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Tödliche Fallen für die Tierwelt

Achtlos weggeworfene Masken sind in Achern zum Umweltproblem geworden

Gefährlicher Müll: Immer mehr OP- und FFP 2-Masken werden einfach auf der Straße entsorgt. Das Müllproblem wird gerade für die Tierwelt auch zu einem Gesundheitsproblem – vorallem für Vögel und Fische sind sie ein Risiko.

Gefährlicher Müll: Immer mehr OP- und FFP 2-Masken werden einfach auf der Straße entsorgt. Das Müllproblem wird gerade für die Tierwelt auch zu einem Gesundheitsproblem. Foto: Michael Brück Foto: Michael Brück

Zwölf Milliarden – so hoch schätzt das Bundeswirtschaftsministerium die Zahl der Atemschutzmasken, die wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr alleine in Deutschland gebraucht werden.

Eine Prognose, die vor allem den Verantwortlichen des Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland (BUND) Sorgenfalten auf die Stirn zaubert.

Denn immer mehr Operations- und FFP2-Masken landen nach Gebrauch nicht im Hausmüll, wo sie eigentlich hingehören. Vielmehr findet man sie bunt verstreut auf den Bürgersteigen der Innenstädte, in Parks, auf Spielplätzen und auch in der freien Natur.

Für Petra Rumpel, Geschäftsführerin des Umweltzentrums Ortenau des BUND, liegt dabei die größte Gefahr nicht einmal darin, dass sich Menschen beim Kontakt mit gebrauchten Masken eventuell noch mit dem Coronavirus infizieren könnten. Obgleich diese Gefahr laut Gesundheitsbehörden tatsächlich nicht von der Hand zu weisen sei.

Der BUND hat vielmehr die Tierwelt im Fokus, wenn er derzeit groß angelegt darauf aufmerksam machen möchte, Mund-Nasen-Bedeckungen unterwegs sicher zu verstauen, damit sie nicht unbeabsichtigt und unbemerkt aus Jacken- oder Hosentaschen fallen können.

Die Tiere können sich in den Gummibändern verfangen.
Petra Rumpel, Geschäftsführerin des BUND-Umweltzentrums Ortenau

Vor allem für Vögel und Fische könnten achtlos weggeworfene oder verlorengegangene Masken zur tödlichen Gefahr werden, erklärt die Offenburger BUND-Geschäftsführerin.

„Die Tiere können sich in den Gummibändern verfangen oder sie schlimmstenfalls auch mit Futter verwechseln“, sagt Rumpel und erhält vor allem aus Forstkreisen Rückendeckung, unter anderem vom Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, Klaus Hackländer.

Demzufolge hätten Studien bereits belastbar festgestellt, dass achtlos liegengelassene Masken zur tödlichen Gefahr für die Tierwelt würden.

Igel oder Vögel verfingen sich zunehmend in den Schnüren, und so mancher Vogel habe das Material auch schon zum Nestbau für sich entdeckt – mit der Folge, dass sich die Jungvögel später in den Schnüren strangulierten. Und auch bei Wasservögeln würden sich herumtreibende Masken zur tödlichen Falle entwickeln.

Im Ortenaukreis berichteten während der Jagdsaison auch schon Jäger über Masken- und Plastikreste, die in den Mägen verschiedener Wildtiere gefunden wurden.

Die Folgen des Covid-19-Mülls seien für die Tierwelt derzeit noch nicht absehbar, warnt der BUND. Es brauche viele Jahre, bis sich das Material aus Polyester und Polypropylen vollständig zersetze.

Masken werden zum Teil bewusst in der Umwelt entsorgt

Weil die öffentlichen Mülleimer durch Masken, Einwegverpackungen und Kaffeebecher vielfach bis ans Limit gefüllt seien und der Wind dadurch leichtes Spiel habe, den Müll zu verwehen, rät der BUND dazu, gebrauchte Masken zuhause ordnungsgemäß im Restmüll sicher zu entsorgen.

Dem schließt sich auch die Acherner Stadtverwaltung an. Es sei tatsächlich auffällig, dass auch in Achern vergleichsweise viele Masken am Boden liegen würden, erklärt Karin Bürk aus dem Büro des Oberbürgermeisters.

Man zweifle allerdings, ob die Masse dieser Masken tatsächlich unbemerkt verloren gegangen seien. „Es trifft sicherlich zu, dass die eine oder andere Maske aus der Jacke fällt oder vom Handgelenk rutscht“, sagt Bürk. „Sicher werden aber auch Masken bewusst in der Umwelt entsorgt.“

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