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Kraftakt in der Ortenau

Ausgabe der FFP-2-Masken: In den Apotheken in Achern gilt das Prinzip Vertrauen

Die Ausgabe der ersten FFP-2-Masken an potenzielle Corona-Risikopatienten wurde für die Apotheken in der nördlichen Ortenau am ersten Tag zu einem Kraftakt. Was auffällt: Jeder Apotheker hat seinen eigen Weg gefunden, mit dem Andrang umzugehen.

Vereinzelt waren am Dienstag keine kostenlosen FFP-2-Masken mehr erhältlich, teilweise wurden sie morgens auch zu spät angeliefert. Insgesamt aber sei die Versorgung gesichert, sagen die Apotheker. Foto: Michael Moos

Eine einheitliche Erfassung der Kundendaten gibt es nicht – und damit auch keine Gewissheit, dass mit den kostenlos abgegebenen Masken kein Schindluder getrieben wird. Es gilt das Prinzip Vertrauen.

Viel los ist am Dienstagmorgen in der Apotheke im Scheck-in-Center in Achern. „70 bis 80 Prozent der Kunden fragen nach Masken“, sagt Jensen Hsieh. Doch es sei alles beherrschbar: „Die Apotheke ist voll, aber es gibt kein Chaos“, so der Inhaber der Apotheke.

Dass es langfristig eine Engpass bei den Masken geben wird, glaubt er nicht, doch erst einmal muss er auf die eigenen Bestände zurückgreifen: „Die bestellte Ware ist nicht eingetroffen, die Lieferanten stehen jetzt auch unter Druck“, sagt Hsieh, der die Kunden bittet, einen Fragebogen auszufüllen, bevor sie ihr Kontingent von drei FFP-2-Masken für den Dezember erhalten. Dabei vertraue man den Menschen – wer über 60 ist, kann ohnedies nachweisen dass er Masken abholen darf, und die Risikopatienten müssen glaubhaft darlegen, dass sie einer besonderen Gefährdung ausgesetzt sind.

Kundenströme sind mitunter schwer zu lenken

In der Apotheke am Stadtgarten gibt es ebenfalls einen Fragebogen, allerdings einen anderen: „Wir habe ein eigenes Formular, das ist perfekt“, sagt Apotheker Wolfgang Daferner. Als schwierig empfindet er, wie einige seiner Kollegen auch, die Sicherheitsabstände in der Apotheke sicherzustellen: „Das geht hier alles ein bisschen schnell, ich bin am Rotieren und versuche, die Kundenströme zu lenken“. Eile, so sagt Daferner, ist eigentlich nicht geboten, es seien genug Masken für alle da.

Er muss diese, wie andere Apotheker auch, kaufen, anschließend bekommt er die Kosten vom Bund ersetzt. Bei der Vergabe ist Augenmaß gefragt. Es wird nach dem Namen gefragt und danach, ob man die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe plausibel machen kann.

„Es ist ein Riesenandrang“, sagt Axel Fels von der Stadtapotheke im Acherner Zentrum. Auch er hat Probleme, die Kundenströme in den ersten Stunden der Maskenabgabe zu kanalisieren: „Die Leute halten sich nicht an das, was an der Türe steht“, nämlich dass coronabedingt nur sechs Menschen zugleich im Verkaufsraum sein sollten.

Dezember-Nachfrage gesichert

Fels hat bereits Masken nachbestellt, geht davon aus, dass man voraussichtlich den gesamten Dezember über die Nachfrage befriedigen kann. Auch hier wird gefragt, ob die Kunden die kostenlosen Masken erhalten dürfen. Eine zentrale Kontrolle, das sagen alle Apotheker, gibt es nicht. Wer also durch mehrere Apotheken geht, kann das System unterlaufen.

„Es ist ein totales Chaos hier“, berichtet Alexandra Tanasa von der Freistetter Stadtapotheke. Die Masken seien an diese Morgen nicht rechtzeitig eingetroffen, so dass die ersten Kunden, die schon um 8 Uhr vor der Tür standen, erst einmal warten mussten. Und nach einer Stunde war alles weg, jetzt wird nachbestellt. Auch Tanasa versichert: „Es wird genug Masken geben, aber halt nicht alle an einem Tag“.

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