Charme

Adventsbrauchtum im Wandel: Auch im Raum Achern gibt es viele junge Ideen

Welche traditionellen Adventsbräuche gibt es noch, welche sind neu? Auf den Spuren vorweihnachtlicher Sitten in der Region.

Die „Adventsfenster in Oberachern“ waren ein besonderes Angebot im Advent vor allem für Familien, das gut angenommen wurde (von links: Lena Bohnert, Theresa Bauer und Svenja Bohnert).
Die „Adventsfenster in Oberachern“ waren ein besonderes Angebot im Advent vor allem für Familien, das gut angenommen wurde (von links: Lena Bohnert, Theresa Bauer und Svenja Bohnert). Foto: Roland Spether

Wenn es in der Adventszeit langsam dunkel wird, versammelt sich die Familie um den Tisch, der Adventskranz wird angezündet, es werden Lieder gesungen und Geschichten vorgelesen. Die etwas Älteren erinnern sich noch an diese schöne, heile Adventswelt in der Familie, die es sicherlich auch noch heute gibt.

Vieles hat sich geändert, der Advent wurde zur Vorweihnachtszeit, die Idylle rund um den Tisch von Hektik und Stress ersetzt. Und wer Schülern in die Augen blickt, dann sehen die ziemlich müde und genervt von den vielen Klausuren und Klassenarbeiten aus.

Doch trotz allem gibt es noch das schöne Adventsbrauchtum – nur etwas anders als früher, wie etwa die Adventsfenster in Oberachern, die Atempause für Familien am Lagerfeuer in Mösbach, die „Hoffnungslichter“ in Sasbach oder die Rorate-Gottesdienste im Schein von Kerzen in den Kirchen der Seelsorgeeinheit Achern. 

Ein ganz besonderer Adventskalender lädt zum Innehalten ein

Seit 20 Jahren gibt es die „Laufer Adventsfenster“ und damit einen ganz besonderen „Adventskalender“, an dem sich in diesem Jahr 23 Familien, Gruppen und Vereine beteiligen. „Als meine Kinder älter wurden und nicht mehr am Adventskranz Lieder mit uns singen wollten, habe ich nach einer Alternative für adventliches Brauchtum gesucht“, erklärt Agnes Fartaczek aus Lauf.

Das war vor 20 Jahren, und aus der Suche nach etwas Neuem entstanden die Adventsfenster, die einen guten Zuspruch in der Bevölkerung fanden und zu einem neuen Brauch wurden, um dabei besonders Familien, Freunde und Nachbarn einzubeziehen.

Die Idee war, von Bürgern, Familien und Vereinen beleuchtete Fenster gestalten zu lassen, auf denen nur adventliche und keine weihnachtlichen Motive zu sehen sind. Dies hat nach Auskunft von Agnes Fartaczek bestens funktioniert und auch in diesem Jahr wurden mit viel Liebe kreative Ideen umgesetzt, wobei sich jeden Tag ein neues Fenster „öffnet“ und, wie alle, von 17 bis 21 Uhr beleuchtet ist. Wer will, kann nach Belieben vorbeischauen, um sich eine Auszeit zu nehmen und die tiefere Bedeutung des Advents als Zeit des Wartens auf die Geburt Jesu neu zu erleben.

Bei manchen Fenster-Öffnungen wird musiziert. Auch Bürgermeisterin Bettina Kist war beim Beleuchten des Rathausfensters dabei, packte ihre Klarinette aus und spielte mit einem Ensemble auf. Bis 31. Dezember werden die „Laufer Adventsfenster“ noch beleuchtet und eine Erinnerung an die schöne Zeit des Advents mit ihren vielen guten Gedanken sein.

Eine Fülle an Auszeiten und Atempausen im Advent gab es in der Seelsorgeeinheit Achern, wo in den acht Pfarreien allein 29 Adventsandachten angeboten wurden, um sich auf diese etwas andere Zeit mit ihren alten Verheißungen und sehnsuchtsvollen Friedensbotschaften einzulassen.

Den Advent mit Kindern anders erleben konnten die Familien in Oberachern, wo an den vier Adventssamstagen eine Andacht beim Gemeindehaus gehalten und ein Adventsfenster geöffnet wurde. Die „Adventsfenster in Oberachern“ haben Lena Bohnert, Antonia Huber, Stefanie Baumert, Noemi Hummel, Theresa Bauer und Svenja Bohnert vom Team der Kinderkirche gestaltet.

Sie wurden gut angenommen und standen inhaltlich unter dem Motiv des Weges, den Maria und Josef, die Hirten und die Könige zum Stall von Bethlehem zurücklegen mussten. Die Bilder fertigte Svenja Bohnert, sie verweisen auf das biblische Geschehen und beziehen vor allem die Kinder mit ein, die etwa am Bild der „Heiligen Drei Könige“ auch zu Königen wurden und eine Krone aufsetzen und mit nach Hause nehmen durften.

Anfang Dezember startete auch der Krippenweg Oberachern, der 24 Stationen hat und vom Gemeindeteam in Kooperation mit dem Kinder- und Familienzentrum St. Stefan organisiert wurde. An den einzelnen Stationen wurden von den Teilnehmern Krippen und Fensterbilder gestaltet, die alle ganz individuell auf das Geschehen der Heiligen Nacht verweisen und wie bei der Familie von Theresa Bauer zu einem Besuch einladen.

„Das Schöne daran ist, dass es an den Stationen viel zu entdecken gibt und die Eltern mit den Kindern auch noch an die frische Luft kommen“, so Theresa Bauer. Nähere Information und eine Karte mit den Stationen liegen in der Oberacherner Kirche aus, sie sind auch über www.kath-achern.de online und per QR-Code abrufbar.

Es gibt an den Stationen viel zu entdecken.
Theresa Bauer
Mitwirkende an Adventsaktionen in Oberachern
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