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Nachbarn rücken zusammen

22 Millionen Euro für Gartenschau in Freudenstadt und Baiersbronn: diese Projekte kommen

Innerhalb weniger Tage haben die Gemeinderäte der Gemeinde Baiersbronn und der Stadt Freudenstadt in getrennten Sitzungen dem Masterplan für die gemeinsame Gartenschau im Jahr 2025 zugestimmt. Jeweils einstimmig. Die Kosten werden vorläufig auf rund 22 Millionen Euro geschätzt.

Die Fischzucht im Freudenstädter Stadtteil Christophstal ist im Besitz der Stadt. Sie wird Bestandteil der Gartenschau. Foto: kun

Innerhalb weniger Tage haben die Gemeinderäte der Gemeinde Baiersbronn und der Stadt Freudenstadt in getrennten Sitzungen dem Masterplan für die gemeinsame Gartenschau im Jahr 2025 zugestimmt. Jeweils einstimmig.

Von unserem Mitarbeiter Hannes Kuhnert

Diese Einstimmigkeit ist Lohn für einen intensiven Planungsprozess, in den Bürger und Interessenten in bisher noch nicht geübter Form einbezogen wurden. „80 Prozent der Anregungen aus der Bürgerbeteiligung sind in das Werk eingeflossen, zehn Prozent sind noch in Bearbeitungen“, bilanziert Freudenstadts Oberbürgermeister Julian Osswald.

Sein Kollege Michael Ruf aus Baiersbronn lobt den „intensiven Planungsprozess“ durch Foren, Workshops und Ideenbörsen der Bürger. Die Einstimmigkeit in beiden Gremien ist auch Ausdruck der Zufriedenheit mit dem Planungsbüro Planstatt-Senner und dessen sensibler Vorgehensweise.

Gartenschautal ist noch im Dornröschenschlaf

Das Büro selbst spricht von einem „immensen Potenzial“, das im acht Kilometer langen Tal des Forbachs stecke, das beide Gemeinden verbindet. In diesem im Dornröschenschlaf versunkenen Tal mit den industriehistorischen Teilorten Christophstal (Freudenstadt) und Friedrichstal (Baiersbronn) soll sich der Großteil der Gartenschau abspielen. Chefplaner Johann Senner ist überzeugt, dass die Gartenschau Stadt und Gemeinde „weiterbringen und entscheidend profilieren werde“.

Das passiert auf Baiersbronner Seite:

Auf Gemarkung Baiersbronn sind neben zahlreichen Einzelmaßnahmen fünf Schlüsselzonen für die Gartenschau vorgesehen, darunter ein Bürgerpark im Dorfzentrum, ein Ausstellungs- und Aktivzentrum in Friedrichtal, ein Gartendorf als Muster-Wohnbau-Siedlung und die touristische Aufwertung des Hausbergs Stöckerkopf. Der Park an der romantischen Michaelskirche soll ebenfalls aufgewertet werden. Den Übergang zum Christophstal soll eine Seen- und Feuchtwiesen-Zone bilden. Bei der Grube Sophia – sie wird für Besucher geöffnet – könnte ein Loren-Spielpark die Bergbaugeschichte für Kinder erfahrbar machen.

Das passiert auf Freudenstädter Seite:

Auf Freudenstädter Seite besteht die Herausforderung, den Höhenunterschied zwischen Stadtzentrum mit Marktplatz und dem Forbach mit dem Christophstal besucherfreundlich zu überwinden. Dabei wird an Pendelverkehr mit E-Bussen und E-Bike-Verleih gedacht, sowie an einen Panoramaweg, in Abschnitten als schwebender Holzsteg ausgebildet sowie an einen Schrägaufzug.

Die Gebäude der ehemaligen Tuchfabrik im Tal sollen erlebbar gemacht werden. Hauptbereich der Gartenschau wird das historische Bärenschlössle mit einem Rundweg und einer Rutsche. Ein Amphitheater und Veranstaltungsinseln sind geplant, die von der Stadt erworbenen Fischzucht-Teiche werden ins Projekt ebenso einbezogen wie ein Stollen der Firma Sachtleben oder das alte Platzmeisterhaus als Museum mit Bewirtung und Wasserspielen.

Projekt kostet rund 22 Millionen Euro

Beide Bürgermeister betonen, dass das gemeinsame Planen und Projektieren Stadt und Gemeinde näher zusammenrücken ließ. Zum Umsetzen der Pläne soll eine GmbH gegründet werden. Die Kosten werden vorläufig auf rund 22 Millionen Euro geschätzt.

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