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Planung seit 2006

Die unendliche Geschichte des Baugebiets „Bühli“ in Achern-Mösbach: Nun kommt „Plan B“ fürs Regenwasser

„Was macht eigentlich das Bühli?“ Diese Frage hat Kultstatus im Kirschendorf. Denn sie wurde seit 2006 unzählige Male von bauinteressierten Bürgern, in Sitzungen von Ortschaftsräten, bei öffentlichen Veranstaltungen und in vielen E-Mails an die Verwaltung gestellt. Allzu oft wurde diese Frage dann so beantwortet: „Wir sind einen Schritt weiter.“

Nun wird „Plan B“ zur Ableitung des Regenwassers aus dem Neubaugebiet „Bühli“ mit dem Nachteil erarbeitet, dass zwei bis drei Bauplätze im Bereich zur Waldulmer Straße hin (unterer Bereich des Bildes) wegfallen. Foto: Roland Spether

Erste Planungen für mögliche Erschließungsstraßen reichen bis in die Jahre 1988 bis 1990 zurück und damit in die Zeit von Ortsvorsteher Josef Wilhelm (1977 bis 1999). Danach hat sich Ortsvorsteherin Sonja Schuchter mit sehr viel Herzblut und großem Einsatz über das normale Maß hinaus für das „Bühli“ eingesetzt, gleiches tut seit 2016 Ortsvorsteherin Gabi Bär mit vielen Gesprächen und Beratungen mit Planern, Ingenieuren und der Stadt mit Oberbürgermeister Klaus Muttach an der Spitze.

Denn bei einer Sache sind sich die politisch Verantwortlichen in Achern und Mösbach sowie die gewählten Bürgervertreter einig und dies haben sie in den Gremien beraten und beschlossen: Es wird ein Neubaugebiet „Bühli“ geben.

Nun zieht sich diese Zusage auch für Gabi Bär schon so lange hin, dass niemand einen verlässlichen Termin für den ersten Spatenstich sagen will. Doch alle wichtigen Voraussetzungen sind in trockenen Tüchern und Mösbach ist ganz nah dran. Wirklich?

Ein Eigentümer stellt sich quer

Es stockt und es hängt wieder an einem Eigentümer, wobei es nur darum geht, vorhandene Rohre mit einem Durchmesser von 600 Millimeter mit Rohren von 1.000 Millimeter zu tauschen, um das Regenwasser aus dem Baugebiet sicher abzuleiten. Das klingt nicht spektakulär, ist es aber doch, weil alte wie neue Rohre auf einem Grundstück außerhalb des Plangebietes „Bühli“ liegen.

„Wir arbeiten jetzt an einem Plan B, um die Rohre um besagtes Grundstück zu führen“, so Gabi Bär. Der Nachteil sei, dass zwei bis drei Bauplätze – darunter zwei städtische – wegfallen und die Mehrkosten auf die Eigentümer umgelegt werden müssen.

Der Eigentümer besagten Grundstücks, Reiner Haberle, bemerkte, dass er nicht gegen das Baugebiet sei, sein Hausgrundstück aber von Beginn an nicht in das Plangebiet einbezogen war. „Wir erhielten dennoch am 30. Oktober 2020 eine schriftliche Anfrage der Stadt, ob doch Bereitschaft bestünde, uns bei der Entwässerung zu beteiligen. Dies lehnten wir wiederholt ab, da es über unser Hausgrundstück geplant wurde.“

Weiter stellte er fest: „Da die zugesandten Pläne unvollständig waren und die entsprechende Legende zum Plan fehlte, kontaktierten wir mehrfach die Stadt, um uns dies nachzureichen. Leider gab es keine Reaktion.“ Erst auf Nachfragen bei Bürgermeister Dietmar Stiefel habe er am 11. Dezember eine Antwort erhalten, dies war 19 Tage nach der Frist. „Aufgrund dieser Umstände konnten wir sowieso nur ablehnen“.

„Plan B“ soll bis Mitte Januar stehen

Dazu stellte Dietmar Stiefel fest: „Wenn man Pläne zuvor in einem ausführlichen persönlichen Gespräch erläutert bekommt und sich nach anschließender Überlassung der Unterlagen dann auf den Standpunkt zurückzieht, diese Pläne deshalb nicht lesen zu können, da sie keine Legende beinhalten, so ist dies ein absolut untauglicher Versuch, durch eine Emotionalisierung vom eigenen Entscheidungsunwillen abzulenken.

Dies gilt gleichermaßen für die Behauptung, die zuständigen Personen bei der Verwaltung angeblich nicht erreichen zu können.“ Dazu meinte Gabi Bär am 8. Dezember im Ortschaftsrat: „Das Bühli beschäftigt uns seit zig Jahren. Immer wieder wurden Einwände erhoben oder Grundstücke verkauft, obwohl wir in der Offenlegungsphase sind. Immer wieder verkompliziert jemand unser Baugebiet.“ Bis Mitte Januar soll nun „Plan B“ zur Ableitung des Regenwassers in den Gremien vorliegen.

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