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Debatte nimmt Fahrt auf

Hauptstraße in Achern: Weder Tempo 40 noch Fahrradstraße

Wie soll die Acherner Hauptstraße künftig aussehen? Und wie schnell soll hier gefahren werden dürfen? Die Diskussion darüber ist in vollem Gang. Am Ende wird eine Senkung des Höchsttempos stehen, aber auch eine Einbahnstraße ist noch nicht vom Tisch.

Umstritten ist die künftige Verkehrsführung in der Acherner Hauptstraße. Oberbürgermeister Klaus Muttach hält einen Bürgerentscheid für möglich. Foto: Roland Spether

Erste Weichenstellungen gibt es bei der Umsetzung des Masterplans in Achern. Das betrifft in erster Linie die Hauptstraße, in der das Höchsttempo voraussichtlich auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt wird. Allerdings ist ein „Einbahnring“ noch nicht ganz vom Tisch. Die endgültige Entscheidung fällt der Gemeinderat, der gemäß der Terminplanung der Stadt am 23. März tagt.

Der Bau- und Umweltausschuss nahm sich am Mittwochabend viel Zeit für dieses Thema – er hatte in dieser Sache eine Vorentscheidung als „Empfehlung“ an den Gemeinderat zu treffen. „Es gibt keine Variante ohne Nachteile“, so fasste Oberbürgermeister Klaus Muttach die Debatte zusammen.

Weder Tempo 40 noch Fahrradstraße

Am Ende gab es mehrere Abstimmungen. Für die Einführung von Tempo-30-Zone in der Hauptstraße gab es acht Befürworter, drei Gegenstimmen und ebenso viele Enthaltungen. Abgelehnt wurde der Antrag der Grünen zur Einrichtung einer Fahrradstraße. Keine Mehrheit fand auch der Vorstoß der CDU, die Höchstgeschwindigkeit in der Hauptstraße auf 40 Kilometer pro Stunde zu senken.

Freie Wähler wollen Einbahnstraße

Die Freien Wähler kämpften letztlich erfolglos für ihren Vorschlag zur Einführung eines Einbahnstraßenrings: Diese Idee fand bei sechs gegen sieben Stimmen und einer Enthaltung keine Mehrheit. Mit einem Patt von jeweils sieben Stimmen verfehlte auch der Vorschlag der Freien Wähler, den Einbahnstraßenring testweise einzuführen, zumindest im Bauausschuss das erforderliche Quorum.

"Masterplan ist Desasterplan"

„Für uns ist der Masterplan ein Desasterplan – kein großer Wurf, weil er außer der Gestaltung der zentralen Plätze kaum Neuerungen bringt.“ Im Namen der Freien Wähler hatte Stadtrat Hans Jürgen Morgenstern für den Einbahnstraßenring geworben. Dieser würde die in Richtung Sasbach fahrenden Autos zwischen der Lammbrücke und dem Stadthaus „Wilder Mann“ durch die Hauptstraße führen.

In umgekehrter Richtung hätten die Autofahrer zwischen der Abzweigung der Straßburger Straße und dem „Wilden Mann“ mehrere Möglichkeiten der Umleitung. Letztlich stehe die Martinstraße als Umfahrungsmöglichkeit zur Verfügung, die man in südlicher Richtung ebenfalls zur Einbahnstraße machen könnte. Laut Morgenstern sei dies die richtige Lösung, um die Interessen des Einzelhandels und der Radfahrer ebenso wie der allgemeinen Forderungen nach mehr Aufenthaltsqualität zu vereinen.

Offen für Testphase

Bei der ABL stieß der Vorschlag der Freien Wähler auf ein geteiltes Echo: Während Fraktionschef Manfred Nock vehement gegen den Einbahnstraßenring argumentierte, zeigte sich Nocks Vorgängerin Jutta Römer offen für eine Testphase. Markus Singrün (SPD) plädierte dafür, die Radfahrer möglichst nicht in die Hauptstraße zu leiten.

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Rathausplatz und Marktplatz sollen aufgewertet werden

Als „Empfehlungen“ an den Gemeinderat auf den Weg gebracht wurden ferner die gestalterische Aufwertung von Rathausplatz und Marktplatz, die Nordtangente zwischen der Infrastrukturstraße und der Sasbacher Straße sowie die Umsetzung des Parkraumkonzepts mit den Stellplatzanlagen „Badischer Hof/Feuerwehr“ und Rosenstraße. Dazu gehört auch die Einrichtung eines dynamischen Parkleitsystems.

Hintergrund: Handlungsempfehlungen

Zur Umsetzung von Maßnahmen des Verkehrsentwicklungsplans hat der Bau- und Umweltausschuss eine ganze Liste von „Handlungsempfehlungen“ hat der Bauausschuss im Zusammenhang mit den Beratungen über den Masterplan beschlossen. Das letzte Wort spricht der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung. Es geht um folgende Punkte:

Der Gemeinderat bekennt sich dazu, schwächere Verkehrsteilnehmer, insbesondere Radfahrer, Fußgänger und Menschen mit eingeschränkter Mobilität bei seinen verkehrspolitischen Entscheidungen zu fördern. Die Barrierefreiheit soll bei allen Planungen und Maßnahmen im öffentlichen Raum umgesetzt werden.

Im Rahmen des Freiraumkonzeptes soll für die zu entwickelnden öffentlichen Plätze, wie beispielsweise dem neu zu gestaltenden Rathausplatz und Marktplatz, Fußgängern und Radfahrern Vorrang gegenüber dem (auch ruhenden) Autoverkehr eingeräumt werden.

Zur Stärkung des Radverkehrs sollen Schritt für Schritt – wo möglich – Fahrradstraßen ausgewiesen werden, Lückenschlüsse im bestehenden Radwegenetz vorgenommen, Schutzstreifen im Straßenraum hergestellt und weitere Maßnahmen vorgenommen werden, die das Radfahren gegenüber dem motorisierten Individualverkehr erleichtert und attraktiviert.

Über Mobilitätsdrehscheiben und mit der gezielten Schaffung dezentraler Fahrradabstellanlagen sollen die Angebote für den Radverkehr attraktiviert werden. Auf Antrag der Fraktion der Grünen sollen die vorgesehen Fahrradstellplätze durch Sicherheitsmaßnahmen wie eine Umzäunung so gestaltet werden, dass der Zugang und damit ein Diebstahl erschwert wird.

Im Raum steht ferner der Auftrag an die Verwaltung, im Rahmen der Lärmaktionsplanung eine Beteiligung der Behörden auf Basis der Zielsetzung einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde in der Hauptstraße zu starten. Die Verwaltung hatte ferner einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 Kilometer pro Stunde in den Ortsdurchfahrten Fautenbach, Mösbach und Önsbach vorgeschlagen. Ob es dabei bleibt, werden auf Antrag der Freien Wähler, die Ortschaftsräte entscheiden. Ferner steht die Einführung von „freiwillig Tempo 40“ in einzelnen Straßen von Oberachern und den restlichen Stadtteilen im Ortsrat beziehungsweise den Ortschaftsräten zur Debatte. mm

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