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BNN-Leserfragen

Ein Stück Weg sorgt auf Unterstmatt seit zwei Jahren für Verdruss bei Waldbesuchern

Kleine Baustelle, großer Wirbel: Die Fertigstellung von ein paar Metern Weg in der Nähe der Schwarzwaldhochstraße zieht sich immer wieder in die Länge.

Holprige Angelegenheit: Der neue Verbindungsweg, der auf Unterstmatt an dieser Stelle am Speichersee vorbei und auf einen oberhalb verlaufenden Weg führen soll, ist noch nicht fertig. Leser Gerd Wickles ist oft mit dem Mountainbike im Höhengebiet unterwegs und bemängelt das. Foto: Stefanie Prinz

Eigentlich geht es nur um ein paar Meter – es ist keine besonders große Baustelle auf Unterstmatt, und trotzdem zieht sie sich Jahr um Jahr in die Länge: Wer auf dem Waldweg aus Richtung Mummelsee und Hornisgrinde hierher kommt, steht irgendwann vor dem Speichersee, dessen Wasser im Winter für die Beschneiung des Skihangs gebraucht wird. Und eigentlich hätte der an dieser Stelle von dem Bauwerk „abgeschnittene“ Weg längst umgelegt werden sollen, doch noch immer müssen Wanderer und Radfahrer eher querfeldein ausweichen.

Weg ist seit 2018 „abgeschnitten”

Leser Gerd Wickles ist oft mit dem Mountainbike oder im Winter mit den Langlaufskiern im Höhengebiet unterwegs und hat den ABB bereits vor zwei Jahren auf den „abgesägten“ Weg aufmerksam gemacht, der kein Wanderweg, sondern ein Forstweg, aber dennoch für jeden zugänglich ist.

Mehrere Artikel folgten, seitdem hat Wickles die Stelle besonders im Blick. Jetzt fragt er die Redaktion erneut: „Warum passiert hier nichts?“ Der 69-jährige Bühler sagt: „Mich ärgert einfach, dass hier nichts weitergeht. Die Sache scheint im Sande zu verlaufen.“

Der Bauherr hat aus nachvollziehbaren Gründen zweimal um Fristverlängerung gebeten.
Landratsamt Ortenaukreis

Ganz so ist es tatsächlich nicht: Die Umleitung ist im Entstehen – das, was man da schon ansatzweise sehen kann, ist aber noch nicht die Endfassung. „Der Bauherr hat aus nachvollziehbaren Gründen zweimal um Fristverlängerung gebeten, dem wir letztmals bis zum 30. April 2021 entsprochen haben“, teilt das Landratsamt Ortenaukreis auf Anfrage mit.

Hintergründe werden hier nicht genannt, denn „Baugenehmigungsverfahren werden grundsätzlich nichtöffentlich geführt“. Nur so viel: Dass ein Ersatzweg gebaut wird, war Teil des Bauantrags für das Speicherbecken.

Als Ausgleichsmaßnahme für den Bau des neuen Wegs wird der bisherige Forstweg zurückgebaut, so das Landratsamt weiter: Diese Fläche soll danach mit einheimischem Wiesensaatgut renaturiert werden.

Betreiber nennt Corona-Pandemie als Grund

Der Betreiber des Skilifts Unterstmatt, Schliffkopf-Hotelier Heiko Fahrner, nennt auf Anfrage die Corona-Krise als Grund für die weitere Verzögerung – sowohl, was den Wegbau angeht, als auch die Pläne für ein neues Hotel auf Unterstmatt: Anstelle des dortigen früheren Höhenhotels sollte ein moderner Neubau entstehen. Dieses Vorhaben war ebenfalls 2018 zurückgestellt worden – nicht endgültig, wie Fahrner damals betont hatte.

Ein Blick zurück: Der Speichersee war 2018 fertiggestellt worden. Der dadurch seitdem abgeschnittene Weg sollte als „Bypass“ um den See herumgelegt werden, hatte Heiko Fahrner schon damals mitgeteilt. Zeitliche Schwierigkeiten führten zunächst dazu, dass das Frühjahr 2019 als neuer Termin für die Fertigstellung des Wegs anvisiert worden war.

Aber auch das klappte nicht: Die Pläne verzögerten sich wiederum um ein Jahr, nun sollte es das Frühjahr 2020 sein – und daraus wurde nun wieder nichts. Der Speicher selbst wird benötigt, damit für die Beschneiung des Skihangs mit Kunstschnee im Winter ausreichend Wasser vorrätig ist.

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