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Talent im Land

Kaniza Omer aus Achern-Önsbach erhält Stipendium

Als eines von 53 jungen Talenten hat Kaniza Omer das Stipendium „Talent im Land“ erhalten. Sie ist davon überzeugt, dass das Stipendium auf dem Weg zu ihrem großen Ziel weiterhelfen wird.

Mit 14 Jahren war Kaniza Omer von Pakistan über Italien nach Deutschland gekommen. Hier möchte sie jetzt ihr Abitur machen. Foto: Michael Brück

Der vergangene Freitag war ein Tag, den die 18-jährige Kaniza Omer aus Achern-Önsbach so schnell nicht mehr vergessen wird: Die Schülerin, die seit diesem Herbst am Wirtschaftsgymnasium der Heimschule Lender auf das Abitur hinarbeitet, hatte ganz offiziell in Stuttgart ihr Stipendium entgegengenommen.

Als eines von 53 jungen Talenten, die in diesem Jahr die Jury des Stipendienprogramms „Talent im Land“ (TiL) davon überzeugen konnten, dass sie bereit sind, auf dem Weg zur späteren beruflichen Karriere alles zu geben. Zu den besonders Engagierten zu gehören ist dabei längst nicht selbstverständlich.

Wer sich um eines der Schülerstipendien für faire Bildungschancen bewirbt, das unter anderem von der Baden-Württemberg Stiftung getragen wird, ist zuvor keinen leichten Weg gegangen.

Meist sind es Jugendliche mit Migrationshintergrund, Geflüchtete aus Kriegs- und Krisenregionen. Oder welche, die in schwierigen und benachteiligten familiären Umfeldern aufgewachsen sind – aber eben nicht schon früh vor den Herausforderungen des Lebens kapitulieren, sondern bereit sind, über Leistung und eigenes Engagement einen eigenen Weg zu gehen.

Kaniza Omer ist mit 14 Jahren nach Deutschland gekommen

Kaniza Omer muss sich keine Sorgen um ihr familiäres Umfeld machen. Obwohl es durchaus einen familiären Hintergrund hatte, dass sie im Alter von gerade einmal 14 Jahren nach Deutschland gekommen war. Eigentlich stammen sie und ihre Eltern aus Pakistan.

„Aber mein Vater war selbstständig und beruflich oft in Italien. Meine Mutter und ich waren viel alleine“, erzählt Omer aus ihrem Leben. Irgendwann sei der Vater schwer erkrankt und habe Frau und Kind zunächst nach Italien geholt. Von dort sei es später nach Deutschland gegangen.

Meine Mutter und ich waren viel alleine.
Kaniza Omer, Stipendiatin

„Wir hatten hier bessere Behandlungsmöglichkeiten“, erinnert sie sich. Und da es weit und breit niemanden sonst gegeben hatte, der pakistanisch spricht, sei ihr nichts anderes übrig geblieben, als in kürzester Zeit Deutsch zu lernen. Das spricht sie mittlerweile fast vollkommen akzentfrei.

An das Stipendienprogramm war sie durch einen Flyer gekommen, den ihr an ihrer alten Schule, wo sie zunächst die Mittlere Reife gemacht hatte, über einen ihrer Lehrer. „Ich hatte mich zwar beworben, aber niemals damit gerechnet, auch angenommen zu werden“, sagt sie.

Kaniza Omer profitiert bis zum Abitur vom Stipendium

Neben einer kleinen finanziellen Unterstützung profitiert die Schülerin nun bis zum Abitur auch von zahlreichen Förderveranstaltungen rund um Kultur oder auch Naturwissenschaften. Und: Kaniza Omer hatte bei ihrer ersten Veranstaltung, einem Besuch im Literaturarchiv in Marbach, gleich eine Schülerin kennengelernt, die wie sie aus Pakistan stammt.

„Das war für mich eine Premiere. Der erste Mensch außerhalb meiner Familie, der mit mir ein paar Worte pakistanisch gesprochen hatte“, erzählt sie. Nun freut sie sich über jede Menge Inspiration, die ihr die Förderprogramme geben sollen, und viele neue Perspektiven.

Sie ist überzeugt davon, dass dieses Stipendium auf dem Weg zu ihrem großen Ziel weiterhelfen wird – ein Architekturstudium.

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