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A la Carte

Malerhaus in Achern macht gute Erfahrungen mit Online-Kochkursen

Räume wie Puppenstuben und eine badisch-französische Küche: In der BNN-Serie „A la Carte" geht es dieses Mal ins “Malerhaus“ nach Achern. Statt Tafeln in kleinen Räumen stehen wegen Corona jetzt Online-Kochkurse auf dem Programm.

Anleihen bei der französischen Küche: Sein Boeuf Bourguignon serviert Kücherchef Marcel Göpper mit handgeschabten Spätzle und ganz viel Sosse. Foto: wit

Wenn die Postbotin im „Malerhaus“ in Achern vorbeischaut, freut sich Küchenmeister Marcel Göpper wie Bolle. Nicht, weil die Dame mit großem Hunger gesegnet ist, sondern weil es das bezaubernde Häuschen mit den kleinen, ziemlich niedrigen Kammern ohne ihren Einsatz gar nicht mehr gäbe.

Noch vor zehn Jahren war die einstige Wohn- und Arbeitsstätte des Malermeisters Albert Klumpp ein Anwesen von verblasster Schönheit, das schief und vergammelt an der Hauptstraße stand und von den Hecken im Vorgarten überwuchert wurde.

Selbst der Abriss stand im Raum, obwohl das fast 180 Jahre alte Haus mit der bemalten Fassade zu den ältesten Häusern des Ortenaukreises zählt. Doch dann lief sich besagte Postbotin die Hacken ab, trieb einen Investor auf, der viel, viel Geld für Retten, Restaurieren und notwendige Technik in die Hand nahm – fertig war das „Malerhaus“.

Sommers lässt es sich hier normalerweise in einem großen Garten mit Außenküche fein tafeln, winters in den kleinen Stuben, wo fast schon Wohnzimmeratmosphäre herrscht.

Ein Bistro in der ehemaligen Werkstatt: Das „Malerhaus“ in der Acherner Hauptstraße hat fast 180 Jahre auf dem Buckel. Mit viel Aufwand wurde es in ein Restaurant mit Wohnzimmeratmosphäre umgestaltet. Foto: wit

Jetzt, in Corona-Zeiten, dienen die Puppenstubenräume auf drei Etagen als Stauraum, wo alles gelagert wird, was für bessere Zeiten gebraucht wird. Der 29-jährige Göpper, der gerne einen Hauch Frankreich in seiner Küche verströmen lässt, kommt nicht mehr so häufig in „sein Haus“, weil die Brasserie, untergebracht in der ehemaligen Werkstatt, ebenso geschlossen hat wie die nach Farben benannten Esszimmer, deren kleinstes acht bis zehn Personen fasst.

Immerhin gibt es Badischen Sauerbraten, Kalbsbäckchen, Boeuf Bourguignon oder einen Loup de Mer im Salzteig für vier Personen auch „to go“. „Mir war klar, dass sich Gerichte, bei denen der Garpunkt das A und O ist – wie beispielsweise Rinderfilet- weniger für den Außer-Haus-Verkauf eignen“, erzählt der junge Küchenchef, der auch ein dreigängiges Menü nebst passenden Weinen dem Feinschmecker nach Hause liefert.

Wenn er dem pandemiebedingten Lockdown überhaupt etwas Gutes abgewinnen kann, dann die Tatsache, „dass ich Dinge ausprobiert habe, die ich sonst wahrscheinlich nicht gemacht hätte“, so der Küchenchef, der in seiner Freizeit Handball für den TuS Altenheim spielt. Der erste Online-Kochkurs war schnell ausgebucht – dafür sorgte schon der Freundeskreis des 29-Jährigen.

Service

Die Außer-Haus-Karte des „Malerhauses“ gilt donnerstags bis samstags ab 17 Uhr, sonntags ab 12 Uhr. Bestellungen sind telefonisch (0 72 23) 80 87 80 oder per WhatsApp 0 15 23 7 93 67 57 möglich. Gegen einen kleinen Aufschlag werden die Gerichte im Umkreis von 20 Kilometern auch nach Hause geliefert.

www.heimat-gastro.de/heimat-im-malerhaus

Bei den nachfolgenden Kursen bewirkten Flyer und Mund-zu-Mund-Propaganda, dass die wenigen Plätze schnell vergeben waren. Wobei der Begriff „wenig“ nicht wörtlich zu nehmen ist: Weil gemeinsames Kochen den Zusammenhalt stärkt, buchte eine Firma das Online-Event gleich für 450 Mitarbeiter.

„Die Teilnehmer bekamen von mir eine Einkaufsliste und für die professionelle Technik sorgte eine spezialisierte Firma“, erzählt Marcel Goepper. Auf den Tisch kamen Räucherforellentartar, Rinderfilet mit handgeschabten Spätzle und eine weiße Schokoladencreme mit Keks-Knusper und Citrussalat. Der nächste Online-Kochkurs ist bereits geplant – für Kinder, die endlich mal ein bisschen Abwechslung vom Corona-Alltag brauchen.

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