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Corona-Erlass des Ministeriums

Coronavirus: Kehl zur Schließung von Schulen und Kindergärten gezwungen

Wer als Lehrer oder Erzieher im Elsass weilte, muss in Zeiten der Corona-Bedrohung zu Hause bleiben. Weil das für viele Bedienstete in Kehl zutrifft, werden Kindertageseinrichtungen und Schulen für zwei Wochen geschlossen.

Viele Kontakte gibt es zwischen Kehl und Straßburg. Das hat in Zeiten des Corona-Virus nun einschneidende Folgen. Foto: Stadt Kehl

Weitreichende Folgen hat in der Corona-Krise der Erlass des Sozialministeriums für die Stadt Kehl: Weil alle Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen und Schulen zu Hause bleiben müssen, wenn sie sich in den vergangenen zwei Wochen auf dem Gebiet der vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Région Grand Est – und damit auch im Großraum Straßburg – aufgehalten haben, muss die Grenzstadt nun alle Kindertageseinrichtungen und allgemeinbildenden Schulen schließen.

Am Freitag könnte es zu landesweiten Schulschließungen in ganz Baden-Württemberg bis Ostern kommen. Das baden-württembergische Kabinett will am Freitag bei einer Sondersitzung auch über die Kindergärten entscheiden.

Schließung gilt für zwei Wochen

Die Schließung gilt ab dem 16. März für zwei Wochen. Grund für diese Entscheidung ist nach Auskunft einer Sprecherin des Kehler Rathauses nicht etwa eine gestiegene Anzahl von Corona-Infizierten in Kehl. Entsprechend des Erlasses des Sozialministeriums von Baden-Württemberg müssen  dürfen die vom Erlass des Ministeriums Betroffenen wei Wochen lang nicht zum Arbeiten erscheinen - ob sie Krankheitssymptome zeigen oder nicht:  Gezählt werden die Tage vom Tag der Rückkehr an. Auch die Kehler Hochschule ist bis zum 20. April geschlossen. Die Kehler Mediathek stellt ihren Betrieb von Freitag, 13. März, an bis Ostern ein.

Enge Verflechtungen mit Straßburg

Aufgrund der sehr engen rheinübergreifenden Verflechtungen mit Straßburg sind sehr viele Lehrer sowie Mitarbeitende in den Kindertageseinrichtungen vom Erlass des Sozialministeriums betroffen. Nicht zur Arbeit erscheinen können aber auch Hausmeister oder Servicekräfte, die für die Hygiene in Schulen und Kindertageseinrichtungen zuständig sind. „Unser Personalbestand ist daher auf ein Maß geschrumpft, das es uns nicht mehr erlaubt, einen geordneten Betrieb in den Kitas und städtischen Schulen aufrecht zu erhalten“, erklärte Oberbürgermeister Toni Vetrano. Deshalb sieht sich die Stadt in ihrer Funktion als Schulträgerin gezwungen, in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Freiburg und dem Staatlichen Schulamt Offenburg, folgende Schulen ab Montag bis einschließlich Freitag, 27. März) zu schließen:

  • Albert-Schweitzer-Schule
  • Falkenhausenschule
  • Grundschule Sundheim
  • Grundschule Sölling
  • Josef-Guggenmos-Schule
  • Grundschule Kork
  • Grundschule Auenheim
  • Grundschule Leutesheim
  • Grundschule Goldscheuer
  • Grundschule Marlen
  • Hebeschule
  • Tulla-Realschule
  • Einstein-Gymnasium

Auch Haus der Jugend und Mediathek betroffen

Geschlossen sind inzwischen die städtischen Einrichtungen der offenen Jugendarbeit in der Kernstadt, also das Haus der Jugend und das Jugendzentrum. Von den Schließungsmaßnahmen betroffen, ist auch die städtische Mediathek: Sie wird erst nach Ostern wieder öffnen. Damit fallen auch sämtliche geplanten Mediathekseinführung aus. Immerhin: Bis Ostern fallen für ausgeliehene Medien keine Säumnisgebühren an.

Kritische Infrastruktur aufrechterhalten

„Wir werden alles tun, um die kritische Infrastruktur aufrecht zu erhalten“, erklärt Thomas Wuttke, Erster Beigeordneter der Stadt Kehl. Die Verwaltung arbeitet im Verwaltungsstab, also der Organisationsform für besondere Lagen. Die Mitarbeitenden werden so eingeteilt, dass wichtige Einrichtungen wie die Wasser- und Abwasserversorgung, die Grundwasserhalteanlage oder das Bestattungswesen ohne Einschränkungen weiter funktionieren werden.

Notbetreuung für Kinder

Für Kinder von Eltern, die in Einrichtungen arbeiten, die zur sogenannten kritischen Infrastruktur zählen – also im Krankenhaus, in Pflegediensten oder Altenpflegeheimen, um nur einige Beispiele zu nennen, organisiert die Stadt derzeit eine Notbetreuung.

36 Personen in häuslicher Quarantäne

In Kehl befinden sich nach Angaben der Stadtverwaltung derzeit 36 Personen in häuslicher Quarantäne; vier sind positiv auf eine Corona-Infektion getestet. Die Zahl der Corona-Infizierten im Département Unter-Elsass, zu dem der Großraum Straßburg gehört, gab die Regionale Gesundheitsbehörde am 11. März um 17 Uhr mit 108 an, das sind vier mehr als 24 Stunden zuvor.

Wie wir über die Auswirkungen des Coronavirus berichten

Auf bnn.de berichten wir zurzeit verstärkt über die wichtigsten Entwicklungen rund um Corona in der Region rund um Karlsruhe, Bretten, Pforzheim, Rastatt und Bühl. Jeden Tag schränken Kliniken die Besuchszeiten ein, Schulen schließen, Firmen schicken Mitarbeiter nach Hause. Es ist selbst für unsere Redaktion zeitweise schwierig, den Überblick zu behalten. Deshalb filtern wir für unsere Leser aus der Flut an Informationen, welche der vielen Corona-Meldungen wichtig sind – unter anderem in dieser Übersicht .

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