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Architektenwettbewerb vor dem Abschluss

Klinikum und Nordtangente: Millionenprojekte im Acherner Brachfeld

234 Betten soll das neue Klinikum in Achern haben. Doch das ist nicht alles: Geplant sind weitere Gebäude für eine Pflegeschule, für das Personal, ein Ärztehaus sowie Parkhäuser. Außerdem wird eine neue Straße gebaut.

Umbruch im „Brachfeld“: Hier entstehen das neue Krankenhaus und die Nordtangente. Oberbürgermeister Klaus Muttach sieht die Planungen für beide Projekte auf einem guten Weg. Foto: ug

„Es geht wirklich sehr, sehr gut voran.“ Zufrieden ist Oberbürgermeister Klaus Muttach mit dem Fortgang der Planungen für die neue Klinik und die sogenannte Nordtangente im Acherner Gewann „Brachfeld“. Dabei geht es um viele Millionen Euro: Allein die Klinik ist mit 136 Millionen Euro veranschlagt, hinzu kommen bis zu 45 Millionen Euro für den Bau der neuen Straße, die entlang der Gemarkungsgrenze zu Sasbach eine neue Verbindung von der Infrastrukturstraße zur Sasbacher Straße schafft.

Der Neubau des Krankenhauses mit 234 Betten soll, so hofft es der Oberbürgermeister, im Jahr 2028 in Betrieb gehen. Vor dem Abschluss steht unterdessen der Architektenwettbewerb: Das Preisgericht tagt am 12. Januar, die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit am 10. Februar präsentiert und sind bis zum 17. Februar im Bürgersaal des Rathauses Am Markt zu sehen.

Seit November steht das Finanzierungskonzept für die Agenda 2030 des Ortenaukreises und damit auch für die neue Klinik in Achern. Es wurde von Acherns Oberbürgermeister Klaus Muttach und dem Offenburger Finanzbürgermeister Hans-Peter Kopp gemeinsam erarbeitet. Es sichert das Investitionsvolumen von 136 Millionen Euro plus einem Sicherheitszuschlag von 15 Prozent.

Hinzu kommen Investitionen für Ausbildung und Schule (fünf Millionen Euro), ein Personalwohnheim mit 55 Appartements (sechs Millionen Euro), ein Ärztehaus (zehn Millionen Euro) und Parkhäuser (vier Millionen Euro). Die Finanzierung ist allerdings abhängig von der noch ausstehenden Förderzusage des Landes.

Entlastung für die Innenstadt

Parallel werden die Planungen für den Bau der sogenannten Nordtangente vorangetrieben. Die neue von beidseitigen Radwegen begleitete Verbindung zwischen den Kreisstraßen 5308 und 5309 soll das künftige Krankenhaus an das Straßennetz anschließen, hat aber auch ohne diese Funktion eine große Bedeutung bei der Entlastung der chronisch „verstopften“ Acherner Innenstadt.

Darüber hinaus bietet sie Anschlussmöglichkeiten für das Sasbacher Industriegebiet und für die auf Gemarkung Sasbach geplante wohnbauliche Entwicklung im Gewann „Waldfeld“. Diskutiert wird ferner über eine spätere Anbindung der Heimschule Lender. Die verkehrstechnische Bedeutung der neuen Straße ist beträchtlich: Der Ortenaukreis und das Regierungspräsidiums gehen übereinstimmend davon aus, dass diese Tangente täglich 13.000 Fahrzeuge aufnehmen wird.

Nach Auskunft von Oberbürgermeister Klaus Muttach wurde das nötige Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans gestartet. Darüber hinaus laufen derzeit die Gespräche zum Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen den Vertretern von Achern und Sasbach zur Übertragung der Planungshoheit auf die Stadt Achern. Das soll die Grundlage für ein einheitliches Bebauungsplanverfahren schaffen. Ferner wurden die ersten Grunderwerbsverhandlungen für die geplante Straßentrasse geführt.

Tunnel oder Brücke – das ist hier die Frage

Die Kostenschätzungen für die geplante Straßenverbindung bewegen sich nach den Worten von Bürgermeister Dietmar Stiefel in einem Rahmen zwischen 30 und 45 Millionen Euro. Entscheidend ist dabei die Frage, ob die nötige Querung von Bundesstraße 3 und Bahnlinie durch einen Tunnel oder über ein Brückenbauwerk erfolgt. „Wir bevorzugen die Unterführung“, erklärte Stiefel, „aber diese wird rund zehn Millionen Euro teurer als eine Brücke.“

An den Kosten für die neue Kreisstraße soll sich das Land mit einem 60-Prozent-Zuschuss beteiligen, den Rest teilen sich der Ortenaukreis sowie die Stadt Achern und die Gemeinde Sasbach. Baubeginn für die neue Straße soll spätestens im Jahr 2024 sein.

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