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Bergung noch nicht beendet

Gesunkenes Schiff an Karcher Werft wieder an der Oberfläche

Das vor zwei Wochen bei der Karcher Werft gesunkene 18 Meter lange Schiff soll nun gehoben und an Land geschafft werden. Noch ist die Bergung der „Sankt Georg“ nicht abgeschlossen. Doch zumindest befindet sich der 1933 erbaute Stahlkoloss aber wieder an der Wasseroberfläche.

An der Wasseroberfläche: Das Heck des 1933 erbauten Schiffs, das vor 14 Tagen ohne Fremdeinwirkung sank, ist wieder zu erkennen. Foto: Christeleit

Das vor zwei Wochen bei der Karcher Werft gesunkene 18 Meter lange Schiff soll nun gehoben und an Land geschafft werden. Noch ist die Bergung der „Sankt Georg“ nicht abgeschlossen. Doch zumindest befindet sich der 1933 erbaute Stahlkoloss aber wieder an der Wasseroberfläche. Auch die Ursache für das Sinken ist noch unklar.

Von unserer Mitarbeiterin Karen Christeleit

Die auf Tauch- und Bergungsarbeiten spezialisierte Bergungsfirma Nautik aus Sasbach am Kaiserstuhl arbeitete dabei mit speziellen Hebesäcken. „Ein Kranwagen hätte hier keinen Platz“, erklärte Karlheinz Vitt von Nautik, „die Hebesäcke dagegen sind leicht zu platzieren und erreichen eine hohe Auftriebskraft, so können wir das Schiff anheben und bis zum Helingwagen bei der Werft abschleppen, der das Wrack dann ins Dock heben kann.“ Bereits am Vortag war die Bergungsfirma angerückt.

Bergungstaucher brachten Hebesäcke an

Nach einer Erkundung brachte der Bergungstaucher die ersten Hebesäcke an. Diese wurden mit Pressluft gefüllt und hoben wie von Geisterhand das Heck rund 1,2 Meter aus dem Schlamm. Schon tauchten die ersten Aufbauten auf dem Wasser auf.

„Jeder Sack kann etwa rund fünf Tonnen heben“, erklärte Vitt, „mit acht Säcken müssten wir es schaffen.“ Immer wieder wird die Luft aus den sprudelnden Säcken abgelassen und neu fixiert.

„Je tiefer wir die Säcke anbringen können, umso stärker der Auftrieb“, kommentierte der erfahrene Bergungsfachmann, der von einem Vierer-Team aus Berufstauchern, Schiffsführern und Wasserbautechnikern unterstützt wurde.

Befestigung hielt der enormen Belastung nicht stand

„Der Anfang ist am schwierigsten, wenn wir nicht wissen, woran wir die Säcke befestigen können, ist das Schiff dann aber erst mal aus dem Schlamm, können wir leicht Kettenunten durchschieben und daran die Luftsäcke befestigen.“

Doch bevor der Taucher so weitere Säcke platzieren konnte, zischte es laut und ein Hebesack schoss mehrere Meter aus dem Wasser in die Luft. Die Befestigung am Boot hatte dem enormen Zug nicht standgehalten und hatte nachgegeben. Schon sank das Boot wieder ab und die Arbeit begann von Neuem.

Sorgevoll beobachten die anderen Bootseigner am Steg des MYC Motoryachtclub Helmlingen das Manöver. „Vieles ist noch unklar, die Kosten für den Eigner sind enorm“, meinte Hans-Joachim Hartung, Vorsitzender des Vereins.

Versicherung zahlt die Bergung nicht komplett

„Das Boot war zwar Haftpflicht-versichert, doch die zahlt nur die Sicherung durch die Feuerwehr und die Bergung der mit in die Tiefe gezogenen Sportjacht, nicht aber die Bergung des eigenen Schiffes und unser Steg wurde ja auch noch in Mitleidenschaft gezogen.“

Wie der Acher- und Bühler Bote ausführlich berichtete, war das Schiff vor 14 Tagen innerhalb kürzester Zeit ohne Fremdeinwirkung gesunken und hatte nicht nur den Steg, sondern auch eine am gleichen Steg angelegte sechs Meter lange Sportjacht mit sich in die Tiefe gezogen.

2020-06-03 Bergung gesunkenes Schiff (1) Foto: Christeleit

Die Feuerwehr, die DLRG-Gruppe Achern und die dazu alarmierte DLRG-Tauchergruppe Achern sicherten die Unfallstelle. Während das deutsch-französische Bergungsschiff und Feuerlöschboot „Europa 1“ das havarierte Sportboot mit einem Kran wieder in die Waagrechte brachten, blieb das gesunkene Schiff auf dem Grund des Rheinhafens liegen.

Die Freiwillige Feuerwehr Rheinau legte lediglich eine Ölsperre aus, die seitdem fast täglich kontrolliert und wieder aufgepumpt worden war.

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