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Jüdische Stars im Deutschen Sport bis 1933 und danach

Ausstellung in Achern beleuchtet das Schicksal jüdischer Sportler in Deutschland

Bis zum 22. April hat die Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im Deutschen Sport bis 1933 und danach“ geöffnet.

Achern - Beginn der Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung: Jüdische Stars im Deutschen Sport bis 1933 und danach“
Erinnerung: Die Ausstellung über jüdische Stars im deutschen Sport wurde bei dem künftigen Julius-Hirsch-Platz eröffnet. Dieser Platz erinnert an den ermordeten jüdischen Fußball-Nationalspieler. Bei der Eröffnung waren Heinz-Werner Hölscher, Susanne Scheck-Reitz, Eberhard Fugmann, Alexander Meßmer und Oberbürgermeister Klaus Muttach (von links). Foto: Roland Spether

Sportler jüdischen Glaubens schossen für Deutschland Tore, sie gehörten zu den Pionieren der deutschen Fußballvereine und erkämpften sich olympische Goldmedaillen im Turnen, Fechten und Hochsprung.

Doch nur weil sie Juden waren, wurden sie in der NS-Diktatur ausgegrenzt, entrechtet und ermordet – wie auch der in der Illenau geborene Fußball-Nationalspieler Julius Hirsch.

Eine Skulptur des Karlsruher Stürmer-Stars gehört mit zu der von Andrea Rumpf und Fabian Alt vom Stadtarchiv organisierten Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“.

Möglich wurde sie in Achern durch großzügige finanzielle Unterstützung, wofür sich Oberbürgermeister Klaus Muttach (CDU) bei Susanne Scheck-Reitz (Bürgerstiftung Achern und der Region), Heinz-Werner Hölscher (badenova) und Alexander Meßmer (Regionalstiftung der Sparkasse) bedankte.

Ausstellung

Die Ausstellung ist bis zum 22. April zu sehen, die Skulpturen stehen von der Reithalle auf den Illenau-Wiesen entlang der Straße zur Illenau und der Allee bis in den Arkadenhof. Die bundesweite Wanderausstellung wurde vom Zentrum deutsche Sportgeschichte und der Universitäten Potsdam und Hannover entwickelt, gefördert wird sie durch die DFB-Kulturstiftung, den Deutschen Olympischen Sportbund und der Bundesregierung.

Als ein Zeichen der Wertschätzung dieser Arbeit würdigte Muttach die Anwesenheit von Eberhard Fugmann, Präsident des SC Freiburg, der sich von der Ausstellung wünschte, dass sie Spuren bei den Betrachtern hinterlässt. Die Verantwortlichen in Gemeinden, Schulen und Einrichtungen und letztlich alle müssten sich „mutig und mit Rückgrat“ gegen jede Form von Rassismus und Antisemitismus stellen. „Sollte es notwendig sein, muss auch konsequent dagegen eingeschritten werden“, so der Präsident.

Die skulpturalen Präsentationen zeigen die Sportler in ihren jeweils typischen Disziplinen. Durch die historischen Fotos und erklärenden Texte auf der Rückseite erhält der Betrachter einen guten Eindruck davon, welche herausragende Leistungen jüdische Athleten für die Entwicklung des modernen Sports in Deutschland vollbrachten.

Vor allem auch welche Erfolge sie als Nationalspieler, Welt- oder Europameister, als Olympiasieger oder Rekordhalter erbrachten, wie sie damals als Stars gefeiert wurden und welches Schicksal sie durch eine menschenverachtende Diktatur erleiden mussten.

Manche wurden aus ihren Vereinen ausgeschlossen, durften aus fadenscheinigen Gründen Deutschland nicht bei Olympischen Spielen vertreten, wurden verfolgt und getötet. Der gefeierte Stürmerstar Julius Hirsch wurde in Auschwitz ermordet. Sein Bild mit typischer Schusstechnik steht zwischen denen von Walther Bensemann und Gottfried Fuchs.

Drei jüdische Fußballer aus Karlsruhe

Alle drei stammten aus Karlsruhe, waren glänzende Fußballer und herausragende Pioniere des Fußballs. Walther Bensemann organisierte 1893 die ersten internationalen Begegnungen deutscher Mannschaften, war Mitbegründer des Deutschen Fußball Bundes und gründete 1920 die Fachzeitschrift „Kicker“.

Zu sehen ist auch die jüngste deutsche Olympiasiegerin Helene Mayer, die als 17-jährige Schülerin Gold im Florettfechten bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam gewann, die erfolgreichste deutsche Fechterin wurde und 1937 nach Amerika emigrierte.

Dreifacher Olympiasieger im Turnen wurde Alfred Flatow, sein Cousin Gustav Felix Flatow wurde zweifacher Olympiasieger. Die beiden Turner waren die ersten jüdischen Olympiasieger für Deutschland und bis 1933 waren sie Mitglieder im Turnverein, beide starben in Konzentrationslagern.

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