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21 Menschen wurden positiv getestet

Corona-Ausbruch in Acherner Klinik offenbar unter Kontrolle

Es ist eine Horrovorstellung: Sich ausgerechnet im Krankenhaus mit dem Erreger von Covid-19 zu infizieren. In Achern ist dies geschehen, 21 Menschen wurden positiv auf den Corona-Erreger getestet.

21 Menschen wurden infiziert: In Achern hat es um Weihnachten den bislang größten Corona-Ausbruch am Ortenau Klinikum gegeben. Er sei weitgehend bewältigt, die betroffene Abteilung soll wieder geöffnet werden, so das Kkinikum auf Anfrage. Foto: Achim Keiper

Achern. Das Acherner Klinikum hat einen vor Weihnachten aufgetretenen Corona-Ausbruch inzwischen weitgehend bewältigt. Insgesamt seien 21 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden, zu schwereren Verläufen sei es aber nicht gekommen, teilte Kliniksprecher Christian Eggersglüß mit.

Offen ist, ob das Klinikum zum Infektionsherd wurde, der das Ansteckungsgeschehen in Achern rund um den Jahreswechsel getrieben hat. Eine an das Landratsamt und das Klinikum gerichtete Anfrage dieser Zeitung wurde nur vom Klinikum beantwortet, das darauf verwies, keine Informationen zu Corona-Ansteckungen in Achern zu haben.

Zuvor bereits hatte das Gesundheitsamt auf eine Anfrage dieser Zeitung zu einer auffälligen Häufung von Corona-Fällen in Achern verneint, dass man von einem Infektionsherd wisse.

Mehrere Fälle auch in Flüchtlingsunterkunft

Klar ist aber inzwischen: Neben den 21 Fällen am Klinikum hatte es seit dem 20. Dezember vergangenen Jahres auch eine Häufung von Infektionen in der Acherner Flüchtlingsunterkunft gegeben. Das Landratsamt spricht auf eine Nachfrage dieser Zeitung von 17 Fällen. Bis auf drei Menschen seien aber alle Betroffenen wieder aus der Quarantäne entlassen worden.

Das Infektionsgeschehen in der Ortenau ist leicht abgeflaut, aber weiter rege, das Landratsamt meldete am Montag 196 Fälle aus dem gesamten Kreis. Allerdings sind diese Zahlen dadurch verzerrt, dass Infektionen am Wochenende oft erst verzögert gemeldet werden, so dass es montags meist zu zahlreichen Nachmeldungen kommt.

Patienten in Isolierstation

Wie Klinik-Sprecher Christian Eggersglüß auf Anfrage mitteilte, sei der Betrieb der betroffenen Station im Klinikum eingestellt worden, sie solle aber in den kommenden Tagen zumindest teilweise wieder ans Netz gehen: „Die Personalsituation ist angespannt, da sich die betroffenen Mitarbeiter in Quarantäne befinden“.

Das Klinikum habe auf der Station keine weiteren Patienten aufgenommen, Menschen mit einem Corona-Nachweis seien in die Isolierstation verlegt worden: „Bei einer Magen-Darm-Infektion hätten wir nicht anders gehandelt“, so Eggersglüß.

In nur einem von 21 Fällen sei konkret nachgewiesen worden, dass sich die betreffende Person im Krankenhaus angesteckt hat, heißt es weiter.

Maßnahmen zum Infektionsschutz bleiben unverändert

Das Klinikum sieht offenbar keinen Anlass, nach dem in dieser Häufung kreisweit einmaligen Auftreten des Erregers in einer Klinik interne Abläufe umzustellen. Dies auch nicht angesichts der noch deutlich ansteckenderen Corona-Variante, die derzeit in England grassiert und auch schon im Ortenaukreis nachgewiesen wurde: „Unsere Maßnahme sind so angelegt, dass sie, die richtige Anwendung vorausgesetzt, auch bei dieser Virusvariante greifen“.

Alle Mitarbeiter des Klinikums hätten die Möglichkeit, sich jederzeit auf den Erreger testen zu lassen, „was in einem hohen Maße angenommen wird“. Stationäre Patienten würden bei der Aufnahme getestet, bei der Entlassung in eine Pflegeeinrichtung sowie generell alle sieben Tage. Dies diene „dem Schutz aller im Klinikum“.

Besuche stark eingeschränkt

Die Besuche von Patenten im Krankenhaus seien stark eingeschränkt und nur noch in Ausnahmefällen möglich – beispielsweise bei kritisch kranken oder sterbenden Patienten sowie unter bestimmten Umständen bei Geburten und bei minderjährigen Kindern. Auch Besuche durch Seelsorger seien gestattet, Einzelheiten mussten mit dem Stationsarzt oder der Stationsleitung geklärt werden. Die Patienten-App könne derzeit nicht zur Anmeldung von Besuchen genutzt werden.

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