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In der Zwangspause aufgerüstet

Aus der Not eine Tugend gemacht: Bauarbeiten im Tivoli in Achern

Klimatisierung, besserer Ton und brillantere Bilder: Das kommunale Kino in Achern rüstet auf. Mit Hilfe eines Zuschusses aus dem „Zukunftsprogramm Kino“.

Handwerker im Einsatz: Den Corona-Stillstand nutzt das „Tivoli“-Team für bauliche und qualitative Verbesserungen des Kommunalen Kinos. Insgesamt werden 75.000 Euro investiert. Foto: Michael Moos

„Ein Kino, das wagt“ – diesem Ruf wird das kommunale Acherner Tivoli erneut gerecht: Der junge Acherner Verein nutzt die durch den Corona-Lockdown erzwungene Zwangspause und hat mit Sanierungsarbeiten begonnen. 75.000 Euro werden unter anderem in die Klimatisierung des Lichtspieltheaters in der Ratskellerstraße investiert

Tatsächlich hatte das Acherner Kommunale Kino erst kürzlich in der Kategorie „Ein Kino, das wagt“ einen Kinopreis des Kinematheksverbunds gewonnen. Wie berichtet, stieß bei der Jury unter anderem „das Wagnis, ein Kino aus einem bürgerlichen Engagement zu eröffnen und den Anspruch zu erheben, Stummfilme mit Livemusik zu zeigen“ auf besonderes Wohlwollen. Mit Wohlwollen betrachtet man das Acherner Kino offenbar auch im Amt von Kultur-Staatsministerin Monika Grütters: Das Tivoli wurde aus Mitteln des Zukunftsprogramms Kino der Filmförderungsanstalt mit einem Zuschuss von 60.000 Euro bedacht.

Das Gerüst steht bereits

Mit der Fördersumme können 80 Prozent der anstehenden Investitionen von insgesamt rund 75.000 Euro gedeckt werden. Den Rest will der Vorsitzende Hans-Joachim Fischer aus Eigenleistungen und Spenden decken. „Außerdem hoffen wir auf einen Zuschuss der Regionalstiftung der Sparkasse Offenburg-Ortenau“, sagt Fischer.

Die Sitze sind durch Plastikfolien geschützt, auch das Gerüst steht bereits im Saal des Tivoli. Die Arbeiten an der Decke haben bereits begonnen. Hier muss nach einem Wasserschaden ein Teil der Deckenplatten ersetzt werden. Im Mittelpunkt der Erneuerungsarbeiten steht jedoch eine Klimaanlage, die in der Übergangszeit auch als Heizung genutzt werden kann. Doch es gibt auch Investitionen zur Steigerung des Filmgenusses.

Die Surround-Lautsprecheranlage wird durch neue Lautsprecher und Subwoofer erneuert und ergänzt, und zum verbesserten Ton gibt es eine neue Leinwand, die eine größere Farbbrillanz verheißt. Bequemer wird es dann auch auf den Logenplätzen – sie erhalten eine neue Polsterung. Ferner werden zwei zusätzliche Linsenscheinwerfer montiert, die das Geschehen auf der Bühne bei Kleinkunstveranstaltungen in ein noch besseres Licht rücken.

Jüdische Kultur im Blickpunkt

Mit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten rechnet Hans-Joachim Fischer im Januar. Völlig offen ist, ob das Kino dann schon wieder spielen darf. Wann immer es dann auch wieder „Film ab“ heißt – Fischer sowie Programmchef Thomas Mäntele stecken für das nächste Jahr bereits voller Pläne. Ein Beispiel ist eine Veranstaltungsreihe zum Thema „jüdische Kultur“, die im Frühjahr in Zusammenarbeit mit der Schöck-Stiftung begonnen werden soll und Filme wie „Masel Tov Cocktail“, „Der nasse Hund“, „Golem“ oder „Plan A“ präsentiert. Dazu werden Schauspieler und Produzenten in Achern erwartet, außerdem ist als Ergänzung ein Abend mit jüdischer Klezmer-Musik geplant. In Planung ist ferner ein Kurzfilm-Festival. Und schließlich soll die durch den Lockdown unterbrochene Reihe „Klassik im Tivoli“ fortgesetzt werden, die insgesamt zehn viel beachtete Opernproduktionen der Salzburger Festspiele auf die Leinwand in Achern bringt.

Apropos Pläne: Natürlich gibt es schon Überlegungen für weitere Investitionen am Tivoli: So will man auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installieren, um mit dem selbsterzeugten Strom letztlich die bisherige Ölheizung überflüssig machen zu können.

Gutscheinverkauf





Zur Finanzierung der durch den Lockdown entstehenden Einnahmeausfälle verkauft das ehrenamtlich tätige „Tivoli“-Team Gutscheine. Die Kino-Kasse ist bis zum 23. Dezember werktags von 16 bis 17 Uhr sowie samstags von 19 bis 12 Uhr geöffnet.

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