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Kröte, Frosch und Co

Bei der Krötenwanderung lauern auch in Achern viele Gefahren

In Achern und Umgebung wandern die Amphibien. Sie ziehen ins Liebesnest und sorgen für Nachwuchs. Doch diese Mission ist von Gefahren begleitet.

Vorsicht Amphibien: Im Raum Achern sind derzeit Kröten und Co unterwegs. Am Laichgewässer in Waldulm kündet ein Schild davon. Foto: Foto: Benedikt Spether

Die Statistik von Frédérique Weiss lässt nichts Gutes für die Vertreter der Gattung Bufo im Raum Achern und im Achertal erahnen. Seit Jahr und Tag kämpft die überzeugte Tierschützerin für die Kröten, gab in den vergangenen Jahrzehnten wohl tausenden der Amphibien sicheres Geleit über viel befahrene Straßen.

„Vor rund zehn Jahren waren es während der Krötenwanderung bestimmt 3.000 Tiere, heute sind es vielleicht ein paar Hundert“, konstatiert die Expertin. Noch sind sie unterwegs - die wandernden Wasser-Land-Bewohner und Menschen wie Frédérique Weiss, die sie schützen wollen.

Angesichts der noch herrschenden, kühlen Temperaturen hat sich der Zug der Tiere zu ihren Laichgewässern in den vergangenen Tagen allerdings deutlich verlangsamt oder ist sogar zum Erliegen gekommen, vermeldet der Naturschutzbund (Nabu) auf seiner Internetseite.

Am Wochenende geht das große Hüpfen weiter

Doch zum Wochenende klettert das Thermometer wieder auf erträglichere Werte und dann geht das große Hüpfen weiter. Aber wie gesagt, das Ende ist abzusehen. „Die Amphibienwanderung ist schon bald wieder fertig“, bestätigt Tierschutzaktivistin Weiss. In geschützteren Gefilden wie Flussniederungen treten die Tiere bereits den Rückweg von den Laichgewässern an.

Dennoch: „Vielerorts müssen die Amphibienzäune aber noch bis mindestens Mitte April betreut werden“, so der Nabu auf seinen Internetseiten. Seit 18. Februar steht laut Frédérique Weiss auch am Waldulmer Ortsausgang Richtung Oberachern so eine Schutzvorrichtung.

Den Rückgang der Amphibienpopulation können diese Maßnahmen nicht stoppen. Das sorgt den Nabu-Sprecher für den Bereich Achern. „Die Ursachen sind vielfältig, Krankheiten, die Trockenheit, zum Beispiel“, erläutert Franz Panter. Es handelt sich um ein bundesweites Problem, das der Nabu längst thematisiert. Und Frédérique Weiss nennt dazu die Zersiedelung der Landschaft oder die Umweltverschmutzung.

Nicht zuletzt ist es vor allem der Mensch mit seinem geliebten Auto, der der wandernden Amphibienschar das Leben schwer macht oder gar nimmt. Für Franz Panter unverständlich: Manche Zeitgenossen fahren auch während der Wanderzeit der Amphibien in den Wald, „nur um Quellwasser für die Kaffeemaschine zu holen.“

Laichgewässer als Ausgleichsmaßnahme bei Waldulm

Die Familie Bufo und alle ihre „Verwandten“ haben es immer schwerer - auch wenn zum Beispiel im Ortenaukreis mit der Anlage von Laichgewässern, Tunneln und Schutzzäunen einiges für sie getan wird.

Als jüngstes Beispiel im Raum Achern kann der Teich zwischen Waldulm und Oberachern dienen, den die Kreisverwaltung voriges Jahr als Ausgleichsmaßnahme für diverse Radwegprojekte anlegen ließ und - werbewirksam - im Beisein der Rathauschefs aus Achern und Kappelrodeck sowie dem zuständigen Projektleiter vom Straßenbauamt und ehrenamtlichen Amphibienschützern in Betrieb nahm.

Ein sensibles Naturkleinod findet sich im Acherner Raum im Bereich der Illenau/Oberachern. Dort siedelt laut Managementplan für das FFH-Gebiet 7314-341 „Schwarzwald-Westrand bei Achern“ sogar die Gelbbauchunke.

Auch der Ortenaukreis fördert Maßnahmen

Der Ortenaukreis engagiert sich für die bedrohten Amphibien. Das Amt für Umweltschutz der Kreisverwaltung fördert zum Beispiel das Anlegen und die Unterhaltung von Amphibienlaichgewässern nach der Landschaftspflegerichtlinie mit Fördermitteln des Landes. Mit Hilfe von Geld vom Land unterstützt die Kreisverwaltung zudem das Aufstellen von Schutzzäunen an Straßen vor der Wanderungszeit und das Umsetzen der Tiere in dieser Phase, berichtet Anita Dinger.

Kröten tragen: Amphibienzäune halten auch in der Region die Tiere vor Straßen auf. Helfer tragen sie dann auf die andere Seite. Foto: Daniel Bockwoldt picture alliance/dpa

Bei Projekten wie Bebauungsplänen oder an Baggerseen, „achten wir darauf, ob Lebensstätten von Amphibien verloren gehen und fordern gegebenenfalls einen gleichwertigen Ausgleich für den Verlust. Teilweise werden diese Lebensräume auch ausgespart und bleiben somit erhalten“, erläutert die Amtsleiterin.

In FFH-Gebieten sind spezielle Projekte vorgesehen, die zum Beispiel dem Kamm-Molch oder der Geldbauchunke helfen. „Die können ebenfalls über die Landschaftspflegerichtlinie gefördert werden können“, so Anita Dinger. Auch Ökokontomaßnahmen können dem Amphibienschutz dienen.

Der Ortenaukreis legt da einen Schwerpunkt auf Laubfrosch und Kreuzkröte. Dadurch würden neue Lebensräume für Amphibien geschaffen.

Weitere Informationen

www.lubw.baden-wuerttemberg.de - die Seite der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg ist eine wahre Fundgrube samt Artenkartierung.

www.nabu.de - der Naturschutzbund Deutschland bietet auf seiner Homepage ebenfalls eine Fülle an Information in Sachen Amphibien.

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