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Wegen Corona

Diabetes-Selbsthilfegruppe in Achern plagen Zukunftssorgen

Die Diabetes-Selbsthilfegruppe in Achern ist eine der erfolgreichsten in Baden-Württemberg. Doch wegen Corona - Diabetiker gehören zur Risikogruppe - müssen die Treffen ausfallen. Wie es weiter geht, ist ungewiss.

Roland Kist aus Oberachern leitet die Diabetiker-Selbsthilfegruppe in Achern. Wegen der Corona-Pandemie macht er sich Sorgen um den Fortbestand der Gruppe. Foto: Michael Brück

Von Michael Brück

Diabetes mellitus ist ein gefährlicher Gegner. Denn meist kommt die Stoffwechsel-Erkrankung unbemerkt – und richtet lebensbedrohliche Schäden an. Umso wichtiger ist es für Menschen, die an dieser Krankheit leiden, sich für den Alltag kompetente Unterstützung zu holen.

Seit vielen Jahren ist die Diabetes-Selbsthilfegruppe in Achern eine solche Anlaufstation. Der Oberacherner Roland Kist und seine Mitstreiter tun einiges, um Betroffenen Hilfestellungen für das Leben mit der Blutzuckererkrankung an die Hand zu geben. Allein im Ortenaukreis gibt es derzeit mehr als 15.000 Menschen aller Altersgruppen, die von Diabetes betroffen sind. Die Tendenz geht steil nach oben. Nicht umsonst gehört Diabetes nach der Meinung vieler Experten zu den Wohlstandskrankheiten unserer Zeit.

Gemeint ist hier der so genannte Typ 2-Diabetes. „Das ist keine Krankheit der älteren Menschen, wie man oft hört. Auch immer mehr junge Menschen sind betroffen“, sagt Kist. Ungesunde Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung seien Ursachen dafür, dass die Zahl der Erkrankten in Deutschland jährlich dramatisch zunehme.

Tatsächlich nennt der Diabetesbericht 2018 der Deutschen Diabetes Hilfe eine Zahl von rund sieben Millionen Diabetes-Kranken. Davon leiden gut 95 Prozent an Typ 2-Diabetes. Gerade einmal fünf Prozent sind von Typ 1 betroffen, einer Autoimmun-Erkrankung, bei der im Körper kein Insulin mehr produziert werden kann.

Diabetiker gehören zur Corona-Risikogruppe

„Besonders schlimm sind für Diabetiker die Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte”, sagt Kist. Seit 14 Jahren macht er sich für die Diabetes-Aufklärung stark. Um auf die Gefahren und den richtigen Umgang mit der Krankheit hinzuweisen, richtet er Treffen aus, bei denen beispielsweise Fachärzte über die Risiken referieren und Tipps für fast alle Lebenslagen geben können.

Für 2020 hatte die Gruppe elf Vorträge und Ausflüge vorbereitet. Zwischen 35 und 80 Besucher habe man üblicherweise bei den Veranstaltungen, die regelmäßig am zweiten Dienstag eines Monats im Grünen Baum in Mösbach stattfinden. Und unter fachkundiger Leitung biete man zudem eine Sportgruppe an.

Besonders schlimm sind für Diabetiker die Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte.
Roland Kist

Die Resonanz auf die Angebote sei groß. Die Acherner Selbsthilfegruppe gelte als eine der größten in Baden-Württemberg, sagt Kist. Dennoch sorgt er sich um den Fortbestand. Wegen Corona mussten viele der für das laufende Jahr geplanten Veranstaltungen abgesagt werden: „Diabetiker gehören zu den besonderen Risikogruppen. Deshalb war es nicht möglich, die Treffen weiter durchzuführen.“

Die Betroffenen sollen sich nicht allein fühlen. „Wir sind jederzeit ansprechbar und können bei Fragen rund um die Krankheit und ihre Folgen Tipps und Ratschläge geben“, sagt der Vorsitzende. Getreu dem Motto „Nicht einigeln – gemeinsam sind wir stärker“ möchte er Hilfesuchenden auch weiterhin die Möglichkeit geben, den Austausch innerhalb der Gruppe zu suchen. „Wir werden im Spätjahr auf jeden Fall eine Werbeaktion für unsere Diabetiker-Selbsthilfe angehen und mit einem Vortrag zurückkommen“, sagt Kist.

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