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Nur sechs Bewerber

Keine Wahl: Dritter Acherner Jugendgemeinderat scheitert an zu wenigen Kandidaten

Der dritte Acherner Jugendgemeinderat hätte am 25. November gewählt werden sollen - nur wollten zu wenige Jugendliche aktiv mitmachen. Die Stadt hat Alternativen im Auge.

Die meisten Bewerbungsbögen blieben leer: Insgesamt mindestens 14 wählbare Jugendliche hätte es gebraucht, damit die Wahl stattfinden kann - hier der Blick auf die Unterlagen einer früheren Wahl. Foto: Michaela Gabriel

Für den Acherner Jugendgemeinderat wird es mangels Bewerbern keine dritte Amtszeit geben: Nur sechs von 1.783 wahlberechtigten Jugendlichen haben sich für eine Kandidatur bereitgefunden; damit eine Wahl stattfindet, hätten es aber mindestens 14 wählbare Personen sein müssen. Das teilte die Stadt Achern am Mittwochmorgen mit – für den späten Nachmittag war die entsprechende Wahlausschusssitzung anberaumt gewesen.

Für Stadtverwaltung und Gemeinderat sei der Jugendgemeinderat in den vier Jahren seit dessen Gründung ein wichtiger Impulsgeber gewesen, weil die Räte die Anliegen der Jugendlichen unmittelbar eingebracht hätten, so die Stadt weiter.

Allerdings habe sich auch gezeigt, dass das „Format Jugendgemeinderat“ mit der breit angelegten Gremienarbeit vielleicht doch nicht die geeignete Form der Jugendbeteiligung sei. Um trotzdem weiterhin Jugendbeteiligung zu ermöglichen, wolle die Stadt „die früher mit Erfolg praktizierte Form des Jugendhearings wieder ins Auge fassen“.

Dabei bringen Jugendliche ihre Wünsche und Ideen vor, aus denen Projekte entwickelt werden können. Die Jugendlichen arbeiteten dann an dem Projekt mit, das für sie persönlich interessant war.

Wahl hätte am 25. November stattfindet sollen

Eigentlich hätte das neue Gremium für die kommenden zwei Jahre am 25. November an den weiterführenden Schulen gewählt werden sollen. Dafür hätten sich 14 Kandidaten auf die wegen des Wegfalls der Werkrealschule auf zwölf reduzierten Sitze bewerben müssen – bei der ersten Wahl waren es 34 Kandidaten auf 16 Sitze, zwei Jahre später noch 27 Kandidaten auf 14 Sitze. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 28,02 Prozent 2018 und 27,1 Prozent 2016.

Aus dem aktuell amtierenden Rat hatten sich mit Sprecher Janik Lorenz und Moritz Kist zwei Mitglieder erneut beworben, zwei weitere konnten aufgrund ihres Alters – die Räte dürfen 13 bis 19 Jahre alt sein – nicht mehr teilnehmen, so Oberbürgermeister Klaus Muttach auf Anfrage.

Bei den übrigen zehn Räten, die theoretisch hätten weitermachen dürfen, sei nicht erhoben, ob in der Zwischenzeit jemand die Schule gewechselt oder eine Ausbildung begonnen habe.

Die beiden Sprecher des Rats bedauern, dass keine dritte Amtszeit zustande kommt, „da man viele neue Leute kennenlernt und auch die Chance hat, Projekte anzugehen, die einem selbst und auch anderen wichtig sind“, so Ines Nüssel.

„Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass die Jugendbeteiligung auch in anderer Form weiterhin große Anerkennung finden wird“, sagt Janik Lorenz. Beide werten die bisherige Arbeit „trotz kleiner Schwierigkeiten“ als positiv: Viele Ideen hätten umgesetzt werden können.

Muttach zieht dennoch positive Bilanz aus bisheriger Arbeit

Muttach zog dennoch persönlich eine positive Bilanz der bisherigen Jugendgemeinderatsarbeit, wie es in der Mitteilung weiter heißt: „Die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen in den beiden Gremien der vergangenen vier Jahre hat Spaß gemacht. Es gab viele positive Kontakte mit den Jugendlichen auch außerhalb der Sitzungen, und ich bin sicher, dem einen oder der anderen im politischen Leben wieder zu begegnen.“

Er würdigte, dass im Jugendgemeinderat einige Projekte entwickelt worden sind. Beispielhaft nannte er die Mitwirkung am Stadtfest mit der Jugendbühne, die Realisierung des Basketballplatzes oder die Schaffung einer legalen Graffitifläche. Auf diese Projekte könnten die Mitglieder des Jugendgemeinderats berechtigt stolz sein, so Muttach.

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