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Größtenteils milde Verläufe

Corona-Ausbruch in Acherner Pflegeheim bleibt fast folgenlos: Hat die Impfung eine Katastrophe verhindert?

„Nein“ gesagt haben am 8. Januar einige Mitarbeiter und Bewohner eines Acherner Pflegeheims zur angebotenen Corona-Impfung. Der eine oder andere hat das inzwischen bereut.

Rechtzeitige Impfung: Ein mobiles Team immunisierte am 8. Januar die Bewohner des Pflegeheims St. Franziskus in Achern. Wenige Tage später brach die Krankheit bei 22 Menschen aus, verlief aber sehr mild. Foto: Boris Roessler/dpa Pool/dpa

Im Acherner Altenpflegeheim St. Franziskus hat es Anfang Januar einen Corona-Ausbruch gegeben. 18 Senioren und vier Mitarbeiter wurden positiv getestet, ein Stockwerk des Heims, in dem insgesamt 100 Menschen leben, dient weiterhin als Quarantänestation und ist gesperrt.

Möglicherweise hat eine Corona-Impfung nur wenige Tage zuvor Schlimmeres verhindert. Fast alle der durchweg älteren Bewohner blieben symptomfrei oder erkrankten nur leicht. Lediglich ein Mann musste vorübergehend in die Klinik eingewiesen werden.

Knapp eine Woche zuvor waren Bewohner und Mitarbeiter des Heims gegen das Virus immunisiert worden, Ende dieser Woche soll bereits die Folgeimpfung gegeben werden.

Viele Fragen sind ungeklärt

Ob die ganz zu Beginn der Impfkampagne am 8. Januar verabreichte Spritze im Heim eine Katastrophe verhindert hat, diese Frage drängt sich jetzt auf. „Das Gesundheitsamt schaut sich das an“, sagt Kreis-Sprecher Kai Hockenjos. Dabei muss eine Reihe von Dingen geklärt worden: Wie wirksam ist schon die erste Dosis? Waren die Senioren bereits vor der Impfung infiziert? Oder haben sie sich möglicherweise danach gegenseitig angesteckt?

Die Frage, ob eine Impfung eine Übertragung des Erregers verhindert, sei noch nicht abschließend geklärt, sagt Doris Reinhardt, Pandemiebeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung im Ortenaukreis.

Klar ist derzeit nur: Die Spritze durch ein mobiles Team des zentralen Impfzentrums in Offenburg kam gerade zur rechten Zeit. Niemand ist gestorben, und das Heim konnte die Erkrankung auf einem Stockwerk eingrenzen. „Etwa 70 Prozent der Mitarbeiter und 80 Prozent der Bewohner haben sich impfen lassen“, sagt Geschäftsführerin Sabine Fronz.

Nicht alle wollten die Spritze

Und einige von denen, die es nicht taten, haben ihr Nein inzwischen bereut und wollten die Immunisierung nachträglich. Dies allerdings werde nach Auskunft der zuständigen Stellen nicht möglich sein, sagt Fronz.

Doch auch nach der Impfung der meisten Bewohner gibt es im Pflegeheim keine Entwarnung: „Die Schutzmaßnahme werden bei uns weitergeführt wie bisher“, sagt die Geschäftsführerin. Ein festes Mitarbeiter-Team kümmere sich um die Betroffenen, um eine Verschleppung des Covid-19-Erregers innerhalb des Hauses zu verhindern.

Entdeckt wurde das Virus bei einem Antigen-Test kurz nach der Impfung bei vier symptomatischen Bewohnern, sagt Kreissprecher Hockenjos. In der Folge habe das Gesundheitsamt eine Reihentestung veranlasst, mit positiven Ergebnissen bei 18 Senioren und vier Mitarbeitern.

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